Mittwoch, 12. Dezember 2018

Abgrenzen, ausgrenzen, ausschließen... Freiheit!

Im Grunde meines Herzens bin ich ja doch ein Optimist. Man mag es vielleicht nicht glauben, aber unter all den sarkastischen, pessimistischen und vielleicht teils misanthropischen Äußerungen schlummert ein unbelehrbarer Optimist in mir. Wir hassen uns.
Dieser Optimist in mir, hat trotz meines schon letztes Jahr gezogenen Fazits mich dazu bewogen es diese Saison doch noch mal mit der besagten Gruppe zu probieren. - Spoileralarm! - Ich habe die Saison nicht bis zum Schluss durchgezogen. Zugegeben, eigentlich aus hauptsächlich finanziellen Gründen, die auch nach sich zogen, dass mein Auto nicht ganz ... sagen wir optimal unterwegs ist. Ich spreche hier von Risiken, die ich nicht bereit bin einzugehen, wie bsw. dass die Bremsen gemacht werden mussten und mein Auto ja eh immer kurz vor der Überladung ist, wenn ich auf dem Weg zu Veranstatlungen bin... ^_^;;; Jedenfalls mussten deshalb die letzten beiden Veranstaltungen ausfallen dieses Jahr. Und aus schon genannten Gründen tat es mir aber auch gar nicht so leid darum. Ok. Im September war ich auch fast komplett krank geschrieben verletzungsbedingt, aber da hatte ich schon aus finanziell / sicherheitstechnischen Gründen abgesagt XD

Aber die kurzfristige Entwicklung innerhalb der Gruppe hat mich dann endlich dazu bewegt mich aus der Komfortzone zu entfernen. Eher gesagt hat die Gruppe sich zweigeteilt und ich habe mich dem Teil der Gruppe angeschlossen, der quasi ausgeschlossen wurde. De Facto wurde ich ebenso ausgeschlossen, nur deckt die Begründung, die gegeben wurde mich nicht mit ab. Aber ich erkenne einen Zaunpfahl, wenn er mir vor den Kopf geschlagen wird.

Aber kein Problem, ich bin ja ebenso ein kleiner Trampel, der es liebt mit Zaunpfählen zu wedeln.

Meine Ansage mit den Perlen vor andere Säue habe ich größtenteils einhalten können. Meine ungefragten Tipps habe ich auf ein Minimum reduziert und selbst bei Nachfrage habe ich mich zurückgehalten. Denn, seien wir doch ehrlich, die Fragen sind alle nur rhetorisch. Die Informationen, die dadurch erhalten werden spielen überhaupt keine Rolle, wenn sie nicht die bereits vorhandene Vorstellung untermauern. Am Ende wird doch der ursprüngliche Plan umgesetzt. Das ist schön, aber verschwendet doch bitte nicht meine Zeit dafür! Ich versuche jedem eine möglichst richtige Antwort zu geben und entgegen der Vorstellung mancher Menschen weiß ich nicht spontan alles, was es so zu den knapp 1000 Jahren Mittelalter zu wissen gibt.Das bedeutet, dass ich schon mal was nachschlagen / recherchieren muss. Wenn ich aus Unmut schon antworte "Keine Ahnung" (und weil ich es eben spontan auch echt nicht weiß) kommen gleich so missmutige Reaktionen, als würde ich den Leuten das schulden. Sorry, versucht es doch mal selbst herauszufinden. Bücher beißen in der Regel nicht. Internetrecherche kostet erstmal nix extra. Nein warte, solche Menschen kann man nicht alleine auf das Internet los lassen. Die springen doch auf jeden Blog, der irgendwas Fantasy mäßiges behandelt.

