Freitag, 19. Juli 2013

Neues Unterkleid (schon wieder)

In einer Woche steht schon die nächste Veranstaltung in Kooperationmit Curia Minor an.

Auf der letzten ist mir mal wieder aufgefallen, wie unschön mein aktuelles ist.
Zwar habe ich ja schon vor einiger Zeit ein anderes genäht, aber dummerweise war ich damals ziemlich großzügig bei den Maßen und es ist mir doch etwas zu groß. Letztlich trage ich es selbst kaum, es dient eher seit Anfang an als Fundusstück. Ich sehe aber auch nicht ein, es jetzt noch groß zu tragen, wo es schon ziemlich verhundst ist.

Viel lieber hätte ich sowieso eins aus feinerem Leinen. Ich hab sogar noch.passenden Stoff, konnte mich nur bisher noch nicht dazu durchringen endlich damit anzufangen. Aber kommende Woche habe ich ja auch Urlaub, da könnte das sogar hinhauen.

Dienstag, 9. Juli 2013

Resümee (Fotos! & Video): "Das Rittertum des 13. Jahrhunderts" (29.-30.06.2013)

Am Wochenende (29.-30.06.2013) fand an der Werburg in Spenge (liegt bei Bielefeld / Herford) "Das Rittertum des 13. Jahrhunderts"  statt. Genau genommen war am Samstag Nachmittag / Abend allgemeiner Aufbau und die Veranstaltung selbst war auf den Sonntag beschränkt. Diese Veranstaltung war unser erstes Zusammenspiel mit der Curia Minor. Das wiederum ist ein Kapitel für sich und soll zu einem späteren Zeitpunkt (extra Blogeintrag) näher erläutert werden.

Bei der Werburg handelt es sich nicht um eine Burg im landläufigen Verständnis. Wer hier dicke, hohe Mauern mit Zinnen sucht, wird nichts dergleichen finden. Hier handelt es sich eher um eine Art Gehöft mit Herrenhaus und Scheune aus Fachwerk.
Unser Lager; Im Hintergrund das Herrenhaus.
Dustin kehrt uns den Rücken (o=

Hier rechts sieht man das Herrenhaus (oder ein Herrenhause? Es gab noch ein weiteres Gebäude, welches wir nicht explizit fotografiert haben). Vor dem Herrenhaus ist der Großteil unseres Lagers zu sehen. Lediglich das Schlafzelt ist rechts außerhalb des Bildes. Hier sieht man unser Banner noch wie auf einer Wäscheleine wehen, da ein Teil unserer Bannerkonstruktion (mal wieder) verschollen ist. Hier in Spenge haben wir aber doch noch das ein oder andere über Banner gelernt. Beispielsweise, dass sie eigentlich aus Siede waren und dass sie zu der von uns dargestellten Zeit lediglich an eine Lanze o.ä. angeknotet wurden und nicht wie eine Standarte an einer quer verlaufenden Strebe stabilisiert wurden. Außerdem wurde uns angeboten unser Banner 'ordnungsgemäß' auf Seide zu übertragen, was wir natürlich dankend angenommen haben. Auf der nächsten Veranstaltung Ende Juli werden wir dann hoffentlich unser seidenes Banner mit Stolz präsentieren können.

Die Scheune, der Reitplatz.
Links sieht man die Scheune. In der Mitte ist ein kleiner Reit- und Vorführungsplatz. Dort wurde die Kleidung des Mittelalters erklärt, sowie die Aufmachung eines Ritters. Das ganze ist richtig schön erklärt worden von Peter, unter Heranziehung des etymologischen Ursprungs des Wortes 'Ritter'. Rund um diesen kleinen Platz fanden sich entlang der Umzäunung kleine Wappenschilde. Leider erinnere ich mich inzwischen nicht mehr so genau wessen Wappen das waren und ob es sich dabei um eine Abfolge im Sinne einer Entwicklung handelt, oder ob es individuelle Wappen unterschiedlicher Träger waren.
Die Kleidung wird erklärt.
In der Mitte dieses kleinen Platzes steht ein Baum. Man sieht hinter dem Baum noch ein weiteres kleines Gebäude, darin befanden sich die sanitären Einrichtungen. Und ich möchte unterstreichen, dass diese sich in einem ausgesprochen gutem Zustand befanden und selbst Am Sonntagabend noch ohne ekel benutzbar waren - und das obwohl um die 3000 (!) Besucher dort gewesen sein sollen.


