Mittwoch, 6. Juni 2012

Das Nähen von Hand: Doch nicht so müßig!

Nun zum Wesentlichen! Nachdem die Sache mit dem Fuß mich wider Erwarten nicht produktiver gemacht hat, war die momentane Erkältung da doch schon effektiver in dieser Hinsicht!

Da meine Bestellung, von der ich hier berichtete, sagen wir mal, mäßig erfolgreich bisher war, war ich gezwungen mich anderweitig zu beschäftigen. Sicher, hier hatte ich ja schon klar gestellt, dass ich auch noch gut zutun hab, das war also kein Problem.

Das Problem mit der Bestellung bisher ist, dass von den Garnen, die ich bestellt hab, die blaue und grüne Nähseide (entgegen der Anzeige auf der Homepage des Shops) derzeit nicht lieferbar waren - die weiße schon. Doch meine Stoffbestellung ist auch noch nicht angekommen. Mit anderen Worten, ich habe grünen Stoff und weiße Nähseide -.- also kein grünes Kleid, aber auch kein seidenes Unterkleid.

Meine alternative Beschäftigung ist derzeit das Unterhemd für Benni. Beim überziehen fand ich die Schulterpartie etwas einengend, also hab ich noch einen zusätzlichen Zwickel eingesetzt - kann nicht schaden. Aber im Bereich der Achselhöhle, wo so viele Stoffstücke zusammentreffen, ist es immer blöd mit der Nähmaschine zu hantieren. Ich setzte also das erste Quadrat von Hand ein, und stellte fest, mit der passenden Nadel kann ich deutlich feinere Stiche machen. Feinere Stiche bedeuten eine festere Naht... Ich hatte immer Sorge, meine Handnähte seien nicht haltbar genug. Nachdem mein zweites Unterkleid ja anfing an den Nähten aufzugehen - der Stoff war intakt, wohl gemerkt! - habe ich nun fast die Hoffnung, dass die Handnähte länger halten.

Auch das Versäubern der Nähte gestaltet sich deutlich einfacher, wenn man falsche Kapnähte macht. Durch die feine Nadel, kann ich sogar so dicht in den Oberstoff einstechen, dass ich nur wenige Fäden des Stoffs kreuze. Nach ein paar Mal waschen und in der Sonne liegen, dürfte das Garn auch soweit gebleicht sein, dass es quasi unsichtbar ist (o=

Einziger wirklicher Nachteil an der Sache: Das Gar ist so fisselig, so fein... so nicht stabil, dass mit der feinen Nadel der driss Faden ständig reißt. Ich habe z.T. mit Fadenstückchen von 15-20cm länge genäht. Ich habe mehr Zeit gebraucht um den neuen Faden anzuknüpfen, als für das tatsächliche Nähen... es hat mich irre gemacht. Irgendwann war ich es leid, und seit dem benutze ich einen doppelten Faden. Mit dem weißen Wollfaden musste ich das auch machen, weil der so fisselig war. Bisher klappt das ganz gut, ist nur einmal - im Gegensatz zu dem einzelnen Faden, der ca. alle 12cm gerissen ist (sind ca. 5cm Naht) - gerissen. Dafür sieht man den Faden jetzt natürlich deutlicher...

Man kann halt nicht alles haben.

Aber es geht dann doch schneller als erwartet. Und wenn ich mir dann doch die Mühe mache, den Stoff vorher mit Nadeln zusammen zu stecken, wird die Naht auch halbwegs gerade.

An sich, ist das Nähen von Hand doch nicht so müßig, wie ich dachte. Ich schätze, mit etwas Geduld, könnte ich mir vorstellen, meine zukünftigen Gewandteile, Beutel etc. alle von Hand zu nähen. Das brächte mich einen Quantensprung näher an eine authentische Ausrüstung (o=

Ich betrachte das jetzt mal als Übungsaufgabe, für mein Unterkleid :P
Sollte der Stoff noch länger auf sich warten lassen - von dem farbigen Seidengarn wage ich nicht in der nächsten Zukunft zu träumen brauche ich eine andere Zwischenaufgabe. Außer einem Pilgerbeutel, der nun doch vergleichsweise schnell ginge, möchte ich aber als Lückenbüßer nichts neues anfangen.

Kommentare:

  1. du hast aber auch echt ein Glück mit deinem Nähkrams...

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  2. tzt... was soll das denn heißen?! (o=

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