Montag, 20. April 2020

Der Winter 9/2019 - 3/2021 - oder das Jahr ohne Saison dank Corona.

Eigentlich hätte über Ostern der Einstand in die Saison 2020 stattfinden sollen. Aber nachdem sich in Asien Ende 2019 ein neuer Virus ausgebreitet hat und Bis März 2020 den weg auch unfehlbar in den Rest der Welt gefunden hat. Corona hat seitdem alles fest in seinem Griff. Erstaunlicherweise wurde hier im Gegensatz zu schon bekannten Grippewellen gleich durchgegriffen:

  • Schulen wurden geschlossen
  • die meisten Geschäfte wurden geschlosse
  • Fitness Studios, sonstige Sportstätten bleiben geschlossen
  • und selbstverständlich wurden so ziemlich alle Veranstaltungen, Konzerte o.ä. abgesagt oder verschoben
  • selbst die Wertstoffhöfe der Abfallbeseitigungsbetriebe wurden geschlossen.
Daraus folgt ein mehr an Freizeit für einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung, weniger Möglichkeiten diese zu gestalten, plus ein wirtschaftlicher Druck durch Verdienstausfälle bei genau diesen Menschen durch ein deutlich geringeres Kurzarbeitergeld - wenn sie Glück haben. Selbstständige, Kulturschaffende, Familien wo der Alleinverdiener dadurch “wegbricht“, stehen am Rande des Abgrundes. Auch enorm viele Marktleute, deren Einkommen von Veranstaltungen abhängt müssen nun sehen wo sie bleiben.

Ich bin glücklicherweise nicht davon betroffen wirtschaftliche Ausfälle zu erleiden. Aber natürlich habe ich nun eingereichten und bewilligten Urlaub für Veranstaltungen, den ich nun eher verprasse.

Langsam setzt die Erkenntnis ein, dass ich nun meine Ausrüstung bis auf weiteres einmotten kann. Diesen Winter habe ich gar nicht wie sonst alles eingelagert, sondern wie über die Saison in der Wohnung verteilt. Ich habe noch nicht einmal den Dachgepäckträger vom Auto montiert 🙈.
Das wäre dann ja langsam angebracht.

Aber wie der Titel schon sagt, da die Saison 2020 wohl komplett ausfallen wird (lassen wir uns überraschen), ist der Winter bzw. der Zeitraum von “Das machen wir im Winter“ extrem lang. Ich schätze mal von September bis 2019 bis März 2021 😂. Natürlich habe ich bisher noch gar nichts gemacht von der ewigen Liste. 

Ich aktuell auch eher zurückhaltend was neue Ausrüstung etc angeht, da mein Auto dem Getriebeschaden mit großen Schritten entgegen läuft. Ohne Auto ist das Hobby ja eher schwierig zu bestreiten. Dann müsste ich wohl auf eine realistische Darstellung einer Pilgerin umsatteln 😅.

Also, auf alles einzulagern! Nachdem ich letzten Sommer das kleine Zimmer umgeräumt und quasi in ein Mittelalter Lager(raum) gewandelt habe, ist das noch alles was befremdlich.

Freitag, 20. September 2019

Resümee: 1. (mittelalterlicher) Zunftmarkt in der Burg Nideggen 2019

Achtung! Schleichwerbung. Beitrag enthält Links. (-;

Am 14. und 15. September habe ich auf dem ersten mittelalterlichen Zunftmarkt an bzw. in der Burg Nideggen geholfen. Bekannte  und Mitglieder aus meiner Mittelalter Gruppe Malleus Paganorum betreiben noch eine Eventagentur namens 3P - Past Present Promotions, welche diesen Markt organisiert haben.

Das war ein Versuch um zu sehen, ob sich eine solche Veranstaltung etablieren kann. Nehmen die Besucher das an? Lohnt sich der Aufwand? In diese Richtung. Im Mai findet zwar schon seit Jahren eine Veranstaltung statt samt Lager, jedoch ohne nennenswerten Markt. Diese Veranstaltung bezieht ihre Teilnehmer hauptsächlich aus dem Ritterconvent.

