Mittwoch, 5. Juni 2019

Lagerresümee: Burgfest Rotenhain 2019 (Fotos)

Am 1. & 2. Juni 2019 habe ich (allein!) auf dem Burgfest in Rotenhain gelagert. Ich war 2017 schon mal dort mit einer Gruppe. Es ist eine eher kleine Veranstaltung, sowohl vom Lager her, als auch was den Markt betrifft. Der historische Anspruch ist entsprechend kein vordergründiges Kriterium. Also ein durchaus geeigneter Rahmen um das Sololagern auszuprobieren. Sollte es nicht so rund laufen, wäre es unauffällig genug, sollte es super laufen, kann ich vielleicht sogar positiv auffallen. Und in jedem Fall eine gute Gelegenheit um Erfahrungen zu sammeln.

Das Burgfest Rotenhain war auch ein Termin, der mir vorgeschlagen wurde nach meinem Aufruf wegen freier Termine. Leider war dann derjenige, der mich mit ins Boot geholt hat selbst kurzfristig verhindert, aber dafür lagerten dort auch noch andere Menschen, die ich kannte. Allerdings gefühlt am anderen Ende des Lagerplatzes.

Aber es kam, wie es immer kommt, hier noch was zu erledigen, da keinen Katzensitter, noch ums Pferd kümmern und misten und schwups, statt Mittwoch oder Donnerstag erst Samstag Vormittag aufgebaut. Das war schon ärgerlich. Dazu kam noch, da ich dann ob der Abwesenheit meines Bekannten nicht unter deren Sonnensegel unterschlupf suchen konnte, musste ich noch sehr schnell geeignete Pfosten für mein eigenes Sonnensegel besorgen. Mein Experiment mit den 2m Stangen auf dem Brandenburgfest im letzten Jahr waren ja eher nicht so erfolgreich. Also habe ich einen sehr kurzfristigen Aufruf in einigen Facebook Gruppen gestartet, ob nicht der eine oder die andere bereit wäre ihren Maibaum zu spenden. Die Bereitschaft war groß, vor allem in den umliegenden Dörfern. Aber ich war dann erstmal den halben Freitag damit beschäftigt Bäume auf 3m Häppchen zu sägen und aufs Dach zu spannen. Anschließend musste ich ja noch zum Pferd, duschen, Auto beladen und vor Sonnenuntergang in Rotenhain sein - war der Plan. Ich war beim Pferd als ich eigentlich schon wieder weg sein wollte. Und Zuhause war ich, als ich eigentlich in Rotenhain ankommen wollte. Das Auto war beladen als ich eigentlich anfangen wollte vor meinem fertigen Lager endlich was leckeres als Abendessen zu kredenzen... Man sieht, da besteht noch offensichtlicher Optimierungsbedarf..

Jedenfalls ist das schon ein logistischer Mehraufwand wenn ich ganz alleine unterwegs bin. Siehe Sonnensegel, Kochstelle nebst Utensilien. Jetzt habe ich zwei Bündel Stangen auf dem Dach und ich muss sagen 3m sind auch wirklich so das Maximum, dass ich per Dachgepäckträger transportieren sollte / könnte. Mein nächstes Auto wird sowas von ein Kombi, oder vergleichbares. Ein Dacia Logan wäre nicht verkehrt. Vermutlich werde ich aber über lange Sicht trotzdem nicht um einen Hänger rum kommen. Das ist aber ein Thema, dem ich mich stellen werde, wenn es so weit ist.

Auf jeden Fall habe ich gemerkt, dass ich noch einen Tisch benötige und eine Bank o.ä.
Ich liebäugle mit einem Tisch von Mittelalterartikel.de - den würde ich von den Dimensionen her noch ins Auto bekommen. Vielleicht sogar auch noch eine von deren Bänken.  Aber insgesamt ist natürlich immer eine Wunschliste vorhanden, die ich wohl nie abgearbeitet bekommen werde.

Der Aufbau ging ganz gut. Zum Aufstellen der Steher im Zelt habe ich mir kurz Hilfe geholt. Als ich das Sonnensegel aufstellen wollte, hat sich ein Nachbar erbarmt. Jedoch habe ich danach festgestellt, dass die Art wie ich es aufgebaut hatte nicht sonderlich nützlich war. Selbst ich hätte mich ducken müssen. Nachdem ich es asymmetrisch aufgebaut hatte, war es erstaunlich geräumig unter meinem kleinen 3x4m Sonnensegel. Am Sonntag habe ich es noch mal optimiert mit zwei weiteren Seilen im hinteren Ende, damit es nicht so durchhängt. Der Wind hatte ganz schön auf meine Plane geblasen und die drückte mir dann beim Frühstück schon auf den Kopf. Selbstverständlich hat das geholfen um sofort Abhilfe zu schaffen. Und ich muss sagen, unter dem Sonnensegel war es schön erträglich, während es im Zelt eher stickig heiß war.