Das ist der Moment, wo ich echt verwundert bin. Klar, Ausgrabungsberichte sind trocken und vielleicht nicht jedermann zugänglich. Aber selbst Wikipedia bietet inzwischen mehr Wissen, dem ich eher vertrauen würde, als manchen Klischees die manche Menschen im Internet verbreiten und leider noch viel mehr glauben, weil es so schön bequem ist. Und weil es so schön bequem ist, fragen wir einfach mal mi! Mi erzählt gerne, dann ist sie beschäftigt und wir haben unsere gute Tat für den Monat getan... oder so stell ich mir das manchmal vor.
Auch schön, wenn manche ein Häppchen Informationen haben und sich da wahnsinnig viel drauf einbilden. So viel anderes, dass ich nicht weiß, aber wenigstens weiß ich das und ha! der andere weiß das nicht! Also bin ich viel besser als der. Sicher, diese Haltung kann nerven, wenn andere den Besserwisser raushängen lassen - das kann man nutzen und diesen Menschen anzapfen, wie man es bie mir versucht hat - oder man kann es neiden und sich eben an jedem bisschen, dass der andere nicht weiß aufhängen und erfreuen.

Diese Haltung gibt es wirklich. Du hast meine Fehler gefunden, also suche ich nach deinen Fehlern. Wenn da ein eklatantes Gefälle besteht, also einer mehr offensichtliche Fehler hat als der andere, muss man sich an den wenigen Fehlern die man findet besonders erfreuen. Auch wenn der andere nicht gesagt hat, dass er perfekt ist, trifft dies zu. Das ist im übrigen dieselbe Kategorie wie das mit dem "dann darfst du nicht mit dem Auto zur Veranstaltung fahren" und "dann musst du auch die mittelalterliche Sprache sprechen". 100% ist unmöglich. Wenn 100% nicht gehen, dann ist es auch egal. Und genau deswegen halte ich auch das, was wir machen für zwei verschiedene Hobbys. Manche halten es für eine Beleidigung oder bösen Willen, wenn ich sagen Mittelalter Campen, aber ich mein das nicht böse. Ich mein das nicht mal abfällig. Es ist einfach nur eine Beschreibung von dem, was diese Menschen machen. Verkleidet campen. Sie haben Spaß daran und das sei ihnen auch gegönnt. Aber der ganze Rest (Recherche, Handarbeit, Handwerk, Präsentation von Wissen etc.), der für mich eben zum Hobby gehört, ist nicht Teil von dem was ihnen Spaß macht, gehört für sie nicht zum Hobby und da sollte der Unterschied doch gleich auffallen, oder? Nicht dasselbe Hobby.

Da sich auch der Wissensstand immer wieder ändert und es wohl nie einen finalen Wissenstand geben wird, keinen Punkt, an dem die Geschichtswissenschaft, die Archäologie etc. sagen wird, "So, jetzt wissen wir alles, haben alles gefunden und haben alles erklärt. Hiermit erklären wir das Thema für abgeschlossen", ist das Hobby auch ständig in Bewegung. Wissen veraltet. Ausrüstung veraltet entsprechend. Das heißt also, die Entwicklung hört nie auf. Man ist nie fertig mit seiner Darstellung und das ist auch ein Teil, der mir am Hobby gefällt. Anderen ist das lästig. Und genau an diesem Punkt werde ich mich zukünftig darstellungstechnisch von anderen Trennen. Wem das lästig ist, mit dem werde ich im Hobby keinen Spaß haben, ist leider so.