Es war etwas schwierig, da noch zwei andere Veranstaltungen am Ort stattfanden (in Nideggen, nahe der Burg), die zusätzliche Besucher anlocken könnten oder monopolisieren. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, ob oder wie die Werbung für die Veranstaltung aussah, aber für einen ersten Versuch fand ich die Menge an Besuchern gar nicht schlecht.

Wir drei Mädels und ein Vater und Sohn Gespann, welches fleißig geschmiedet hat, waren etwas abseits des restlichen Marktes sodass mein Eindruck nicht repräsentativ gewesen sein muss. Wir haben einen Kinderarmbrustschießstand, eine Bogenbahn und das Karten Legen betreut.

Für mich fühlte es sich nicht wie ein Markt an, aber auch nicht wie ein Lager. Eine Art Hybrid, zumal der Großteil der Teilnehmer sich ebenfalls aus dem Ritterconvent rekrutierte und man sich natürlich kannte. Das trägt positiv zur Geselligkeit nach Feierabend bei.

Es sollte ein Handwerkermarkt sein, wo der Besucher auch gleichzeitig einen Einblick in die historischen Handwerke haben konnte. Es war kein 08/15 Markt mit Silberschmuck für jedwedes Level von Gothic, Gruftie, oder Emo, keine billig in China produzierten Kinderspielsachen aus fragwürdigem Holz, keine Epoxidharzdrachen, keine Pseudopiraten Outfits.

Mein Verständnis des Konzepts ist, dass das Vorführen des Handwerks, die teilweise Andersartigkeit der Werkzeuge und der eigentliche Arbeitsprozess von Hand im Vordergrund stehen sollten und die Produkte als Ware eher ein nettes Beiwerk, mit einer Funktion ähnlich den Souvenirs in stark touristisch erschlossenen Urlaubszielen.

Wir hatten einen Täschner, der Beutelchen, Gürteltaschen und Repliken der Ronneburg Tasche anbot und vor Ort fertigte. Einen Schildmacher, der seine Rohlinge anbot, die nur noch darauf warteten das Wappen seines zukünftigen Trägers zu erhalten, Töpferer aus Langerwehe, Stoffdruck zum selbst ausprobieren, Buntmetallbearbeitung, Einen Stand, der vornehmlich gedrechselte Holzartikel anbot. Einen Gürtelmacher, einen Steinmetz.... Ich bin gar nicht dazu gekommen mir alle Stände im Detail anzusehen, auch wenn es nur eine kleine Veranstaltung war.

Leider sind die Bilder, die ich selbst gemacht habe irgendwie nicht so aussagekräftig :-/

Wir hoffen, dass die Veranstaltung Anklang gefunden hat und sich als wiederkehrendes Event etablieren und wachsen kann.

Freitag, 16. August 2019

Lagerbeleuchtung III - Kerzenziehen II - Flohmarkt I (Fotos)

Anmerkung: Ich verwendet römische Zahlen um Folgeeinträge zu bestimmten Themengebieten zu ordnen und die Zusammengehörigkeit zu kennzeichnen.

Der Grund, weshalb ich überhaupt am vergangenen Wochenende die Ritterspiele in Freudenberg besucht habe, war ja, dass ein Bekannter gedrechselte Kerzenständer nach Fund in Facebook angeboten hatte. Da Beleuchtung ja ein Dauerthema ist, konnte ich da nicht anders als zuschlagen. Zumal sie erschwinglich waren und ich natürlich gerne für Handarbeit auch bezahle.
Die Frage war nun, abholen oder per Post zuschicken lassen. Ach, was soll der Geiz, der Westerwald ist nicht die Welt entfernt! Und einige meiner Freunde wohnen ja zudem eh in der Ecke. Warum das also nicht mit einem Besuch kombinieren? Nun wollten meine Freunde aber just an dem Tag die Ritterspiele in Freudenberg besuchen. Ist ja auch da in der Umgebung. Also meine Kerzenhalter abgeholt und dann weiter nach Freudenberg.