Auch kein Plan mit den drei Holzstämmen (naja, Ästen) für die Kochstelle hat gut funktioniert. Vielleicht kann ich irgendwann diese Wok ähnliche Feuerschale gegen was passenderes austauschen - sollte ich irgendwann mal ein besseres Transportmittel haben.

Mein Mini SUV ist ja wie immer an der Kapazitätsgrenze gewesen - und ich finde doch jedes Mal doch noch eine Möglichkeit noch was unter zu bekommen. Nur um das mal kurz zu illustrieren:

Hier Vorder- und Rückseite meines kleinen Lastenmobils. Trotz spiegelnder Scheiben sieht man, dass man nichts im Rückspiegel sieht. Baby (Name meines Autos) ist bis unter die Decke voll.
Selbst im Beifahrerfußraum habe ich einen Sack Feuerholz, auf dem Sitz einen Korb mit Frischen Lebensmitteln, mein Nähkörbchen (den Henkel sieht man von vorn gerade so). Für einen Passagier wäre also kein Platz.
 Und hier noch mal die Seitenansicht. Schön sind die Kisten und Boxen erkennbar, und natürlich die Stangen auf dem Dach. Die Kunststoffboxen verschwinden unter meinem Feldbett (ja, kein Steckbett, ein schöndes Feldbett), weshalb der Eindruck was alles wirklich in diesem kleinen Auto verschwindet gar nicht ausreichend von einem Lagerfoto gewürdigtwerden kann.

Leider ist mir beim Beladen Zuhause die Beleuchtungsbox aus dem Auto gefallen als ich an anderer Stelle gedeut habe. Dabei ist meine Öllampe zerbrochen. Alles andere hat es unbeschadet überstanden. Da ich die Öllampe schon ewig nicht benutzt habe, war das nicht sooooo dramatisch. Aber ich habe jetzt noch das eklige pflanzliche Lampenöl, weswegen ich die Lampe so lange nicht verwendet habe XD Was für eine Ironie!



Aufgebaut sah das ganze dann so aus. Natürlich erkennt man jetzt nicht so unglaublich viel. Es war schwierig alles auf einem Bild einzufangen. Da ich am äußersten Rand der Lagerwiese aufgebaut habe - wer zu spät kommt, malt halt zuletzt - sieht man da das Flatterband und das parkende Auto.
Die Wiese durfte nicht mehr befahren werden und ich hätte mir ein Wölfchen geschleppt T_T. Dafür entfiel das Auto wegbringen und holen, da mein Auto wirklich direkt neben meinem Lager stand. Nicht unbedingt schön, aber durchaus Praktisch und mein innerer Kontrollfreak hatte das Auto immer im Blick.

Und dann noch ein paar Nahaufnahmen von meinen 'Auslagen' / Displays, die ich mal testweise versucht habe auszustellen. Ohne genügend Stellfläche und anverwandtes war das nicht so leicht.
Display zur Ernährung inkl. Geschirr

Eine kleine Sammlung Accessoires und Gebrauchsgegenstände

Beispielhaft Unterkleid und Kleider von einer Magd, nebst dem einen oder anderen Accessoire.

Da ich am Samstag Besuch hatte, habe ich dann für uns beide gekocht. Natürlich hat es mal wieder länger gedauert - zugegeben auch weil ich mich anderswo verquatscht habe. Das ging dann von meiner Zeit ab, da ich sonst bei Bekannten mit in den Zuber hätte hüpfen können. Stattdessen habe ich im dunklen Gemüseeintopf gekocht. 
Das hat mich schwer an vergangene Zeiten erinnert, wo wir eigentlich immer gesagt haben, wir wollten nicht erst so spät essen und wer auch immer für's Kochen zuständig ist, soll es gefälligst besser timen! Ja mi, plan das mal besser, verdammt! Und ich war so hungrig, dank des ganzen heckmeck hatte ich nur schnell auf der Anfahrt was vom Bäcker geholt. Das hält ja auch nicht ewig vor.

Also mal wieder viel gelernt. Beim nächsten Mal wird es anders. Nicht zwingend besser, aber anders ^.^;




Montag, 14. Januar 2019

Freie Termine 2019

Im Zuge der Trennung haben sich bei mir freie Termine ergeben. Bevor ich den schon genehmigten Urlaub zurückgebe, stelle ich mal in den Raum, dass ich an den folgenden Terminen garantiert Urlaub habe und potentiell bereit stehe an Mittelalterveranstaltungen teilzunehmen.