Die Blide und die Sitzgelegenheiten für die Besucher.
Von unserem Lager aus hatten wir den besten Blick auf die Blide, insbesondere wenn sie abgefeuert wurde (das klingt irgendwie falsch ^^;), da dann  aus Sicherheitsgründen direkt hinter der Blide der Weg geräumt wurde. Auf dem Foto erkennt man auch noch die Biertischgarnituren, wo die Besucher sich bei Kaffe und Kuchen ein wenig ausruhen konnten (o= Unmittelbar rechts neben den Tischen steht die Scheune, wo die Ausgabe der Erfrischungen untergebracht war. Wann immer die Blide in Aktion war, war sie ein Publikumsmagnet.
Die Jungs haben sogar mal einen Durchlauf vom Laden bis zum Feuern der Blide gefilmt. Der Ton ist leider ziemlich dumpf, aber man sieht zumindest die Funktionsweise bzw. Handhabung eines solchen Geräts.
video

Die Kochstelle mit den fleißigen Köchinnen

Im Gegensatz zu unseren normalen Lagern wurde die Verpflegung in Spenge zentral organisiert, d.h. nicht jede Gruppe hat für sich ihr sprichwörtliches Süppchen gekocht, sondern an einer großen Kochstelle wurde das Essen für alle zubereitet, wie man hier links sehen kann.
Zum Frühstück gab es Hirsebrei mit diversen Zusätzen nach Wahl, quasi eine Art Buffet für den Hirsebrei (Pimp-my-Hirsebrei nannte man es scherzhaft). Da sind auch Sachen bei gewesen, wo ich ernstlich einfach nicht drauf gekommen wäre. Neben den üblichen Verdächtigen (Zustaten) wie Manel(splitter), Rosinen und Trockenpflaumen gabs auch Apfelmus, Honig, eingekochte Heidelbeeren (glaube ich zumindest... kleine rote Beeren) und vermutlich noch andere Zutaten, an die ich mich schlicht nicht mehr erinnere. Zum Mittag gab es eine Suppe / Eintopf mit viel Gemüse. Es war irgendein Blattgemüse drin, dass ich nicht identifizieren konnte. Mir schien es war kein Spinat oder Grünkohl, aber wissen tu ich es nicht. Besonders hervorheben möchte ich, wie wunderbar zeitig das mit dem Essen hingehauen hat am Sonntag! So früh habe ich noch auf keinem Lager ein Mittagessen bekommen!

Schach und Würfelspiele werden ausprobiert.
Ein Magnet für's Publikum war auch unsere Spieleabteilung. Das Schachspiel haben wir uns ausgeliehen, da unseres noch in Arbeit ist. Pascal (1. Vorsitzender) gibt sich richtig Mühe und hat die Figuren selbst geschnitzt und ist nun dabei das Spielbrett noch herzurichten. Die Sitzgelegenheiten sind zusammen mit dem Schachspiel ausgeliehen (o= Darüber hinaus gab es noch unterschiedliche Würfelspiele bei uns zu sehen und auszuprobieren, und so eine Art Geschicklichkeitsspiel, wo man einen kleineren Knochen mit dem Handrücken auffangen musste. Leider hat unser Schnurrer nicht mehr so richtig funktioniert. wir haben einfach nicht die richtige Schnur und/oder Technik -.- Der Schnurrer ist ein Knochen von knapp 6cm Länge und Fingerdicke, der in der Mitte ein Loch hat durch welches eine Schnur geführt wird. In der Theorie soll man diese Konstruktion nun mit jeweils einer Hand an den Enden der Schnur halten und in eine Richtung drehen und wenn man dann kurz kräftig an beiden Enden Zieht, soll sich der Knochen in die entgegengesetzte Richtung abwickeln und dabei ein surrendes Geräusch machen. Bisher ist das nur unserem Martin gelungen und kurz darauf riss die originale Schnur - bis jetzt wurde kein adäquater Ersatz gefunden.

Auf der negativen Seite ist zu berichten, dass zwei unserer vier Talglichter leider das Auspacken nicht überlebt haben -.- Die beiden anderen haben dafür aber sehr zuverlässig, lange und erstaunlich hell gebrannt.

Leider haben die Jungs mich nicht beim Brettchenweben fotografiert -.- ich mache das nicht sonderlich oft auf Lagern, da ich mich nicht so gut konzentrieren kann. Meine Borte hat verdammt viele Webfehler erlitten. Ich mauss mal schauen, ob ich diese Borte noch mal ein Stück aufmachen werde, oder schlicht eine neue gleichen Musters anfange. Die meiste Zeit habe ich aber eh an meinem Kleid gewerkelt, da ich zuvor leider nicht damit fertig geworden bin. Ich ärgere mich ein wenig, dass ich auf allen Fotos dieses fürchterliche dunkle Kleid anhabe - das wollte ich längst aussortiert haben.
Vorführung zum Thema Ritter.