Sind sie nicht hübsch? Ich bin ja ganz verliebt! M. Meinte, ich müsste ja jetzt nur noch dazu passende Kerzen finden. Natürlich sind 55mm Kerzen jetzt nicht so exotisch... aber hübscher sähen sicherlich Bienenwachskerzen aus. Als ich nach solchen Kerzen gesucht habe, ist mir auch die Lust wieder vergangen. Stattdessen habe ich nach Bienenwachs gesucht und die Idee mit dem Kerzen selber ziehen wieder in Erwägung gezogen. Wie zu erwarten, ist Bienenwachs natürlich nicht günstiger geworden seitdem ich zuletzt hier darüber berichtete. Aber ich fand ein zumindest akzeptables Angebot auf eBay.
Dochte könnte ich durchaus fingerloopen aus Leinengarn - ist ja nicht so, als hätte ich nicht noch den ein oder anderen Kilometer davon - und schon könnte ich Kerzen ziehen! Ja gut, ein geeignetes Behältnis für den flüssigen Wachs muss gefunden werden. Ich grüble, welche Art Konservendose wohl am passendsten wäre. Da nun scheinbar doch eher dickere statt lange Kerzen gefragt sind, wird wohl eine der 08/15 Eintopfdosen ausreichen, vielleicht eine Nummer größer, mehr muss es aber nicht sein, oder?

Viel interessanter wäre doch eher, wie ich den Wachs flüssig zu halten gedenke. Vermutlich im Wasserbad auf der Herdplatte. Und wie der Produktionsaufbau insgesamt gestaltet wird. Sinnig wäre es, mehrere Kerzen in Serie zu ziehen. Am Besten mit einer Vorrichtung wo die Kerzen zwischendurch kurz auskühlen können zwischen den einzelnen Tauchgängen. Das kann ich mir durchaus vorstellen. Ich hatte auch schon fast 2kg Bienenwachs auf eBay gekauft. Nächsten Monat vielleicht.
Außerdem habe ich auf eBay ebenfalls ein Angebot gefunden von bereits gebrauchsfertigen Talg im Eimer. Ich erinnere mich nicht, was der Talg vom Schlachter damals gekostet hat, aber allein die Arbeit das auszulassen und quasi zu klären wäre mir das Geld wert. Also dann doch ein paar passende Talglichtsschalen bei Ilja bestellen.
Dieses Kleid.
 Foto: Gut Schiff 2010

Außerdem hatte ich das Treffen mit meinen Freunden dazu genutzt eines meiner Kleider - mein aller erstes - an eine Freundin zu verkaufen. Ich habe es in den letzten Jahren eh nicht getragen, da es mir doch ein wenig kurz war. Der neuen Besitzerin könnte es genau richtig lang sein. Ich bin gespannt, wie es an ihr aussieht. Lustigerweise war auch eine Freundin dabei, der ich mein zweites Leinenunterkleid verkauft hatte. Nachdem ich die lernen musste, dass Leinen Trotz vermeintlich versäuberten Nähten ausfranst und ich die Ärmel noch Mal komplett auftrennen und neu nähen müsste, waren die Ärmel etwas eng geworden und ich war zu genervt um es nochmal aufzutreiben und anzupassen. Aber Meine Freundin passte auch von der Länge besser in das Kleid, also für beide eine Win-Win Situation

Montag, 12. August 2019

Resümee Tagesgast: Ritterspiele Freudenberg 2019

Am vergangenen Sonntag (11.08.2019) war ich mit Freunden und Bekannten auf bei den Ritterspielen in Freudenberg (nahe Siegen). Das war wahrscheinlich die erste Veranstaltung seit über 10 Jahren für die ich tatsächlich Eintritt bezahlen musste. Natürlich nur den reduzierten Preis für gewandete, aber komisch war es schon.