  • 29.05. - 02.06.2019 (Mi.-So.; Donnerstag = Christi Himmelfahrt )
  • 12.07. - 14.07.2019 (Fr. - So. Da ich den Donnerstag vorher nicht frei habe, kann ich erst Freitag Abend anreisen & aufbauen)
  • edit: 19.07. - 21.07.2019 (Fr. - So.)
  • 02.09. - 08.09.2019 (Mo. - So.)

Natürlich erwarte ich keine Veranstaltung, die eine Woche geht im September (-; Ich werde schon im Juni eine Woche in Thüringen auf der Brandenburg lagern. Daneben stehen auch noch zwei andere Termine fest an.

Wer noch Platz für eine Person (einfache Darstellung 12./13. Jh.) mit einem 3x5m Sachsenzelt (+ Vordach, ggf. mit kleinem Sonnensegel 3x4m) hat an einem oder mehreren dieser Termine, möge sich bitte bei mir melden. Anschluss an eine nette lagernde Gruppe wäre schön, ist aber nicht zwingend erforderlich. Ich bin ausgestattet mit eigener Küche und kann mich selbst versorgen. Also keine Angst, niemand muss mich durchfüttern. Auch die Alkoholvorräte sind vor mir sicher. Ich beschäftige mich mit Handarbeit und zeitgemäßer Zubereitung von Mahlzeiten. 

Organisatorische Informationen wie Auf- und Abbauzeiten, ggf. (Müll-)Kaution, was vom Veranstalter gestellt wird (Holz? Stroh? Sonstiges?), Vorgaben (Feuerstelle? Abstand von Feuerschale zu Boden? Verhältnis Feuerlöscher zu Zelt / Feuerstelle?) wären vorab wünschenswert.

Veranstaltungen an anderen Terminen stehe ich auch offen gegenüber, jedoch müsste ich zunächst Urlaub beantragen, ehe ich irgendwelche Zusagen machen kann. Innerhalb der Schulferien in NRW wird es jetzt schwierig noch Urlaub genehmigt zu bekommen.
Bitte keine Anfragen für MPS oder ähnliche Veranstaltungen. Meine Schmerzgrenze liegt bei mehr als 3h Fahrzeit von Köln/Bonn aus (ca. 250km Umkreis um den Flughafen).

Für folgende Termine brauchen keine Anfragen gestellt werden, da ich bereits verplant bin:

  • 19.04. - 22.04.2019
  • 17.05. - 19.05.2019
  • 15.06. - 23.06.2019


Vielen Dank für die Aufmerksamkeit

Mittwoch, 12. Dezember 2018

Abgrenzen, ausgrenzen, ausschließen... Freiheit!

Im Grunde meines Herzens bin ich ja doch ein Optimist. Man mag es vielleicht nicht glauben, aber unter all den sarkastischen, pessimistischen und vielleicht teils misanthropischen Äußerungen schlummert ein unbelehrbarer Optimist in mir. Wir hassen uns.
Dieser Optimist in mir, hat trotz meines schon letztes Jahr gezogenen Fazits mich dazu bewogen es diese Saison doch noch mal mit der besagten Gruppe zu probieren. - Spoileralarm! - Ich habe die Saison nicht bis zum Schluss durchgezogen. Zugegeben, eigentlich aus hauptsächlich finanziellen Gründen, die auch nach sich zogen, dass mein Auto nicht ganz ... sagen wir optimal unterwegs ist. Ich spreche hier von Risiken, die ich nicht bereit bin einzugehen, wie bsw. dass die Bremsen gemacht werden mussten und mein Auto ja eh immer kurz vor der Überladung ist, wenn ich auf dem Weg zu Veranstatlungen bin... ^_^;;; Jedenfalls mussten deshalb die letzten beiden Veranstaltungen ausfallen dieses Jahr. Und aus schon genannten Gründen tat es mir aber auch gar nicht so leid darum. Ok. Im September war ich auch fast komplett krank geschrieben verletzungsbedingt, aber da hatte ich schon aus finanziell / sicherheitstechnischen Gründen abgesagt XD

Aber die kurzfristige Entwicklung innerhalb der Gruppe hat mich dann endlich dazu bewegt mich aus der Komfortzone zu entfernen. Eher gesagt hat die Gruppe sich zweigeteilt und ich habe mich dem Teil der Gruppe angeschlossen, der quasi ausgeschlossen wurde. De Facto wurde ich ebenso ausgeschlossen, nur deckt die Begründung, die gegeben wurde mich nicht mit ab. Aber ich erkenne einen Zaunpfahl, wenn er mir vor den Kopf geschlagen wird.