Also, halten wir fest, ich bin eine ewige Nörglerin, sarkastisch, pessimistisch, ein kleiner Misanthrop etc. pp. aber selbst ich kann an mir halten, wenn Leute unpassende Ausrüstung haben. Ich sage es ihnen zu Anfang. Ich versuche es aber nicht ständig immer wieder zu wiederholen und den Leuten unter die Nase zu reiben. Also, da wäre noch Luft nach oben, sollte ich mich dazu entschließen völlig ungenießbar werden zu wollen XD Ich merke Dinge an, wenn solche Menschen Neuanschaffungen tätigen wollen, die zugegeben meistens ignoriert werden (wozu fragen solche Menschen überhaupt? o.O), gebe dann wieder meinen Kommentar ab, wenn es ein Griff ins Klo war, und dann geht es weiter wie bisher. Ich gehe aber nicht hin und verbiete Leuten ihre schon angeschafften Sachen zu benutzen. ich würde es vielleicht gerne, denn dann würden sie sich vielleicht mit der Materie auseinandersetzen und möglicherweise tatsächlich vor ihrer nächsten Neuanschaffung nachdenken... aber seien wir ehrlich, dass ist auch nur dummes Tagträumergewäsch T_T. Also spar ich mir diesen Stress und lasse es darauf beruhen. Die meisten haben ja schließlich keinen Gold scheißenden Esel im Garten stehen. Dann rate ich den meisten ja lieber etwas zu sparen und zu recherchieren, bevor sie wieder Geld ausgeben, Zeit und Mühe investieren....
Dann gibt es aber noch Menschen, die eben keinen Unterschied sehen zwischen dem, was man unwissend günstig aber leider falsch angeschafft hat und dem, was man billig kauft und wissend in Kauf nimmt, dass man da Mist gekauft hat, aber es ist halt cooler oder praktischer Mist. Klar, ich wäre total dafür, dass wir alle diesen Mist entsorgen und alle höhere Standards anstreben. Aber dann kommt wieder das Problem, dass wir alle finanzielle Grenzen haben, manche haben engere Grenzen als andere, aber unendlich oder unkontrolliert kann keiner von uns seinem Hobby frönen. Also nutzen wir die günstigen Alternativen bis wir Ersatz haben. Das gestehe ich anderen zu, und mir selbst auch. Denn der Fakt bleibt: Ich erwarte nichts von anderen, was ich nicht auch selbst bereit bin zu leisten. 

Es sind noch andere Dinge falsch gelaufen. Man stellt Regeln auf um eine Gruppe zu definieren. Aber man kann sie auch nutzen um eine Gruppe zu teilen. Das war nun das zweite Mal, wo ich dies erlebt habe. Auch wenn mich diese Regelungen nicht unmittelbar selbst betroffen haben, so sehe ich das kritisch. Insbesondere, wenn dann diese Regeln nicht weiter beachtet werden. Auch, dass fadenscheinige Gründe vorgetragen wurden, die einen Teil dazu bewogen haben sich hinter dem Rücken des Rests anderweitig zu bewerben und kurz vor knapp diese Entwicklung erst mitgeteilt haben (wäre ja eh aufgefallen), dass es ja Dinge gibt, die sie stören und man deswegen auch noch extra Veranstaltungen machen möchte - offensichtlich ohne den Rest. Kommunikation hätte helfen können, wären es nicht schon beschlossene Sache gewesen, dass man die Gruppe Teilen wollte. Natürlich sind alle voll in die Falle gelaufen, aber hey, ich persönlich seh das nicht so tragisch. Nachdem es das dritte Mal in Folge derart in der Gruppe gekracht hat, dass sie sich zum zweiten Mal quasi halbiert hat, war die Entscheidung wirklich nicht schwer weiter zu ziehen. Zumal es ja eigentlich schon letztes Jahr klar war.
 Ärgerlich ist natürlich, dass ich nun wieder 3 Jahre im Hobby vergeudet habe (ok, ich habe noch eine andere Gruppe parallel, das ist ein Trostpflaster), und mir zum wiederholten Mal die Lust am Hobby fast vergällt worden ist, dass ich ernstlich überlegt habe es doch lieber sein zu lassen. Ich habe 2001 ganz simpel mit den schlimmsten GroMi Klischees angefangen und mich weiterentwickelt. Und mich von Menschen beeinflussen zu lassen, all die investierte Zeit wegzuwerfen stößt mir mehr als sauer auf.

Ja, mir ist bewusst, dass auch dieses Mal ein Aufschrei durch die Reihen gehen wird. Es werden sich Menschen angesprochen fühlen und vor den Kopf gestoßen fühlen. Aber seien wir ehrlich, ich nenne keine Namen, und ihr wisst ja, wem der Schuh passt und so weiter (-:

Montag, 6. August 2018

Ritterfest im Landesmuseum Mainz 2018

Am 14. und 15.07. 2018 fand im Landesmuseum Mainz ein (Kinder-)Ritterfest statt. Im Innenhof des Museums gab es viele Stationen, an denen die Kinder aktiv mitmachen konnten.