Wir waren Ca. 5h da. in der Zeit haben wir zwei Turniere mitbekommen, die reiterlich sicher solide waren, aber eben Show. Es waren eben Reiterspiele im “mittelalterlichen Gewand“. Saustechen, Roland treffen, Ringe stechen, eine Axt AIF nehmen und im Galopp in der Wendung auf einem Holzblock einschlagen, so was in der Art. Die Kuvertüren waren von sehr unterschiedlicher Machart und Qualität und die Mehrheit der Reiter waren Reiterinnen. Auch bei der Siegerehrung waren viele Ritterinnen geehrt worden, die vermutlich bei Spielen zu Fuß ihr Können bewiesen haben. Insgesamt schien mir dies eine sehr emanzipierte Veranstaltung zu sein.

Am Sonntag haben sich die Besucherzahlen in Grenzen gehalten, da wir auch vom Unterstand des Gastronomiebereichs aus noch einen zumindest eingeschränkten Blick auf das Geschehen auf dem Turnierplatz hatten.

Gastronomisch gab es durchaus Abwechslung, wenn auch nichts so kompliziertes wie Eintopf oder irgendwelche Pfannengerichte. Würstchen, Verschiedene Backwaren, die üblichen Fladen, so was in der Art.

Einen wirklichen Markt habe ich darin nicht gesehen. Einige Lagernde hatten ein kleines Angebot an Waren dabei, aber keiner der Händler machte einen vornehmlich kommerziellen Eindruck. 

Die Lager selbst haben einen vergleichsweise soliden Eindruck gemacht. Vielleicht keine absoluten Authentiker, aber es sind mir zumindest keine absoluten GroMis aufgefallen.  Es war etwas weitläufig, da scheinbar einige Gruppen kurzfristig abgesprungen sind, aber noch lange nicht so übersichtlich wie die Veranstaltung in Rietberg. 

Mittwoch, 24. Juli 2019

Lagerresümee: 1. Rietberger Mittelalterspektakulum 2019

Am vergangenen Wochenende (19. - 21.07.2019) fand das 1. Rietberger Mittelalterspektakulum statt. Wie der Name vermuten lässt, in Rietberg. Ich hatte noch nie von dieser Stadt gehört zuvor, also hatte ich es, nachdem ich ein Inserat auf Facebook bezüglich noch offener Lager- und Händlerplätze an einem meiner freien Termine gesehen hatte, erstmal per Google Maps nachgeschaut, wo das überhaupt ist. Das Städtchen liegt etwa auf halber Höhe zwischen Bielefeld und Paderborn, 185 km von mir (Niederkassel, zwischen Köln und Bonn) entfernt. Das ist ja nicht die Welt, dachte ich mir, knapp 2h Fahrzeit. Und ich bin sowohl auf dem Hin- als auch dem Rückweg ohne Stau durch gekommen, trotz gefühlt 30 Baustellen.

Die Veranstaltung fand IM Landesgartenschaupark statt. Mir war bis dahin nicht klar, dass die Landesgartenschau auch in kleineren Städten stattgefunden hat, aber hey... Die Anlage ist auf jedenfall ganz hübsch und hat insbesondere für Familien mit Kindern viel zu bieten. Spielplätze, Rutschentürme, einen Wasserspielplatz und unglaublich viele große Legosteine. Also schon riesige Legosteine (die 8er Steine waren ca. 30cm lang und 7cm hoch). Und die Kinder haben damit in einem Tempo gebaut... da wurden ganze Städte gebaut und wieder eingerissen und neu gebaut keinen Meter entfernt. Oder eben 20 Meter weiter und dann wurden die Steine in einem Tempo darüber geschafft, das hatte was von Ameisen. Ich hatte einen perfekten Blick auf dieses Treiben, da mein Lagerplatz quasi ganz außen, vom eigentlichen Geschehen abgewandt lag.