Aber, es gab ja noch andere Gruppen zu bestaunen. Einige Fotos möchte ich euch nicht vorenthalten!

Die Lager hinter uns.

Exemplarisch drei Nachbarlager links von uns.
Etwas ungewohnt war es, dass abends relativ schnell Ruhe eingekehrt war und wir entsprechend auffällig laut wirkten mit unserer guten Stimmung. Wir sind halt doch recht gesellige Menschen und mögen es am Feuer zu musizieren (sogar ohne nennenswerte Instrumente). Entsprechend früh war der Rest des Lagers aber am nächsten Morgen auch wieder wach.

Während ich dank Nachtschicht, Überstunden und sonstigem Brass recht wenig geschlafen hatte und das auch eher spät, war mein Biorhythmus völlig kaputt. Ich konnte in der Nacht auf Sonntag nicht schlafen, weil ich einfach noch nicht müde war. Aber nach keinen 3 Stunden erwachte das übrige Lager wieder und dann war es mit Schlaf erst mal vorbei! Den restlichen Tag war ich entsprechend gerädert, obwohl es ab Mittag erst los ging und gegen 15 Uhr war ich schon recht fertig. Ich habe mich noch durchgeschleppt bis zum Abbau und hatte eigentlich vor ein halbes Stündchen im Auto zu powernappen, aber nachdem ich nicht im Stande war mein schönes neues Navi einzuschalten und ich deshalb recht verzweifelt war (ich hätte nie nach Hause gefunden -.-) musste ich doch gleich losfahren und den Jungs im Transporter folgen.
Nachdem irgendwann Köln auf der Autobahn ausgeschildert war, habe ich mich ausgeklinkt - es ging einfach gar nichts mehr. Just an der Raststätte gab es einen McDonalds. Ich beschloss mir eine Packung Fastfood reinzudröhnen und anschließend ein wenig Augenpflege zu betreiben. Als ich zu meinem Menü O-Saft bestellte, war der Junge hinter dem Tresen echt überfordert. Er hat zwei mal nachgefragt, was ich trinken möchte.
Letztlich fiel die Augenpflege doch dürftig aus, dafür war es einfach zu geschäftig. Aber es war genug Ruhe um noch mal Kraft zu tanken und unfallfrei Zuhause anzukommen.
Hier konnte man eine Schreibstube inspizieren, sogar mit Buchmalerei!
Gegen halb elf war ich dann auch endlich daheim, hab noch alles aus dem Auto geschleppt und bin fast auf dem Sofa zusammengebrochen. Nach einer weiteren Pause hab ich mir noch ein schön heißes Bad gegönnt mit entspannendem und wohl duftendem (weil u.a. mit Lavendel *g*) Badezusatz und anschließend hab ich wie ein Baby geschlafen ^^

u.a. der große Standstickrahmen mit einem Motiv aus dem Codex Manesse.









PS: Die meisten Fotos wurden gemacht, bevor die Besucher kamen, weshalb es natürlich etwas leer ausschaut. Aber während der Veranstaltung wollten wir nicht unbedingt mit Digitalkamera rumlaufen.

Freitag, 31. Mai 2013

Resümee: 3. Deutzer Kastellfest 2013

Am vergangenen Wochenende (25.+26.05.2013) fand das 3. Deutzer Kastellfest statt. Der Terra Coloniensis e.V. hat dort zum dritten Mal Teil genommen. Ebenso der Römische Vicus, sowie die Cohors Praetoria. Zusammen haben wir Ausschnitte lebendiger Geschichte zum Anschauen und teilweise auch zum Anfassen präsentiert.

Aufgebaut haben wir, wie meisten, schon am Freitag. Der Aufbautag war etwas turbulent für mich, da ich vormittags noch mit einem Exkursionsseminar durch Köln getigert bin, anschließend in der Seminar-Bib noch was kopieren musste, dann heim und erstmal alles zusammen klauben, packen und das Auto laden. Dann hieß es noch vorm Ausladen eine Runde Handelshof einkaufen und da fiel mir dann siedendheiß ein, dass ich den Baldachin Zuhause vergessen hatte. Ja, wie kann ich den nur vergessen! Den brauchen wir doch! Ja mei, der gehört nicht auf meine reguläre (mentale) Packliste - entsprechend ist mir beim Packen auch nix aufgefallen. Immerhin hab ich an das riesen Paket von Mittelalterartikel.de gedacht. Da waren ein paar Holzschalen, ein Leineneimer, eine Molle, eine Holzschüssel, und ein Tisch für Pascal drin. Dank dem Tisch war es dann auch ein Riesenpaket.