Mit dem Steckenpferd an einem Turnier teilnehmen um ihre Geschicklichkeit zu beweisen, Hau-den-Ritter (variante von Hau den Lukas), Papierschöpfen, Basteln, mittelalterlichen Märchen lauschen, oder eben bei uns sich als Ritter oder Maid verkleiden, mal mit einem richtigen (Schaukampf-)Schwert auf einen Holzbalken einprügeln oder etwas über das Essen im Mittelalter zu erfahren waren alles Möglichkeiten, wie man die kleinen Knappen und Zofen bei Laune halten konnte, an diesem ausgesprochen warmen Wochenende.

Außerdem haben unsere Ritter noch ein einen Schaukampf vorgeführt und ein kleines Schauspiel dargeboten, welches der Aufhänger für die Kinderritterschlacht war. Ja, wir haben Kinder mit Poolnudel-artigen Schwertatrappen ausgestattet und sie durften dann unsere Ritter verhauen - denn sie mussten ja der guten Fabulix helfen ihre Schatztruhe von unseren frechen Raubrittern zurück zu bekommen!

Diese Veranstaltung findet jedes Jahr im Juli im Landesmuseum statt und wir sind auch schon für die kommenden zwei Jahre gebucht worden. Scheinbar gibt die EU Gelder für Kulturveranstaltungen, die aber an bestimmte Themen geknüpft sind. In diesem Jahr war das Thema für ganz Rheinland-Pfalz Essen und Trinken. Wir haben das natürlich auf Essen (und Trinken) im Mittelalter bezogen. Diese Themenbindung war mir bis zwei Wochen vor der Veranstaltung nicht klar.

Wir haben ewas ähnliches in Ehrenbreitstein im Mai mal ausprobiert, was aber eher holprig in meinen Augen schien. Weil ich ein ewiger Besserwisser bin, habe ich natürlich Vorschläge gehabt, was man da vielleicht anders machen könnte. Irgendwie ist das als eine Freiwilligenmeldung aufgefasst worden - jedenfalls fiel mir unverhofft der Stand rund um's Essen und Trinken im Mittelalter zu. Begründet wurde dies damit, dass ich von allen noch das umfassendste Wissen zum Thema hätte. Mag sein, aber ich mag Vorlaufzeit, ich muss Pläne machen, die ich über den Haufen werfen kann! In nur zwei Wochen, in denen ich natürlich auch noch andere Dinge zutun hatte, als mir nur einen Kopf darüber zu machen, habe ich mir dann viele Mögliche Dinge überlegt. Im Nachhinein muss ich sagen, dass es einfach zu viel war. Quasi drei Anlaufstellen zu einem Thema zu haben, wenn man wirklich den Bereich alleine betreuen muss, ist größenwahnsinnig.

Unsere Kochstelle hatte ich als Anschauungsobjekt gedacht, einen Tisch mit verschiedenen frischen Lebensmitteln war als eine Art Quiz geplant und ein Tisch mit vornehmlich trockenen Lebensmitteln was Erklärbärstation. Das Anschauungsobjekt, für das ich extra Kesselsäge und Topf gekauft hatte, hätte ich auch sein lassen können. Ich bin kaum dazu gekommen da irgendwas zu zu sagen. Da die Kochstelle auch sehr im Hintergrund stand, sind dort auch nur die wirklich kleinen Kinder hin gekommen, die gerade so rumlaufen könenn und für die die meisten Sachen noch zu schwierig sind, die aber schon mal mit nem Holzlöffel wild in einem Topf rühren können. Da es nun so gekommen ist, bin ich natürlich schon etwas froh, dass Ilja doch keinen Grappen vorrätig hatte - ich bin mir nicht sicher, ob er die Veranstaltung überlebt hätte. Wirklich beaufsichtigen konnte ich die Kochstelle nämlich nicht.