Mein Lagerplatz war sowieso etwas... schwierig. Man muss sagen, der Boden im Landesgartenschaupark ist perfekt. Er ist eben, das Gras ist schön weich, saftig und grün, vielleicht etwas lang, würden einige sagen, aber bei denen ist der Rasen eh immer auf 35mm getrimmt und mehr tot als lebendig. Es war eine Wonne über diese Wiese barfuß zu laufen. Davon abgesehen, war bei meiner Ankunft erstmal niemand da, der mir meinen Platz zuweisen konnte. Vorab hieß es, man solle sein "[Heer-]Lager bitte nur in der für Sie gekennzeichneten Fläche auf[bauen], die Sie vom Einweiser gezeigt bekommen." und das Freitagmorgen, 10 Uhr. Wer danach kommt, kann wieder gehen... Ich bin also morgens hier losgeflogen. Mein Wecker hat mich nach nur einer Stunde um fünf schon wieder aus meinen Träumen gerissen. Ich habe das Auto fertig bepackt und bin deutlich später losgekommen hier, als ich geplant hatte. Aber das ist ja Standard. Jedenfalls war ich um 9:50 Uhr am Ort. Naja, genau genommen war ich um 9:50 Uhr an der Adresse, die auf dem Vertrag stand, und hab den Eingang zum Park nicht gefunden. Ich stand erstmal bei einem Anwohner vorm Haus und habe dumm gefragt. Die Zufahrt war kein Stück ausgeschildert. Auch als ich dann innerhalb des Geländes war, bin ich erstmal falsch gefahren, weil auch dort keinerlei Schilder oder hilfreiche Menschen, die mir hätten Auskunft geben können waren. Für Ortskundige und Leute, die schon mal da waren, mag das da alles klar gewesen sein, aber für Menschen vom anderen Ende von NRW war das ein Labyrinth. 
Dann habe ich endlich die anderen Zelte und Stände gefunden. Es war wirklich überschaubar. Und ob der Uhrzeit war ich etwas skeptisch, denn theoretisch wäre dass dann alles gewesen - eigentlich hätte alles was noch kommt abgewiesen werden müssen laut Vertrag. Ich ließ dann also den Blick schweifen nach einem Einweiser, oder wenigstens jemand, der irgendwas wusste. Letztlich wendete ich mich an einen netten Herrn, der noch an der Kulisse für die Pferdeshow arbeitete. Natürlich konnte er mir mit meinem Platz nicht direkt helfen, aber immerhin konnte er jemanden kontaktieren, der darüber bescheid wusste. "Hinter dem 'Hau den Lukas' ist die 6x10m Fläche eingezeichnet". Ich also da rüber. Den 'Hau den Lukas' konnte man wirklich nicht übersehen. Direkt daneben, quasi ebenfalls in meinem Rücken eine Bogenbahn. Herzlichen Glückwunsch! Die wollte ich nicht unbedingt im Kreuz haben. Also erstmal das Zelt hinter dem Lukas aufgebaut und dann zähneknirschend das Sonnensegel angefangen hinter der Bogenbahn aufzubauen. Spoiler: Ich habe das Sonnensegel insgesamt 3x aufgebaut an diesem Wochnende. Ich weiß inzwischen, wie es alleine geht und wie man es direkt hinbekommt.
Die Betreiber der Bogenbahn äußerten ebenfalls Bedenken über diese Konstellation. Ich konnte natürlich nur auf die Markierungen auf dem Boden verweisen, die ungefähr 6x10m entsprachen, aber sonst keinerlei weitere Informationen beinhalteten (sowas wie ne Nummer oder Name wäre z.B. hilfreich gewesen). Die beiden Jungs haben sich dann einen der Organisatoren herangeholt und ihn informiert, dass das so nicht im Sinne der Sicherheit sei. Kurzerhand wurden meine Standfläche quasi um 90° gedreht. Das Zelt blieb stehen, das Sonnensegel kam dann vor den Eingang des Zelts. So richtig glücklich war ich mit der Anordnung nicht. Die wenigsten trauen sich bei so einem Kompakten Aufbau noch ans Zelt heran, geschweige denn hinein. Wie gesagt, ich habe noch keine Absperrung gebraucht. Ich muss nicht eingezäunt wie im Zoo sitzen. Letztlich war ich auch das einzige Lager, das nicht eingezäunt war. Und als wäre das so geplant gewesen, war ich auch räumlich von den übrigen Lagern getrennt. 