Also kauften wir ein, wobei uns da der ungewisse Verbleib unseres Lagertopfes ein wenig besorgte und so wurde rumtelefoniert was das Zeug hält. Am Ende tauchte er aber auf und wir konnten getrost den Einkauf beenden. Nachdem ich bezahlt hatte (und ein Teil meiner Fracht in Pascals Auto umgeladen wurde) fuhr ich dann also wieder heimwärts um den Baldachin abzuholen, so wie einiger anderer Kleinigkeiten.
Außerdem hatten wir auch kein Feuerholz besorgt. Meine Versuche diesbezüglich scheiterten an der mangelnden Erreichbarkeit gewisser Verwandter meinerseits (o= Aber glücklicherweise haben uns die Nachbarn vom Römischen Vicus für die erste Nacht ausgeholfen. Am nächsten Tag kam Pascal dann mit Holz und Kohle. Die erste Nacht war bitterlich kalt und ich habe die meiste Zeit gebibbert und gezittert, das ich fast Muskelkater davon bekommen hätte. In der Zeiten Nacht war es gefühlt deutlich wärmer - aber ich führe dies auf die simple Tatsache zurück, dass in der zweiten Nacht der Zelteingang geschlossen war, im Gegensatz zur ersten Nacht. Ich werde also zukünftig jeden, der vergisst das Zelt zu schließen mit irgendwas bewerfen, bis er/sie es gelernt hat!

Mir persönlich kam es etwas kleiner vor als im letzten Jahr, was aber vermutlich der veränderten Anordnung einiger Zelte geschuldet ist. Mir ist nicht bekannt, ob es offizielle Besucherzahlen gab (sprich, ob sie überhaupt erhoben wurden), aber gefühlt waren es weniger als im letzten Jahr - auch wenn manche etwas gegenteiliges behaupten. Aber überlegen wir mal, im letzten Jahr waren über 30° und in diesem Jahr haben wir uns gefreut, dass es einfach nicht geregnet hat tagsüber. Ich kann es niemandem verübeln, wenn er sich bei dem Wetter nicht hinterm Ofen her locken ließ.

Das Wetter ist, wie schon mal erwähnt, ein entscheidender Faktor, der zum Gelingen und Gefallen einer solchen Veranstaltung beiträgt. Das Wetter verschlechterte sich zum Samstag Abend hin zusehens und als wir morgens aus dem Zelt krabbelten, bot sich uns ein trüber Anblick, und die nass-kalte Luft hat mich nicht dazu ermuntert schneller meinen gerade gut angewärmte Schlafsack zu verlassen. Letztlich wurde wegen des ungemütlichen Wetters das Kastellfest am Sonntag abgebrochen. Wir haben kaum gefrühstückt, da war das Lager schon halb abgebaut.
Und alle stressen mich da immer so! Ich hab halt viel einzupacken, Mensch! Ich kann halt nicht gewandet anreisen und meine Schlafsachen in einen Kopfkissenbezug stecken und feddisch, ich hab inzwischen zwei Reisetaschen, diverse Körbe, Kisten mit Küchenzeug... Das Auto war voll. Auf dem Rückweg war ja zum Glück das Riesenpaket nicht mehr dabei, da konnte ich ein wenig zumstapeln, dann passt sogar noch der Heinrich ins Auto. Ich denke in der nächsten oder übernächsten Saison benötige ich dann doch ein größeres Auto ^^;

Donnerstag, 16. Mai 2013

Die Sache mit der Rohwolle

Die Entwicklung der Gewandung innerhalb des Terra Coloniensis e.V.s läuft ganz gut. Relativ früh haben wir moderne Stoffe ausgeschlossen und inzwischen wird auch das meiste von Hand genäht. Es geht sogar so weit, dass einige bereits pflanzengefärbte Stoffe verwenden. Auch die Schnitte und Verzierungen sind auf einem guten Weg.

Auch wenn ich gelegentlich ein wenig Wolle spinne und es bereits einige Versuche gab selbst Stoffe zu färben, glaube ich nicht, dass wir auf lange Sicht 'Selbstversorger' in Sachen Gewandung werden.

Aber wie man an den Färbeversuchen und anderen Experimenten vielleicht sieht, gehört es einfach dazu, zumindest mal selbst zu erfahren, mit welchem Aufwand alltägliche Dinge im Mittelalter verbunden waren. Und auch die Vielfalt einiger Materialien selbst zu testen. Was sich alles aus Holz herstellen lässt, dass selbst Knochen und Horn vielseitige Werkstoffe sind und zu guter letzt, welche Formen und Zwecke Wolle erfüllen kann.