Meine beiden Tische und die Kochstelle direkt hinter mir.

Hauptsächlich bin ich also zwischen die beiden Tischen gependelt, wo ich entweder etwas erzählt habe über die allgemeine Essenssituation, Haltbarkeit und Haltbarmachung von Lebensmitteln, so wie welche Lebensmittel im Mittelalter schon vorhanden waren in unseren Breitengraden, oder rüber gependelt bin und den Kindern (eher den Eltern) erklärt habe, wie das Quiz funktioniert. In einer großen Molle hatte ich verschiedene Gemüse und Obst und davor waren zwei kleinere Mollen. Die Kinder sollten da raten, welches der Lebensmittel es im Mittelalter bei uns schon gab, und welche wir erst später kennen gelernt haben. Ok, irgendwann hieß es nur noch, welche Sachen davon hat der Ritter schon gegessen? Aber hey, die kleinen haben es größtenteils hinbekommen. Manche haben richtig gut geraten, andere haben einfach sehr gut aufgepasst, wenn ich das Quiz aufgelöst habe und den Familien noch was zu den einzelnen Lebensmitteln erzählt habe. Während dann ein Kind oder manchmal auch zwei oder drei im Team die Lebensmittel sortiert haben - ich habe extra was gemacht, was sie tatsächlich anfassen durften - habe ich am Nachbartisch wieder erklärt warum da nur getrocknete Erbsen, Bohnen, Linsen, Hirse, Dinkel etc. zu sehen ist und keine Milch- oder Fleischprodukte.
 Irgendwann fing der Vortrag dann so an "Könnt ihr euch vorstellen, warum hier nur trockene Lebensmittel sind? Wir haben im Mittelalter ein großes Problem, denn wir haben keinen Kühlschrank und schon mal gar keinen Gefrierschrank. Den Großteil unserer Lebensmittel haben wir im Herbst, aber nicht alles hält sich ein ganzes Jahr. Man kann eine Erdmiete anlegen, dass ist ein Loch im Boden, abgedeckt mit Brettern und einer Schicht Erde und der Grasnarbe, fast schon ein Kühlschrank, oder wenn man Glück hat, hat man einen Keller, aber der reicht auch nicht bis in den Sommer hinein. Wir können bestimmte Lebensmittel trocknen, räuchern, salzen oder sauer einlegen um sie haltbar zu machen... " Dann durften die Leute mal raten oder fragen was überhaupt in den Schälchen ist, an den Gewürzen riechen etc..

Dann liefen da noch Leute vom Fernsehen rum und tatsächlich habe ich in dem kurzen Beitrag für das Regionalprogramm sozusagen eine Sprechrolle. Ich bin mir ziemlich sicher, dass denen egal ist, was ich da erzählt habe, hauptsache man tut es mit genügend Überzeugung *lach*



Und hier noch ein Video von 2017

Freitag, 3. August 2018

Anschaffung neuer Ausrüstungsgegenstände bis 8/2018

Oder wie ich es nennen: Shopping!

Ich bin ja so ein Kandidat, der ewig knapp bei Kasse ist. Ich bin dann immer sehr lange wirklich geizig, bis dann irgendein Event stattfindet, weshalb ich natürlich Gegenstand X oder Y unbedingt brauche. Wahrscheinlich brauche ich ihn dann genauso wenig wie bei den Veranstaltungen zuvor, aber es ist halt ein Fadenscheiniger Vorwand um mal wieder was zu kaufen.
(Keine Frau braucht wirklich das fünfte Paar Ballerinas oder die dritte Shopperhandtasche - sie will sie, und in noch ner Farbe, weil darum!)

Was habe ich mir denn alles so geleistet bisher in diesem Jahr?