Alle Lager waren in einer Reihe nebeneinander am Rand des Parks. Auf der rechten Seite wurde die Veranstaltung von der Turnierbahn begrenzt, an deren Ende nur ein einsames Sachsenzelt und eine weitere Bogenbahn zu finden waren. Auf der linken Seite gab es keinen sauberen Abschluss. Der Reihe Lager stand etwas versetzt der Aufbau der beiden Jungs vom 'Hau den Lukas' - ihr Schlafzelt, ein Axtwurfstand, die Bogenbahn und eben der Lukas. Rücklings vom Lukas stand ich dann, wie eine erste Reihe auf der linken Seite, theoretisch mit dem Blick nach 'innen' auf die zentral gelegene Taverne, bzw. deren 'Unterstand'. Parallel zu der Reihe Lagern und auf einer Linie mit dem Lukas, getrennt von diesem durch einen Gang, lagen noch ein sehr umfangreicher Tschechischer Holzstand, der unsagbar viele kleine Hocker dabei hatte und diverse Dekoholzartikel, die so ziemlich nichts mit Mittelalter zutun hatten und noch ein oder zwei andere Stände, wo ich gerade gar nicht weiß, was die verkauft haben. Diese Stände wurden wiederum von einem Gang vom 'Festzelt' - aka. dem Unterstand der Taverne getrennt. Dieser Unterstand ist schon kurios, sowas habe ich noch nicht gesehen. Mal von den Bierzeltgarnituren als Sitzgelegenheiten abgesehen, war das Dach, also Sonnensegel, aus LkW Plane, in gelb-blau, darauf natürlich obligatorisch die zwei Wimpel. Die Bauweise war massiv. Die Heringe warn schon jenseits von Erdnägeln, etwa einen halben Meter lang und fast 3cm im Durchmesser. Sehr vorbildlich waren darüber kleine gepolsterte Taschen gestülpt. Ob die wirklich viel abhalten oder nur der besseren Sichtbarkeit dienten, kann ich nicht sagen. Abgespannt war diese Konstruktion mit - haltet euch fest - Spanngurten. Ja, die richtigen, mit Ratschen und so. Ich sag's ja, massive Bauweise. Die Taverne selber war wie ein kleiner Holzturm aufgebaut. Eigentlich ganz hübsch. Ich habe schon deutlich unpassendere Aufmachungen gesehen. Auf selber Höhe stand noch ein elektrisch betriebenes Kinderkarussell. Das Angebot an Fressbuden war jetzt überschaubar. Baumstriezeln, die ich persönlich ziemlich teuer fand, Champignons und Kartoffelecken - das Angebot simpel halten und dafür die Menge liefern können. Einen Stand mit Würstchen, die merkwürdige Namen bekommen haben. ein Crêpes Stand, dann ein klitzekleiner Stand mit eingelegten Gurken - Milchsaure und Essiggurken - das Stück für 1,50€ o.O Holla die Waldfee. Dann wieder ein Gang und dann war da schon die abschließende Reihe auf der linken Seite. Wikingereis. ich lasse das mal so stehen. Eigentlich hätte ich das photographieren müssen. Ein großer Hänger auf Fachwerk gemacht, allerdings eher so mäßig - und dann oben ein Schild, das war ein Fotodruck von Holzplanken mit der Aufschrift Wikingereis auf einer Plane.... Ein Stand mit gebrannten Mandeln und Co. und dann die obligatorischen Heilstein- und Schmuckstände, sowie die Fantasie Harzgußfiguren, ihr wisst schon, Dracken, Schädel, Einhörner etc. und ein Likörstand, zu dem mich ein Gang trennte. 