Also, die wärmenden Kleidungsstücke sind also aus Wolle. Wollgewebe sind erstaunlich robust und wirken nicht ausschließlich wärmend, sondern eher isolierend. Entsprechend ist ein Wollkleid im Sommer zwar immer noch warm, aber nicht so warm, wie man vielleicht glaubt. Es hält einfach die Wärme des Körpers gut fest. Dummerweise ist so ein Körper bei sommerlichen Temperaturen halt auch ziemlich warm (o=
Bis man aber erst mal bei einem Wollstoff angekommen ist, ist es ein langer Weg, wie ich gerade feststellen muss.

Vor einigen Tagen habe ich 3kg Rohwolle auf eBay ersteigert zu einem ziemlich günstigen Preis. Gewöhnlich kauft man Wolle in 100g Portionen. Meine 3kg haben inklusive Porto 46ct/100g gekostet. So weit so gut. Heute kam dann das Paket an - 3kg wolle brauchen schon etwas mehr Platz  - und als ich den Karton öffnete, sah ich, was Rohwolle direkt vom Schaf bedeutet. Nämlich direkt vom Schaf, so wie es von der Weide kam. Mit getrocknetem Matsch, Kotresten, Gras- und Strohhalmen, Moospartikel, sonstigen Samen und wer weiß was noch. 

Meine Herangehensweise an das erste Päckchen war nicht ideal, das sehe ich inzwischen ein. Ich habe einfach mal einen Teil des Vlies genommen, in der Badewanne ausgebreitet und mit kaltem bis lauwarmen Wasser bis es bedeckt war getränkt. Dann hab ich einfach nur vorsichtig mit der flachen Hand darauf rum gedrückt. Soweit so gut. Natürlich war das Wasser a) sehr schnell schmutzig b) die ganzen Partikel picksen ständig in den Händen und ich habe immer wieder was rausgelesen, aber jetzt weiß ich, dass ich das tunlichst vorm Waschen tun sollte, c) beim Ablassen des Wasser stellte ich fest, dass die Wolle das Wasser ausgezeichnet festhielt. Es lief nur ein geringfügiger Teil ab. So den Schmutz herauszubekommen schien mir eine schier unmögliche Aufgabe. Also habe ich ein wenig nachgeholfen und die Wolle immer wieder ein wenig gepresst. Das war auch noch kein wirkliches Problem. Es folgten noch 2-3 weitere Waschgänge und nachdem ich gesehen hatte, wie gut die Wolle das Wasser hielt, hab ich den Stopfen weggelassen und stattdessen ein Abflusssieb eingesetzt. Ich möchte ja keinen völlig verstopften Abfluss. Als ich jedoch gegen Ende möglichst viel Wasser aus der Wolle haben wollte und ich sie zwar nicht gewrungen, jedoch mit beiden Händen stark zusammengedrückt hab, und ich das Endergebnis sah, schwante mir, ich habe vielleicht gerade eher Füllwolle als Wolle die als Kammzug enden wird fabriziert. Sie schien schon ein wenig verfilzt zu sein. Möglicherweise sah das auch nur so aus, weil sie noch etwas mehr als feucht war und möglicherweise lässt sie sich doch noch kämmen.

Folglich habe ich einiges erstmal zutun mit dem Auslesen von jeglichen Partikel aus der Rohwolle, anschließend werden wohl nur kleinere Portionen gewaschen Außerdem muss ich mir noch was einfallen lassen, wie ich das Zeug wieder trocken bekomme.

Ganz davon ab, bedarf es natürlich erst einmal eines Satzes Wollkämme oder -karden. Ich tendiere eher zu Kämmen. Ich habe da welche gesehen, de sahen richtig gut aus und wenn man ein wenig handwerkliches Geschick hat, sind die Materialkosten vernachlässigbar. Ganz davon zu schweigen, dass sie noch als authentisch durchgehen und ggf. auch auf Lagern Verwendung finden könnten.

Nach dem Verlesen, Waschen, Kämmen und Spinnen, fehlt dann ja nur noch das Weben und ggf. Färben um ganz in Eigenproduktion unsre Kleidung herzustellen (o= Aber ganz ehrlich, das ist mir zu viel Aufwand. Kleine Menge zur Beschäftigung, aber nicht tatsächlich produktiv im Sinne von Produktion.

Montag, 15. April 2013

Fingerflechten / Fingerloop mit Muster (Foto)

Nach langem überlegen, habe ich heute endlich mal ausprobiert eine Schnur mit einem durchgehenden Muster zu flechten. Ich entschied mich für ein längs gestreiftes Muster.