Aber kein Problem, ich bin ja ebenso ein kleiner Trampel, der es liebt mit Zaunpfählen zu wedeln.

Meine Ansage mit den Perlen vor andere Säue habe ich größtenteils einhalten können. Meine ungefragten Tipps habe ich auf ein Minimum reduziert und selbst bei Nachfrage habe ich mich zurückgehalten. Denn, seien wir doch ehrlich, die Fragen sind alle nur rhetorisch. Die Informationen, die dadurch erhalten werden spielen überhaupt keine Rolle, wenn sie nicht die bereits vorhandene Vorstellung untermauern. Am Ende wird doch der ursprüngliche Plan umgesetzt. Das ist schön, aber verschwendet doch bitte nicht meine Zeit dafür! Ich versuche jedem eine möglichst richtige Antwort zu geben und entgegen der Vorstellung mancher Menschen weiß ich nicht spontan alles, was es so zu den knapp 1000 Jahren Mittelalter zu wissen gibt.Das bedeutet, dass ich schon mal was nachschlagen / recherchieren muss. Wenn ich aus Unmut schon antworte "Keine Ahnung" (und weil ich es eben spontan auch echt nicht weiß) kommen gleich so missmutige Reaktionen, als würde ich den Leuten das schulden. Sorry, versucht es doch mal selbst herauszufinden. Bücher beißen in der Regel nicht. Internetrecherche kostet erstmal nix extra. Nein warte, solche Menschen kann man nicht alleine auf das Internet los lassen. Die springen doch auf jeden Blog, der irgendwas Fantasy mäßiges behandelt.

Das ist der Moment, wo ich echt verwundert bin. Klar, Ausgrabungsberichte sind trocken und vielleicht nicht jedermann zugänglich. Aber selbst Wikipedia bietet inzwischen mehr Wissen, dem ich eher vertrauen würde, als manchen Klischees die manche Menschen im Internet verbreiten und leider noch viel mehr glauben, weil es so schön bequem ist. Und weil es so schön bequem ist, fragen wir einfach mal mi! Mi erzählt gerne, dann ist sie beschäftigt und wir haben unsere gute Tat für den Monat getan... oder so stell ich mir das manchmal vor.
Auch schön, wenn manche ein Häppchen Informationen haben und sich da wahnsinnig viel drauf einbilden. So viel anderes, dass ich nicht weiß, aber wenigstens weiß ich das und ha! der andere weiß das nicht! Also bin ich viel besser als der. Sicher, diese Haltung kann nerven, wenn andere den Besserwisser raushängen lassen - das kann man nutzen und diesen Menschen anzapfen, wie man es bie mir versucht hat - oder man kann es neiden und sich eben an jedem bisschen, dass der andere nicht weiß aufhängen und erfreuen.

Diese Haltung gibt es wirklich. Du hast meine Fehler gefunden, also suche ich nach deinen Fehlern. Wenn da ein eklatantes Gefälle besteht, also einer mehr offensichtliche Fehler hat als der andere, muss man sich an den wenigen Fehlern die man findet besonders erfreuen. Auch wenn der andere nicht gesagt hat, dass er perfekt ist, trifft dies zu. Das ist im übrigen dieselbe Kategorie wie das mit dem "dann darfst du nicht mit dem Auto zur Veranstaltung fahren" und "dann musst du auch die mittelalterliche Sprache sprechen". 100% ist unmöglich. Wenn 100% nicht gehen, dann ist es auch egal. Und genau deswegen halte ich auch das, was wir machen für zwei verschiedene Hobbys. Manche halten es für eine Beleidigung oder bösen Willen, wenn ich sagen Mittelalter Campen, aber ich mein das nicht böse. Ich mein das nicht mal abfällig. Es ist einfach nur eine Beschreibung von dem, was diese Menschen machen. Verkleidet campen. Sie haben Spaß daran und das sei ihnen auch gegönnt. Aber der ganze Rest (Recherche, Handarbeit, Handwerk, Präsentation von Wissen etc.), der für mich eben zum Hobby gehört, ist nicht Teil von dem was ihnen Spaß macht, gehört für sie nicht zum Hobby und da sollte der Unterschied doch gleich auffallen, oder? Nicht dasselbe Hobby.