  • Da wäre eine kleine Schale aus Horn, ca. 10cm Durchmesser. Schön glatt poliert und ein wahrer Handschmeichler. Da passt nicht viel rein, aber sie ist hübsch und für irgendwas werd ich sie schon gebrauchen ^.^
  • Eine Kesselsäge bzw. Hale. Ich plane ja meine Kochstelle auszubauen und ich wollte unbedingt eine haben. Ob das jetzt die richtige war, kann ich nicht sagen. Sie hat eine 'interessante' Zwischengröße. Vermutlich ist das so ein Teil, dass man besser kauft, wenn man genau weiß, wie viel Abstand zwischen tatsächlicher Feuerstelle und Aufhängungspunkt zu überwinden ist.
  • Außerdem habe ich meiner Kochstelle noch einen 3,5L genieteten Topf gegönnt. Was brauch ich so große Töpfe? Richtig, brauch ich nicht. Der ist schon niedlich. Aber immer noch so halbkugelig, wie mein 2,5L Topf, den ich mir letztes Jahr gekauft habe. Dabei gibts auch einen 3,5L Topf, genietet, der schmaler und höher ist... ich hab ihn aber nicht gefunden.
  • Einen flachen Mörser aus Holz mit Stößel, der gut in der Hand liegt und auch schön verarbeitet ist.
  • Einen hohen Mörser aus Holz mit Stößel, der vermutlich gut in der Hand läge, aber die Verarbeitung gefällt mir nicht wirklich. Die Drechselspuren sind sehr deutlich, besonders eine Vertiefung im Mörser selbst, wo der Stößel nicht dran kommt. Ich habe dieses Mörsermodel schon in besser verarbeitet in der Hand gehabt.
  • Eine gedrechselte Dose aus Birke, teilweise noch mit Rinde. Leider schließt der Deckel nicht so dicht, wie ich das gern gehabt hätte.
  • 4 runde Spanschachteln mit 6cm Durchmesser und 2 runde Spanschachteln mit 8cm Durchmesser für Gewürze. Ich habe zwar diese sehr schicken Birkenrindendöschen, aber die sind doch recht kostenintensiv und es musste was schnelles her.. vor allem günstig.
  • Zwei kaltgeschmiedete Pfannen, wobei ich die größere noch nicht mal eingebrannt habe, die scheint mir echt riesig o.O eine mit 24cm Durchmesser, die andere mit 32cm, gab es im Set. Natürlich keine wirklich handgeschmiedeten etc. Aber ich habe schlicht keine gefunden und hätte die wohl auch nicht bezahlen können ^.^;
  • 4x 10L Faltkanister für die Wasserversorgung. Für feste Kanister wäre kein Platz mehr in meinem Auto, also musste ich so einen Kompromiss eingehen. Sie sind  besser als erwartet, aber nicht vergleichbar mit Waterboy Kanistern o.ä. 
Das wären so die Anschaffungen in diesem Jahr (2018) bisher. Eigentlich wollte ich noch einen Grappen, aber Leider hatte Ilja keinen mehr fertig da und es war auch wirklich kurzfristig.

Alles davon stand irgendwo auf irgendeiner Wunschliste, aber die Prioritäten waren natürlich eigentlich andere. Aber manchmal shoppe ich einfach mal ein paar kleine Sachen und komme auf ne mindestens genauso hohe Rechnung, als wenn ich das eine teure Teil kaufen würde, dass ich eigentlich lieber hätte. Das fällt definitiv in die selbe Kategorie wie die 9,99€ statt 10€ Preise.

Ich mag gerade gar nicht daran denken, was noch alles auf diesen Wunschlisten steht... Ich denke, für diese Saison muss ich dem Kaufrausch einhalt gebieten.

Aber offensichtlich sind es alles Dinge, die für's Kochen oder zumindest sehr nah dran gebraucht werden. Dass liegt daran, dass ich mit einer meiner Gruppen im Landesmuesum Mainz letzten Monat eine Veranstaltung hatte, bei der das Thema Essen war. Wir haben es natürlich auf Essen und Kochen im Mittelalter bezogen. Das Thema ist für ganz Rheinland-Pfalz vorgegeben gewesen für alle Veranstsaltungen, die aus einem bestimmten Topf gefördert werden. Im nächsten Jahr wird das Thema Wein und Weinherstellung sein.