Die Betreiber des Likörstandes schienen sehr nett. Als der Himmel sich verdunkelte und ein Gewitter sich anschickte sich über uns zusammen zu brauen, sah er mich, wie ich die Leinen meines Sonnensegels nachgezogen hatte - eigentlich unabhängig vom Gewitter, die haben sich immer wieder gelockert - bot er mir Sturmheringe an. Ich habe abgelehnt, da die elenden Holzheringe, so unpraktisch sie auch sonst waren, eigentlich ziemlich gut im Boden gehalten haben. Die meiste Zeit bekomme ich sie ja nicht mal - in einem Stück - wieder raus. Aber dann hat doch eine Böe mein Sonnensegel erfasst und mit einem Ruck war eine Schlaufe gerissen und drei Heringe aus dem Boden gerissen. Aber als hätte ich es geahnt, hatte ich den Tisch darunter schon halb abgeräumt und wie durch ein Wunder ist meinen übrigen Keramikgegenständen nichts passiert. Was ein Lager auf der anderen Seite des Gangs am Vortag leider nicht behaupten konnte. Denen ist ihr Sonnensegel gleich 2 oder vielleicht auch 3 Mal vom Wind zerlegt worden und unter dem Gestänge hat es ordentlich gekracht und gescheppert. Den netten Betreibern vom 'Hau den Lukas', der einen Bogenbahn und dem Axtwurfstand ist am Vortag sogar das Zelt zusammengefallen dank einer kräftigen Böe. 
Mit den anderen Lagern hatte ich nur marginal zutun. Ein kurzes Gespräch, als einige bei mir vorbeikamen, das war's auch schon. 

Dafür war ich zugegen, als sich die beiden Nachbarn hinter mir, mit den Lagernden ihnen gegenüber unterhielten. Da hatten sich wohl zwei Gruppen zusammen getan. Zumindest die eine der beiden Gruppen muss schon vorher bei der Vorläuferveranstaltung gewesen sein. Die haben einen sehr gemischten Eindruck gemacht. Einige schienen durchaus eine solide Ausrüstung zu haben, und dann standen da die afrikanischen Gebärstühle aka. Steckstühle rum. 

Der geneigte Leser mag da nun viel Kritik rauslesen. Aber ich möchte herausstellen, dass die Location und das Angebot der Veranstaltung mehr auf Familien mit Kindern ausgelegt gewesen schien. Dies ist keine museale oder auf Authentizität ausgelegte Veranstaltung - auch wenn ich eine solche Tendenz wahrscheinlich in den Vertrag reinlesen wollte. Es ist ein Mittelalterspektakulum. Der Name sagt es schon. Auch die Begleitgeschichte des Turniers, die Moderation war ein wenig 'reißerisch' um eben Kinder mitzureißen und zu begeistern, sie zu involvieren. Die Ausrüstung der Reiter und Pferde war, sagen wir, historisierend. Gerade genug, um das Ambiente zu unterstützen und auf gängige Klischees aufzubauen.  Unter diesem Gesichtspunkt fand ich das Karussell ehrlich gesagt etwas unpassend. Es gibt wirklich schöne handbetriebene oder zumindest gut verkleidete Varianten.
Das ganze hat wahrscheinlich noch etwas geschwächelt, da der Veranstalter gewechselt hat und erst einen Grundstock an Gruppen, Händlern, Ständen etc. für diesen Termin an dieser Location zusammen bekommen muss. Außerdem hat sich der Freitag nicht wirklich gelohnt. Nur wenige Veranstaltungen haben freitags schon Programm und das aus einem guten Grund! Die Leute arbeiten freitags meist und es kommen nicht wirklich genug  zusammen um den Plan zu füllen.

Ich habe nachträglich ein wenig über den Veranstalter recherchiert. Die scheinen einige Veranstaltungen zu organisieren, allerdings schienen die mir alle noch recht 'neu'. Und eben diesen Eindruck hat mir die ganze Organisation gemacht. Die Lagerbesprechung am Freitag war etwas holprig und sparsam. Ich bin ja gern so ein Kontrollfreak, der alle Informationen sofort und am liebsten schriftlich haben will, um nachher genau darauf verweisen  zu können... hat mir jetzt persönlich natürlich gefehlt, aber ich konnte zumindest die wichtigsten Informationen für mich rausziehen. Tatsächlich gab es vor Ort Menschen, die das nicht so konnten und sich diesbezüglich geäußert haben. Da musste ich allerdings eine Lanze für den Organisator brechen, da genau dieser Punkt in der Besprechung erwähnt wurde.
Insgesamt, denke ich aber, dass diese Veranstaltung unter dem Fokus einer Familienveranstaltung wirklich Potential hat. Und es wird zumindest Wert darauf gelegt, dass keine modernen Gegenstände, oder Müll in den Lagern zu sehen ist. Mehr kann man von solchen Veranstaltungen wahrscheinlich nicht erwarten.