Da sich auch der Wissensstand immer wieder ändert und es wohl nie einen finalen Wissenstand geben wird, keinen Punkt, an dem die Geschichtswissenschaft, die Archäologie etc. sagen wird, "So, jetzt wissen wir alles, haben alles gefunden und haben alles erklärt. Hiermit erklären wir das Thema für abgeschlossen", ist das Hobby auch ständig in Bewegung. Wissen veraltet. Ausrüstung veraltet entsprechend. Das heißt also, die Entwicklung hört nie auf. Man ist nie fertig mit seiner Darstellung und das ist auch ein Teil, der mir am Hobby gefällt. Anderen ist das lästig. Und genau an diesem Punkt werde ich mich zukünftig darstellungstechnisch von anderen Trennen. Wem das lästig ist, mit dem werde ich im Hobby keinen Spaß haben, ist leider so.

Also, halten wir fest, ich bin eine ewige Nörglerin, sarkastisch, pessimistisch, ein kleiner Misanthrop etc. pp. aber selbst ich kann an mir halten, wenn Leute unpassende Ausrüstung haben. Ich sage es ihnen zu Anfang. Ich versuche es aber nicht ständig immer wieder zu wiederholen und den Leuten unter die Nase zu reiben. Also, da wäre noch Luft nach oben, sollte ich mich dazu entschließen völlig ungenießbar werden zu wollen XD Ich merke Dinge an, wenn solche Menschen Neuanschaffungen tätigen wollen, die zugegeben meistens ignoriert werden (wozu fragen solche Menschen überhaupt? o.O), gebe dann wieder meinen Kommentar ab, wenn es ein Griff ins Klo war, und dann geht es weiter wie bisher. Ich gehe aber nicht hin und verbiete Leuten ihre schon angeschafften Sachen zu benutzen. ich würde es vielleicht gerne, denn dann würden sie sich vielleicht mit der Materie auseinandersetzen und möglicherweise tatsächlich vor ihrer nächsten Neuanschaffung nachdenken... aber seien wir ehrlich, dass ist auch nur dummes Tagträumergewäsch T_T. Also spar ich mir diesen Stress und lasse es darauf beruhen. Die meisten haben ja schließlich keinen Gold scheißenden Esel im Garten stehen. Dann rate ich den meisten ja lieber etwas zu sparen und zu recherchieren, bevor sie wieder Geld ausgeben, Zeit und Mühe investieren....
Dann gibt es aber noch Menschen, die eben keinen Unterschied sehen zwischen dem, was man unwissend günstig aber leider falsch angeschafft hat und dem, was man billig kauft und wissend in Kauf nimmt, dass man da Mist gekauft hat, aber es ist halt cooler oder praktischer Mist. Klar, ich wäre total dafür, dass wir alle diesen Mist entsorgen und alle höhere Standards anstreben. Aber dann kommt wieder das Problem, dass wir alle finanzielle Grenzen haben, manche haben engere Grenzen als andere, aber unendlich oder unkontrolliert kann keiner von uns seinem Hobby frönen. Also nutzen wir die günstigen Alternativen bis wir Ersatz haben. Das gestehe ich anderen zu, und mir selbst auch. Denn der Fakt bleibt: Ich erwarte nichts von anderen, was ich nicht auch selbst bereit bin zu leisten. 

Es sind noch andere Dinge falsch gelaufen. Man stellt Regeln auf um eine Gruppe zu definieren. Aber man kann sie auch nutzen um eine Gruppe zu teilen. Das war nun das zweite Mal, wo ich dies erlebt habe. Auch wenn mich diese Regelungen nicht unmittelbar selbst betroffen haben, so sehe ich das kritisch. Insbesondere, wenn dann diese Regeln nicht weiter beachtet werden. Auch, dass fadenscheinige Gründe vorgetragen wurden, die einen Teil dazu bewogen haben sich hinter dem Rücken des Rests anderweitig zu bewerben und kurz vor knapp diese Entwicklung erst mitgeteilt haben (wäre ja eh aufgefallen), dass es ja Dinge gibt, die sie stören und man deswegen auch noch extra Veranstaltungen machen möchte - offensichtlich ohne den Rest. Kommunikation hätte helfen können, wären es nicht schon beschlossene Sache gewesen, dass man die Gruppe Teilen wollte. Natürlich sind alle voll in die Falle gelaufen, aber hey, ich persönlich seh das nicht so tragisch. Nachdem es das dritte Mal in Folge derart in der Gruppe gekracht hat, dass sie sich zum zweiten Mal quasi halbiert hat, war die Entscheidung wirklich nicht schwer weiter zu ziehen. Zumal es ja eigentlich schon letztes Jahr klar war.
 Ärgerlich ist natürlich, dass ich nun wieder 3 Jahre im Hobby vergeudet habe (ok, ich habe noch eine andere Gruppe parallel, das ist ein Trostpflaster), und mir zum wiederholten Mal die Lust am Hobby fast vergällt worden ist, dass ich ernstlich überlegt habe es doch lieber sein zu lassen. Ich habe 2001 ganz simpel mit den schlimmsten GroMi Klischees angefangen und mich weiterentwickelt. Und mich von Menschen beeinflussen zu lassen, all die investierte Zeit wegzuwerfen stößt mir mehr als sauer auf.