Aus Gründen wurde mir dann der Stand mit dem Essensthema zugedacht. Außerdem haben wir wie im letzten Jahr auch noch Kinder verkleiden / einrüsten gemacht, sowie den stummen Knappen verkloppen.

Und weil ich ja dann das Thema hatte, habe ich mir die Neunaschaffungen völlig rational begründet. Man muss den Kindern doch richtige Töpfe zeigen! Und wie die wirklich aufgehangen waren! Keine chromglänzenden Edelstahlketten mit Ikea S Haken ^.^;; Ok, ich schreibe einen eigenen Eintrag für die Veranstaltung.....

Mittwoch, 2. Mai 2018

Video: Interview auf der historischen Städterechtfeier Gelnhausen 2015

Ein Video über die historischen Städtrechtefeier Gelnhausen 2015.
Zugegeben, das kommt jetzt etwas spät, aber man stolpert ja immer wieder über Links und dergleichen mehr.

Im Hintergrund sieht man mich nadelbinden. Der Interviewer fragt sogar was ich da mache (-;

Bis 2020, wir kommen wieder!

Montag, 22. Januar 2018

Aus meiner Sicht: Mittelalter und Pferd (+Literaturvorschläge)

Die Schnittmenge der im weitesten Sinne im Hobby 'Mittelalter' aktiven und derer, die mit Pferden zutun haben ist wirklich sehr groß. Immerhin leitet sich das Wort 'Ritter' vom reiten ab. Ein Ritter ohne Pferd, der nicht reitet, ist in der mittelalterlichen Kultur undenkbar. Ein Ritter ist ein berittener Krieger, der von alters her die Aufgabe hat seine Mitmenschen zu schützen. Vor anderen Menschen. Hier wird es etwas territorial und überfordert die meisten im Hobby schon.

Aber bleiben wir im hier und jetzt. Wie setzt sich die Mittelalter Szene zusammen? Für unbeteiligte drängt sich immer die Assoziation 'Ritter' und 'Burgfreäulein' auf. 'Ritter' stecken in Vollplattenrüstung, arme Ritter in Kettenhemden und wer sich das nicht leisten kann wird Söldner, da reichen lederne Arm- und Beinschienen. Für die wenigsten gehört aber ein Pferd dazu. Das sind alles 'Fußgänger'. So ein Pferd ist ja schließlich auch ein Kostenfaktor. Und im Gegensatz zur schicken Rüstung nicht nur in der Anschaffung. Das Tier muss gefüttert, untergebracht und gesund erhalten sowie bewegt werden. Und natürlich der zusätzliche Aufwand beim Transport ist nicht zu vernachlässigen.

Trotzdem haben viele Darsteller Pferde. Viel mehr als man auf Veranstaltungen sieht. Dass diese nicht 'mittelalterlich' geritten (was auch immer man sich darunter vorstellen mag) und zur Schau gestellt werden hat sicherlich verschiedene Gründe. Manches Pferd mag nicht für den Trubel, den so eine Veranstaltung mit sich bringt geeignet sein. Vielleicht traut sich der Reiter nicht. Vielleicht hat er keine Transportmöglichkeit.

Und vielleicht macht man sich wirklich Gedanken, wie sinnvoll es ist tatsächlich mit einem Pferd auf dem Lager zu erscheinen. Nimmt man an einem Turnier Teil? Gibt es überhaupt die Möglichkeit als Einzelperson oder Kleinstverband von 2-3 Person an einem Turnier Teil zu nehmen? Ich persönlich würde nicht mit völlig fremden an einem Turnier partizipieren wollen. Wer weiß, was die können oder nicht können? Die meisten Veranstalter werden auf Nummer sicher gehen und professionelle Reitergruppen engagieren. Da es schnell gefährlich werden kann, nicht nur für die Teilnahme, sondern auch für die Besucher, muss man hier Haftung und Maßgaben der Versicherung, so wie der Gemeinde beachten.
Will ich etwas eigenes vorführen? Ein kleines Theaterstück vielleicht? Oder etwas rund um das Pferd und Reiten im Mittelalter erklären anhand praktischer Darbietungen?
Oder will ich stumpf über das Gelände schaukeln auf meinem 'hohen Ross' und in den bewundernden und vielleicht neidischen Blicken der Besucher und anderen Teilnehmern baden?