Und mein Persönliches Hightlight waren die zwei Ziegen. Die sind wohl im Kofferraum ihrer Besitzer mitgefahren. Jedenfalls haben die äußerst gut gehört. Ich würde sagen, besser als die meisten Hunde, die viele mitnehmen. Die Ziegen wurden auch im Turnier eingebaut, als Scherz, ehe der erste Ritter in die Bahn eingeritten kam.

Ich brauche wirklich mal einen zweiten Tisch für Displays. Und noch einen, vielleicht etwas kleineren für im Zelt. Das ewige hin und her räumen im Zelt, nur weil ich an diese Kiste oder jene Korbtruhe muss, ist schon äußerst lästig. Mal sehen, wie oft ich das erwähne, bevor ich es endlich umsetze XD

Am ärgerlichsten fand ich allerdings, dass ich mich auch nicht von meiner besten Seite zeigen konnte. Nachdem mir das Sonnensegel zusammen gekracht war, musste ich eine Schlaufe wieder annähen und bin dabei fast eingepennt. Ich saß in meinem Zelt auf dem Boden mit dem Feldbett im Rücken und bin fast weggeknackt. Deswegen hat das Nähen auch echt lange gedauert. Insgesamt habe ich mich da schon ziemlich schlapp gefühlt, weswegen ich die Nachbarn gefragt hatte, ob sie mir beim Aufbau des Sonnensegels behilflich sein könnten.Es stand gerade so, da riss die nächste Schlaufe ab! Nun stand das Sonnensegel aber noch und ich musste vor Ort diese halbabgerissene Schlaufe wieder annähen. Dann fing es wieder an zu regnen. Ich hatte die Schlaufe so halbwegs angenäht mit einem Leinenzwirn, als der Zwirn so viel Feuchtigkeit aufgesogen hatte, dass ich ihn kaum noch durch das Segeltuch ziehen konnte. Ich habe es dann so belassen, und erstaunlicherweise hat es tatsächlich gehalten. 
Wie dem auch sei, war ich nachher arg am schwächeln. Ich bin glaube ich schon vor acht Uhr schlafen gegangen, weil ich so groggy war. Am Sonntag Morgen war ich dann völlig feddisch. Erkältet bis zum Anschlag, gegen Mittag war ich mir sicher, dass das wieder eine Nebenhöhlenentzündung ist. Mein Auge tat weh, meine Zähne taten weh, die Nase lief tatsächlich wie Wasser und ich hatte ernstlich Sorge, dass ich nicht ausreichend Taschentücher dabei haben könnte. Mir graute es wirklich vor dem Abbau. Im Laufe des Tages ging es dann so langsam. Einer der Nachbarn kam immer mal wieder und hat nach mir geschaut. Irgendwann meinte er, du siehst ja gar nicht gut aus. Und als ich meinte, es ginge mir aber schon wieder besser, da war er etwas verwundert ^_^; Wirklich fit war ich nicht bis zum Abbau und es hat dann auch wirklich lange gedauert, bis ich endlich fahren konnte, aber ich bin wie ein Terrier, ich beiß mich durch XD. Das Ausladen habe ich dann auf den Montag verschoben, denn ich war wirklich fix und alle, als ich im Dunklen Zuhause ankam.

Ob ich noch mal an dieser Veranstaltung Teil nehmen würde? Alleine wahrscheinlich nicht. Aber vielleicht mit befreundeten Gruppen, die nicht unbedingt auf Authentizität bestehen.