Ja, mir ist bewusst, dass auch dieses Mal ein Aufschrei durch die Reihen gehen wird. Es werden sich Menschen angesprochen fühlen und vor den Kopf gestoßen fühlen. Aber seien wir ehrlich, ich nenne keine Namen, und ihr wisst ja, wem der Schuh passt und so weiter (-:

Montag, 6. August 2018

Ritterfest im Landesmuseum Mainz 2018

Am 14. und 15.07. 2018 fand im Landesmuseum Mainz ein (Kinder-)Ritterfest statt. Im Innenhof des Museums gab es viele Stationen, an denen die Kinder aktiv mitmachen konnten.

Mit dem Steckenpferd an einem Turnier teilnehmen um ihre Geschicklichkeit zu beweisen, Hau-den-Ritter (variante von Hau den Lukas), Papierschöpfen, Basteln, mittelalterlichen Märchen lauschen, oder eben bei uns sich als Ritter oder Maid verkleiden, mal mit einem richtigen (Schaukampf-)Schwert auf einen Holzbalken einprügeln oder etwas über das Essen im Mittelalter zu erfahren waren alles Möglichkeiten, wie man die kleinen Knappen und Zofen bei Laune halten konnte, an diesem ausgesprochen warmen Wochenende.

Außerdem haben unsere Ritter noch ein einen Schaukampf vorgeführt und ein kleines Schauspiel dargeboten, welches der Aufhänger für die Kinderritterschlacht war. Ja, wir haben Kinder mit Poolnudel-artigen Schwertatrappen ausgestattet und sie durften dann unsere Ritter verhauen - denn sie mussten ja der guten Fabulix helfen ihre Schatztruhe von unseren frechen Raubrittern zurück zu bekommen!

Diese Veranstaltung findet jedes Jahr im Juli im Landesmuseum statt und wir sind auch schon für die kommenden zwei Jahre gebucht worden. Scheinbar gibt die EU Gelder für Kulturveranstaltungen, die aber an bestimmte Themen geknüpft sind. In diesem Jahr war das Thema für ganz Rheinland-Pfalz Essen und Trinken. Wir haben das natürlich auf Essen (und Trinken) im Mittelalter bezogen. Diese Themenbindung war mir bis zwei Wochen vor der Veranstaltung nicht klar.

Wir haben ewas ähnliches in Ehrenbreitstein im Mai mal ausprobiert, was aber eher holprig in meinen Augen schien. Weil ich ein ewiger Besserwisser bin, habe ich natürlich Vorschläge gehabt, was man da vielleicht anders machen könnte. Irgendwie ist das als eine Freiwilligenmeldung aufgefasst worden - jedenfalls fiel mir unverhofft der Stand rund um's Essen und Trinken im Mittelalter zu. Begründet wurde dies damit, dass ich von allen noch das umfassendste Wissen zum Thema hätte. Mag sein, aber ich mag Vorlaufzeit, ich muss Pläne machen, die ich über den Haufen werfen kann! In nur zwei Wochen, in denen ich natürlich auch noch andere Dinge zutun hatte, als mir nur einen Kopf darüber zu machen, habe ich mir dann viele Mögliche Dinge überlegt. Im Nachhinein muss ich sagen, dass es einfach zu viel war. Quasi drei Anlaufstellen zu einem Thema zu haben, wenn man wirklich den Bereich alleine betreuen muss, ist größenwahnsinnig.

Unsere Kochstelle hatte ich als Anschauungsobjekt gedacht, einen Tisch mit verschiedenen frischen Lebensmitteln war als eine Art Quiz geplant und ein Tisch mit vornehmlich trockenen Lebensmitteln was Erklärbärstation. Das Anschauungsobjekt, für das ich extra Kesselsäge und Topf gekauft hatte, hätte ich auch sein lassen können. Ich bin kaum dazu gekommen da irgendwas zu zu sagen. Da die Kochstelle auch sehr im Hintergrund stand, sind dort auch nur die wirklich kleinen Kinder hin gekommen, die gerade so rumlaufen könenn und für die die meisten Sachen noch zu schwierig sind, die aber schon mal mit nem Holzlöffel wild in einem Topf rühren können. Da es nun so gekommen ist, bin ich natürlich schon etwas froh, dass Ilja doch keinen Grappen vorrätig hatte - ich bin mir nicht sicher, ob er die Veranstaltung überlebt hätte. Wirklich beaufsichtigen konnte ich die Kochstelle nämlich nicht.