Mal davon abgesehen, dass so eine Veranstaltung Stress für Mensch und Tier bedeuten kann, kommt der zusätzliche Aufwand und Kosten dazu.

Und seien wir mal ehrlich, von den wenigen Pferden, die auf Veranstaltungen anzutreffen sind, sind noch viel weniger wirklich historisch, wenn schon nicht authentisch, ausgestattet. Western- und Barocksättel sieht man viel, und den dazu passenden Zaum. Aber Hauptsache das Pferd hat eine möglichst bunte, flatternde Kuvertüre an (Gespensterpferde ^_^). Oder immer wieder lustig, selbst zusammengenietete Trensen, die möglichst urig auszusehen haben. Vielleicht versucht der geneigte Reiter es mal mit einem Buch? Ist ja nicht so, als müsste man komplett raten und selbst konstruieren um was historisches ans Pferd zu bekommen. Da gäbe es natürlich Medieval Horse and its Equipment, c.1150-1450 (Medieval Finds from Excavations in London, Band 5). Ist jetzt schon schwieriger, da es auf englisch ist, aber es gibt ja noch andere Publikationen. Wie wäre es mit Pferde im Mittelalter. Instrument oder Statussymbol?: Zur kulturell-gesellschaftlichen Bedeutung eines Tieres und der englischen ritterlich-höfischen Kultur im 12. Jahrhundert oder vielleicht Das ritterliche Turnier im Mittelalter. Beiträge zu einer vergleichenden Formen- und Verhaltensgeschichte des Rittertums. Einundzwanzig Beiträge. Das sind jetzt nur sehr speziell Beispiele, die auf das Thema Pferd und seinen 'Gebrauch' gemünzt sind. Natürlich gibt es noch viele nützliche Informationen in eher allgemein gehaltenen Büchern und in guten Büchern über das Rittertum, Reisen (z.B. Norbert Ohler: Reisen im Mittelalter ) und manche Monographien zu historischen Ereignissen (z.B. Ulrich Lehnart: Die Schlacht von Worringen 1288. Kriegführung im Mittelalter).

Zugegeben, solche Bücher sind nicht immer wirklich billig und manchmal nicht problemlos zu bekommen, wenn sie nicht mehr gedruckt werden, aber gebrauchte Bücher tun nicht weh und sind oft (nicht immer!) günstig zu bekommen.

Trotzdem gibt es aber noch genug Mittelalterdarsteller, die gleichzeitig Reiter und/oder Pferdebesitzer sind und gar nicht vorhaben jemals mit ihrem Pferd an Veranstaltungen Teil zu nehmen, aus allen oben genannten Gründen. Und vielleicht auch nur aus einem. Ich bin eine Frau. Ich kann nicht wirklich glaubhaft einen Ritter darstellen. Ganz ehrlich, ich persönlich finde es auch albern. Emanzipation hat in der Darstellung nichts zu suchen. Dafür gibt es Fantasy, da ist alles möglich. Und es spricht rein gar nichts dagegen beide Hobbys auszuüben. Man muss ja nur trennen können. Schließlich kann man auch mehrere Sportarten ausüben und kommt nicht auf die Idee den Ball beim Volleyball mit dem Fuß zu schießen.
Und da ich nicht der Typ bin vom Pferd herab auf Leute schauen zu müssen (jaja, kann ich auch so ganz gut), ich keine Vorträge oder Demonstrationen zum Thema geben möchte oder kann und meine Teilnahme an irgendwie geartete Theaterstücke an sehr viele Bedingungen geknüpft wäre, ist das Pferd als aktiver Teil meiner Darstellung kein Thema für mich.