Die Anleitung dazu findet man hier. Allerdings sage ich gleich dazu, ich finde die Anleitung umständlich und schwer verständlich. Man könnte sagen nicht benutzerfreundlich. Letztlich habe ich das ganze mehr durch die Bilder, als den Text nachvollziehen können - wobei die Bilder / Diagramme meines Erachtens nach auch nicht unbedingt eindeutig sind. Dazu kommt, dass im Text die Finger mit Buchstaben bezeichnet werden, in der Zeichnung jedoch die Farben mit Buchstaben codiert sind. Wenn dann also die Rede von A right oder AR ist, ist der Zeigefinger rechts gemeint.

Gerade fand ich erst die Erklärung, was mit REV (reversed) gemeint war. Ich musste mir das ganze gerade mit Hilfe meiner Finger erst mal verdeutlichen o.O An sich ist das Prinzip echt nicht kompliziert, aber das zu erklären dafür um so mehr, wie mir scheint.
Es wird quasi die Richtung angegeben, von der man mit dem jeweils greifenden Finger in eine Schlaufe fassen soll (vereinfacht gesagt). Ich war vorher davon ausgegangen, dass das beim Flechten egal sei, aber bei gemusterten Schnüren mag das wieder anders sein.

Am Anfang fand ich es kompliziert. Ich war immer gewohnt mit dem Zeigefinger einer Hand die unterste Schlaufe (auf dem kleinen Finger) der anderen Hand zu greifen. Ich konnte das ohne hinzuschauen oder auch nur darüber nachzudenken. Für dieses Bändchen das aussieht wie eine gaaaanz lange Spanienflage, ist die Griffreihenfolge eine andere. 
Hier greift man mit dem leeren Zeigefinger der rechten Hand durch zwei (!) andere Schlaufen  (benachbart auf Mittel- und Ringfinger) der selben Hand um dann die unterste Schlaufe (auf dem Ringfinger) der linken Hand zu greifen. die vormals mittlere Schlaufe der linken Hand wandert runter und man greift mit dem Mittelfinger durch diese Schlaufe um die vorletzte Schlaufe (Ringfinger) der rechten Hand zu nehmen und auf den Mittelfinger zu ziehen. Zuletzt tauscht man einfach die unterste Schlaufe (kleiner Finger) der rechten Hand mit der obersten Schlaufe (Zeigefinger) der linken Hand. 

Dazu sollte man sagen, dass alle Schlaufen, die nicht 'nur' getauscht werden von der selben Farbe sind. in der Anleitung sind die beiden Schlaufen, die getauscht werden sollen in zwei unterschiedlichen Farben. Ich habe sie beide in gelb genommen.
Im Foto links sieht man die drei Streifen: Rot-Gelb-Rot. 

Letztlich, wenn man die ersten 3-4 Durchläufe hinter sich gebracht hat, geht es ganz gut. Ich musste aktiv daran denken die zwei Schlaufen am Ende auch wirklich zu tauschen. Und manchmal kam der Reflex durch einfach nur die unterste Schlaufe durch eine Schlaufe zu ziehen, statt durch beide benachbarten Schlaufen. Aber nach den nächsten 5 Durchläufen war auch das kein nennenswertes Problem mehr. Die Entschlüsselung der Anleitung war deutlich herausfordernder (o= Nun bleibt nur noch die ideale Spannung beim Festziehen jeder Schlaufe herauszufinden.

Auffällig ist, dass die Struktur (ich möchte hier jetzt nicht 'Muster' sagen, aus hoffentlich offensichtlichen Gründen) eine andere ist, als bei den 'Standardschnüren' die ich sonst flechte. Das trägt wohl der geänderten Reiheinfolge Rechnung. Letztlich ist es wieder eine ganz andere Flechttechnik als die simple, die ich bisher angewendet hab.

Ich bin aber jedes Mal wieder erstaunt, dass Leute überhaupt auf die Idee gekommen sind Schlaufen zu machen und diese dann in bestimmten Mustern zu verflechten - statt den einzelsträngen z.B.

Was ich allerdings besonders bedauere ist die Tatsache, dass ich vor einiger Zeit mal über eine deutsche Seite gestolpert bin, die sehr schöne Bilder und eine leicht verständliche Anleitung (soweit ich sie überflogen habe) für gemusterte, fingergeflochtene Schnüre anbot, ich diese Seite jedoch nicht gespeichert habe - und bisher nicht wieder finden konnte.



Donnerstag, 28. März 2013

Zum Thema Körperhygiene

Das Thema wird ja recht unterschiedlich in der Szene gesehen. Allgemein scheint aber die Meinung vor zu herrschen, dass der Mensch im Mittelalter gestunken habe. Außerdem führt man ja auch das vermeintlich niedrige Lebensalter auf diverse Gebrechen und Krankheiten zurück, die von mangelnder Körperhygiene resultieren.