Meine beiden Tische und die Kochstelle direkt hinter mir.

Hauptsächlich bin ich also zwischen die beiden Tischen gependelt, wo ich entweder etwas erzählt habe über die allgemeine Essenssituation, Haltbarkeit und Haltbarmachung von Lebensmitteln, so wie welche Lebensmittel im Mittelalter schon vorhanden waren in unseren Breitengraden, oder rüber gependelt bin und den Kindern (eher den Eltern) erklärt habe, wie das Quiz funktioniert. In einer großen Molle hatte ich verschiedene Gemüse und Obst und davor waren zwei kleinere Mollen. Die Kinder sollten da raten, welches der Lebensmittel es im Mittelalter bei uns schon gab, und welche wir erst später kennen gelernt haben. Ok, irgendwann hieß es nur noch, welche Sachen davon hat der Ritter schon gegessen? Aber hey, die kleinen haben es größtenteils hinbekommen. Manche haben richtig gut geraten, andere haben einfach sehr gut aufgepasst, wenn ich das Quiz aufgelöst habe und den Familien noch was zu den einzelnen Lebensmitteln erzählt habe. Während dann ein Kind oder manchmal auch zwei oder drei im Team die Lebensmittel sortiert haben - ich habe extra was gemacht, was sie tatsächlich anfassen durften - habe ich am Nachbartisch wieder erklärt warum da nur getrocknete Erbsen, Bohnen, Linsen, Hirse, Dinkel etc. zu sehen ist und keine Milch- oder Fleischprodukte.
 Irgendwann fing der Vortrag dann so an "Könnt ihr euch vorstellen, warum hier nur trockene Lebensmittel sind? Wir haben im Mittelalter ein großes Problem, denn wir haben keinen Kühlschrank und schon mal gar keinen Gefrierschrank. Den Großteil unserer Lebensmittel haben wir im Herbst, aber nicht alles hält sich ein ganzes Jahr. Man kann eine Erdmiete anlegen, dass ist ein Loch im Boden, abgedeckt mit Brettern und einer Schicht Erde und der Grasnarbe, fast schon ein Kühlschrank, oder wenn man Glück hat, hat man einen Keller, aber der reicht auch nicht bis in den Sommer hinein. Wir können bestimmte Lebensmittel trocknen, räuchern, salzen oder sauer einlegen um sie haltbar zu machen... " Dann durften die Leute mal raten oder fragen was überhaupt in den Schälchen ist, an den Gewürzen riechen etc..

Dann liefen da noch Leute vom Fernsehen rum und tatsächlich habe ich in dem kurzen Beitrag für das Regionalprogramm sozusagen eine Sprechrolle. Ich bin mir ziemlich sicher, dass denen egal ist, was ich da erzählt habe, hauptsache man tut es mit genügend Überzeugung *lach*



Und hier noch ein Video von 2017

Freitag, 3. August 2018

Anschaffung neuer Ausrüstungsgegenstände bis 8/2018

Oder wie ich es nennen: Shopping!

Ich bin ja so ein Kandidat, der ewig knapp bei Kasse ist. Ich bin dann immer sehr lange wirklich geizig, bis dann irgendein Event stattfindet, weshalb ich natürlich Gegenstand X oder Y unbedingt brauche. Wahrscheinlich brauche ich ihn dann genauso wenig wie bei den Veranstaltungen zuvor, aber es ist halt ein Fadenscheiniger Vorwand um mal wieder was zu kaufen.
(Keine Frau braucht wirklich das fünfte Paar Ballerinas oder die dritte Shopperhandtasche - sie will sie, und in noch ner Farbe, weil darum!)

Was habe ich mir denn alles so geleistet bisher in diesem Jahr?