Andererseits gab es, in manchen Städten zumindest, Verordnungen, die vorschrieben, Lehrlinge seien einmal pro Woche früher zu entlassen, um den wöchentlichen Besuch im Badehaus zu ermöglichen.

Dank eines akuten Wasserrohrbruchs habe ich gerade kein heißes Wasser. Als ich mir eben meine Haare unter dem Wasserhahn wusch, verging mir alles.

Ich betrachte dies als Selbstversuch in Sachen mittelalterlicher Körperhygiene.
Bedenkt man, dass fließendes Wasser allein schon nicht vorhanden war in menschlichen Behausungen, so kommt erschwerend hinzu, dass alles Wasser an sich nur geringfügig wärmer ist als die Lufttemperatur. Im Winter gibt es entsprechend womöglich gar kein Wasser, sondern nur Eis.
Im Anbetracht dieser Temperaturen, weiß ich nicht, ob ich zweimal täglich dieses Ordal auf mich nehmen würde. Erstmal muss das Wasser rangeschafft werden und dann ist es auch noch eisig kalt? Nein, eher nicht! Ich weiß nicht mal, ob ich mir das einmal täglich zumuten würde.

Von daher, kann ich mir doch wieder vorstellen, dass die Menschen im Mittelalter u.a. ein wenig nach Schweiß gerochen haben werden.
Darüber hinaus halte ich es für unwahrscheinlich, dass schon regulär für alle Bevölkerungsschichten Seife für die Körperpflege benutzt wurde oder überhaupt bekannt war.

Freitag, 8. Februar 2013

Projekt: Rotes Kleid V

Nun, das Kleid habe ich jetzt schon etwas über zwei Saisons getragen. Es war an sich ein fertiges Kleid. Aber so richtig glücklich war ich nie damit. Es war immer ein Produkt von Zeitdruck, etwas unsauber gearbeitet, der untere Saum war nicht mal versäubert. Darüber hinaus habe ich inzwischen beschlossen nicht mehr mit dem Leinenfaden zu nähen bzw. wenigstens nicht mehr damit zu versäubern, da das insgesamt unsauber aussieht.

Nachdem ja nun die Magdcotte fertig ist und diese erfolgreich komplett von Hand genäht war, habe ich beschlossen mein Rotes Kleid noch mal komplett von vorn zu nähen.
Das fordert natürlich, dass ich die Nähte auftrenne... Ich hab zwar jetzt wo ich krank bin Zeit, aber das auftrennen ist extrem aufwändig o.O es hat mich gute 1,5h gekostet, alleine einen Ärmel aufzutrennen und alle  Garnreste zu entfernen. Wenn ich mir überlege, wie viele Nähte das Kleid noch hat, bereue ich es fast, mit dem Überarbeiten überhaupt angefangen zu haben.

Die Frage ist natürlich, ob ich das Kleid bis Ostern wieder fertig habe.

Und wo ich es gerade hier auf dem Schoß liegen habe: ich sollte zumindest den Saum mal waschen, bevor ich es vernähe - der ist ganz schön schmutzig. Der Hexenturm war schmutziger als die Waldwege rund um die Abtei am Lacher See.

Nun, nach dem überarbeiten wird das Kleid vermutlich dann doch ein Stückchen enger als vorher. Aber es war mir eh etwas zu weit und ich denke, ich kann die Länge der Ärmel und des Saums dann endlich mal anpassen. Ich denke ja, dass das Kleid anschließend besser aussehen wird  - anderfalls würde ich mir ja nichtr die Mühe machen, gell?

Donnerstag, 7. Februar 2013

Leben (=Inhalte) für die Vereinshomepage... demnächst irgendwann.

Durch den Kontakt mit Leuten, die an unserem Verein interessiert sind, kam mir immer wieder das Gefühl, die Seite benötige mehr Leben. Den ein oder anderen Artikel im Jahr kann man wohl nicht als zu viel verlangt deklarieren.

Ich denke, ich werde demnächst mit gutem Beispiel voran gehen, und endlich den Artikel über das Mittelhochdeutsche ausarbeiten. Der liegt auch schon was länger als Entwurf rum.

Die Wahrheit ist, dass der Vortrag - und die Seminare die ich anno dazu mal dazu besucht habe - schon verdammt lang her sind, und ich das alles noch mal aufarbeiten müsste T_T
Ist vermutlich genauso viel Arbeit, wie meine Hausarbeit zum Kreditwesen im Mittelalter massentauglich zu machen

Auch über das mittelalterliche Rechtssystem (oder die eigentliche Abwesenheit eines Systems) könnte ich was schreiben. Oder über die Medizin im Mittelalter - ich habe da ein echt interessantes Seminar zu besucht ^.^

Es ist ja nicht so, als gäbe es keine Themen nur meine persönliche Zeiteinteilung und Motivation sind als hinderliche Faktoren zu nennen. Davon abgesehen, dass sich auch die übrigen Mitglieder daran beteiligen könnten.

Außerdem könnten wir die Linkliste mal überarbeiten.

Darüber hinaus, wie ich schon bemerkte, haben wir ja sogar einen YouTube Channel. Wir könnten also auch Videos selbst drehen und veröffentlichen, oder passende Playlisten erstellen.

Montag, 21. Januar 2013

Vereinsfinanzen

Ich bemühe mich ja, mit der Buchführung des Vereins. Aber im Prinzip ist es ein Stochern im Dunklen. So viele Dinge, die man instinktiv meint zu wissen und alles ist so leicht... Dann liest man verschiedene Schlagworte, und die machen auch irgendwie schon Sinn, aber wie es en Detail dann ausgeführt wird, ist wieder was ganz anderes. Sobald das Thema Steuer berührt wird, tanzt alles Limbo.

Weitestgehend habe ich alles tabellarisch festgehalten, die Belege / Kassenzettel / Quittungen gesammelt. Aber wie ich z.B. meine Tabelle mit meinen Kassenzetteln in Verbindung bringe, weiß ich nicht. Also ICH weiß welcher Kassenzettel zu was gehört, aber ein unabhängiger Prüfer könnte da ggf.  schon Schwierigkeiten haben. Andererseits verstehe ich meine Gehaltsabrechnung gegen Ende des Jahres auch nie so richtig und man sollte ja meinen, dass da Jahre lange Erfahrung seitens der Ersteller dem entgegen wirken sollte.

Wie dem auch sei, auf meiner immer währenden Quest nach besser verständlichen Mustern, Erklärungen und handfesten, verbindlichen Hintergrundinformationen, stolperte ich über Know-how für Vereine, die auch Tages- und Abendseminare anbieten zu verschiedenen Themen in Sachen Buchführung und Vereinsführung. Und ich denke ernstlich darüber nach an dem Buchführungsseminar Teil zu nehmen, zumal es auch in Köln abgehalten wird.

Dienstag, 8. Januar 2013

Projekt: Magdcotte II

Beim Zuschneiden des Stoffs für die Magdcotte ist mir aufgefallen, dass die Vorder- und Rückseite recht schmal zu sein schien... Leider fiel mir dies erst auf, als ich schon alle anderen Teile zugeschnitten hatte. 

Hatte ich anfänglich vor dieses Kleid in ca. XL zu schneidern, ist es nun bestenfalls M, ein großausfallendes M wenn wir Glück haben.

Dieser Fehler ist mir schon mal Unterlaufen. Das kommt davon, wenn man länger nichts näht, dann rostet das Köpfchen ein. Ich habe die Dreiminensionalität des Körpers völlig außer Acht gelassen und nur an die Schulterbreite gedacht. Bei Männern kann man dafür noch halbwegs kompensieren.
Um den XL Effekt zu erzielen hatte ich die Keile an der Seite gleich an der Achsel angesetzt. Außerdem waren die Keile auch recht breit oben, breite,r als ursprünglich geplant - was nun ein wenig mehr Raum gibt. Aber ich fürchte, von einem XL sind wir sehr sehr weit entfernt.

Darüber hinaus, wenn Vorder- und Rückseite so schmal sind, können auch die Keile nur eine bestimmte Breite haben, sonst wird es unförmig. Insgesamt wirkt sich das auf die Schrittweite aus, die nun bei ca. 90cm liegt. Mit dem Kleid wird niemand rennen... Ich könnte vorne und hinten noch Keile einsetzen um wenigsens etwas Beinfreiheit zu schaffen...  Aber ich will erst mal sehen, wie sich das Kleid am lebenden Objekt macht, dann kann ich immer noch verbesserungen vornehmen.

Ich muss noch den linken Arm und Keil einsetzen und anschließend diese Nähte sowie den unteren Saum versäubern. Und die Blende für den Kragen... Alle anderen Nähte sind bereits versäubert. Dieser Stoff ist in Leinwandbindung gewebt und fusselt sehr leicht und ich wollte nicht, dass mir die Nähte ausfransen.

Das ganze ist von Hand genäht mit wollweißem Wollfaden. Die Stiche zum Versäubern der Nähte sieht man auf der rechten Seite kaum, hauptsächlich da, wo ich den Faden fester gezogen hatte. Zumindest die Nähte sind zu meiner vollen Zufriedenheit, wenn schon nichts anderes.

Ich arbeite halt am besten allein... /=