  • Da wäre eine kleine Schale aus Horn, ca. 10cm Durchmesser. Schön glatt poliert und ein wahrer Handschmeichler. Da passt nicht viel rein, aber sie ist hübsch und für irgendwas werd ich sie schon gebrauchen ^.^
  • Eine Kesselsäge bzw. Hale. Ich plane ja meine Kochstelle auszubauen und ich wollte unbedingt eine haben. Ob das jetzt die richtige war, kann ich nicht sagen. Sie hat eine 'interessante' Zwischengröße. Vermutlich ist das so ein Teil, dass man besser kauft, wenn man genau weiß, wie viel Abstand zwischen tatsächlicher Feuerstelle und Aufhängungspunkt zu überwinden ist.
  • Außerdem habe ich meiner Kochstelle noch einen 3,5L genieteten Topf gegönnt. Was brauch ich so große Töpfe? Richtig, brauch ich nicht. Der ist schon niedlich. Aber immer noch so halbkugelig, wie mein 2,5L Topf, den ich mir letztes Jahr gekauft habe. Dabei gibts auch einen 3,5L Topf, genietet, der schmaler und höher ist... ich hab ihn aber nicht gefunden.
  • Einen flachen Mörser aus Holz mit Stößel, der gut in der Hand liegt und auch schön verarbeitet ist.
  • Einen hohen Mörser aus Holz mit Stößel, der vermutlich gut in der Hand läge, aber die Verarbeitung gefällt mir nicht wirklich. Die Drechselspuren sind sehr deutlich, besonders eine Vertiefung im Mörser selbst, wo der Stößel nicht dran kommt. Ich habe dieses Mörsermodel schon in besser verarbeitet in der Hand gehabt.
  • Eine gedrechselte Dose aus Birke, teilweise noch mit Rinde. Leider schließt der Deckel nicht so dicht, wie ich das gern gehabt hätte.
  • 4 runde Spanschachteln mit 6cm Durchmesser und 2 runde Spanschachteln mit 8cm Durchmesser für Gewürze. Ich habe zwar diese sehr schicken Birkenrindendöschen, aber die sind doch recht kostenintensiv und es musste was schnelles her.. vor allem günstig.
  • Zwei kaltgeschmiedete Pfannen, wobei ich die größere noch nicht mal eingebrannt habe, die scheint mir echt riesig o.O eine mit 24cm Durchmesser, die andere mit 32cm, gab es im Set. Natürlich keine wirklich handgeschmiedeten etc. Aber ich habe schlicht keine gefunden und hätte die wohl auch nicht bezahlen können ^.^;
  • 4x 10L Faltkanister für die Wasserversorgung. Für feste Kanister wäre kein Platz mehr in meinem Auto, also musste ich so einen Kompromiss eingehen. Sie sind  besser als erwartet, aber nicht vergleichbar mit Waterboy Kanistern o.ä. 
Das wären so die Anschaffungen in diesem Jahr (2018) bisher. Eigentlich wollte ich noch einen Grappen, aber Leider hatte Ilja keinen mehr fertig da und es war auch wirklich kurzfristig.

Alles davon stand irgendwo auf irgendeiner Wunschliste, aber die Prioritäten waren natürlich eigentlich andere. Aber manchmal shoppe ich einfach mal ein paar kleine Sachen und komme auf ne mindestens genauso hohe Rechnung, als wenn ich das eine teure Teil kaufen würde, dass ich eigentlich lieber hätte. Das fällt definitiv in die selbe Kategorie wie die 9,99€ statt 10€ Preise.

Ich mag gerade gar nicht daran denken, was noch alles auf diesen Wunschlisten steht... Ich denke, für diese Saison muss ich dem Kaufrausch einhalt gebieten.

Aber offensichtlich sind es alles Dinge, die für's Kochen oder zumindest sehr nah dran gebraucht werden. Dass liegt daran, dass ich mit einer meiner Gruppen im Landesmuesum Mainz letzten Monat eine Veranstaltung hatte, bei der das Thema Essen war. Wir haben es natürlich auf Essen und Kochen im Mittelalter bezogen. Das Thema ist für ganz Rheinland-Pfalz vorgegeben gewesen für alle Veranstsaltungen, die aus einem bestimmten Topf gefördert werden. Im nächsten Jahr wird das Thema Wein und Weinherstellung sein.

Aus Gründen wurde mir dann der Stand mit dem Essensthema zugedacht. Außerdem haben wir wie im letzten Jahr auch noch Kinder verkleiden / einrüsten gemacht, sowie den stummen Knappen verkloppen.

Und weil ich ja dann das Thema hatte, habe ich mir die Neunaschaffungen völlig rational begründet. Man muss den Kindern doch richtige Töpfe zeigen! Und wie die wirklich aufgehangen waren! Keine chromglänzenden Edelstahlketten mit Ikea S Haken ^.^;; Ok, ich schreibe einen eigenen Eintrag für die Veranstaltung.....