Mittwoch, 2. August 2017

Hinter den Kulissen - Organisatorisches

Oh, wie schön wäre es, sich einfach ins gemachte Nest setzen  zu können!
Ich habe schon an Lagern Teil genommen, wo einzelne in diesen Genuss gekommen sind. Weil sie lange arbeiten mussten und das Glück hatten zu einer Gruppe zu gehören, die sich wirklich als Gemeinschaft gesehen hat. Gemeinschaft meine ich hier in einer eher weitläufigen Bedeutung. Die Gruppe hat die ganze Ausrüstung und entsprechend haben die anderen sich darum gekümmert, da es in ihrem eigenen Interesse war. Ein Nachzügler kam also gar nicht wirklich in den Genuss einer Sonderbehandlung, er war vielmehr ein Nutznießer. Irgendwie bin ich noch nie wirklich als Nutznießer durchgekommen. Immer war ich mitten drin. Entweder habe ich mich um den Transport gekümmert - mit dem eigenen oder einem gemietetem Fahrzeug - , oder ich war am Veranstaltungsort um mit anzupacken, oder ich habe mein privates Eigentum für die Gemeinschaft zur Verfügung gestellt und eben dies befördert. Habe aufgebaut, geschleppt, ab dem ersten Tag war ich immer dabei.

Hinter den Kulissen war ich also immer aktiv in irgendeiner Form. Wenn man dann aus widrigen Gründen diese Aufgaben nicht mehr wahrnehmen kann, zieht das so einiges nach sich. Zum einen muss alles, was ich vorher erledigt habe, auf andere verteilt werden. Mit Nichten braucth man hier denken, dass ein einzelner dies in diesem Umfang täte. Aber die damit verbundene Denkarbeit und Planung kann man nicht einfach 'abgeben'. Das ist nicht jedem gegeben. Die Keramik bei mir abholen? Holz besorgen? Ach nööö, der Tag war schon so lang, und man war so viel unterwegs, Stau und so. Klar, ich weiß dass sowas nicht nur Spaß ist. Aber hey. IHR müsst dann aus der hohlen Hand trinken und die Hirse roh lutschen, abends frieren etc. pp.

Was ich hier unvermitittelt austeile? Nö, das ist nur zum verdeutlichen, dass dieses Hobby nicht nur lustig verkleidetes Campen ist. Wenn alle zusammenarbeiten und jeder seine Aufgabe hat, dann kann das wirklich gut laufen. Aber oft sind es ja nicht unbedingt gleich viele Leute und Aufgaben, bzw. gleich aufwändige Aufgaben. Mancher investiert mehr Zeit, ein anderer mehr Muskelschmalz. Und so lange nicht immer dieselben Nutznießer sind, ist das ja auch ok. Jeder soll seine Veranlagung so nutzen, wie es am effizientesten für die Gruppe ist. Ein eingespieltes Team ist unbezahlbar.

Aber nicht alle Gruppen sind so organisiert - Gruppenzelte, Gruppenkochstelle, Gruppenmöbel, Gruppengeschirr und -keramik ... . Manche Gruppe ist viel lockerer gefasst. Jeder hat seine eigene Ausrüstung - Zelt, Möbel, Geschirr etc. - und man baut trotzdem ein gemeinsames Lager auf. Jeder kümmert sich dann selbst um seinen Transport und vor Ort packt dann trotzdem jeder mit an um die Zelte aufzustellen etc.

Für mich war der Wechsel von der ersten Variante zur zweiten eine große Umstellung. Und ich muss sagen, bei der zweiten Variante habe ich anfänglich den Finanziellen Aufwand gescheut. Man muss ja schließlich alles selbst anschaffen. Und man muss es selbst transportieren, was für mich immer das aufwändigste Problem war. Aber ich habe mich damit arrangiert.
Vielleicht eher unerwartet war für mich aber, dass, obwohl es ja oberflächlich betrachtet mehr ein Einzelkämpfertum suggeriert, das Gemeinschaftsgefühl bei der zweiten Variante deutlich größer für mich war. Es wird einem geholfen und nicht nur der Eigennutz befriedigt.

Jetzt ist der organisatorische Aufwand eigentlich immer gleich groß. Ich muss mein Auto selbst beladen. Alles hochschleppen und 3D Tetris in meinem KleinSUV spielen. Das kann, wenn ich mal wieder was neues habe, schon mal 1,5 - 2 Stunden dauern (mit hochschleppen). Vorher gehe ich immer für mich alleine einkaufen. Selbst wenn es zentral gekocht wird, habe ich immer Proviant dabei. Der Drang zur Unabhägnigkeit ist dann zu stark.

Wie läuft das dann ab, wenn ein Lager ansteht?
Erstmal muss ich mir in der Regel mindestens 2 Tage Urlaub nehmen für jedes Lager, da ich ja nachts, von freitags auf samstags arbeiten muss. Ist der Aufbau donnerstags (weil die Veranstaltung Freitag beginnt) oder dauert bis montags, muss ich entsprechend mehr Urlaub nehmen. Natürlich bekomme ich nicht automatisch mit jedem gestellten Urlaubsantrag auch den Urlaub. Um meine Chancen zu erhöhen muss ich den Antrag zusammen mit dem Jahresurlaub bis zum 31.10. des Vorjahres einreichen. Auch dann kann ich noch einen abgelehnten Antrag zurück bekommen. Dann ist das Lager in der Regel für mich gestorben. Am Ende der Woche, samstags, brauche ich immer eine längere Rekonvalenzenzphase - Erholung und z.T. auch auskurieren von den Wehwehchen der Arbeitswoche. Da beneide ich manchmal die normalen Erwerbstätigen, die freitags mal früher Schluss machen können. Dann fahren sie vielleicht erst um fünf Zuhause los und sind vielleicht erst am frühen Abend vor Ort, aber ihr Rhythmus lässt das zu. Sie können in Ruhe aufbauen, legen sich später schlafen und können samstags frisch aufstehen. Für mich ist jedes Lager ein Kampf gegen meinen gewohnten Rhythmus. Wenn langsam alle abends zu Bett gehen, werde ich erst aktiv. Erst wollte man dies dem Alkohol zuschreiben, aber auch ohne berauschende Getränke bleibt es dabei, dass ich nach 22 Uhr munter werde. Wenn ich im Zelt schlafe kann ich auch sehr früh wach sein. Manchmal wirklich sehr früh, gegen fünf manchmal schon. Aber letztlich halte ich dann den Tag nicht durch, der Tag wird dann zu lang für mich.

Dann muss ein Katzensitter organisiert werden. Zwei Stubentieger möchten trotzdem ihr Futter, auch wenn der Mensch meint, er müsse sich anderswo verlustieren. Daran kann es auch scheitern T_T Ohne Katzensitter stirbt so ein Lager auch für mich.
Dann muss die Wohnung trotz des Chaos, dass ich in der Vorbereitung verursache, wieder vorzeigbar gemacht werden, damit der Katzensitter nicht der Schlag trifft und die Katzen keinen Unfug anstellen in meiner Abwesenheit.
Außerdem muss ich für mein Pferd Arrangements treffen und meinen Stalldienst freitags wegtauschen. Und gerade in der Saison 2017 muss ich genau meine Zeit zwischen den Lagern planen, da wir für einen Wanderrit trainieren. Also muss ich die Einheiten freitags und sonntags unter der Woche vorziehen oder nachholen.
Zudem unterstütze ich meine Tante donnerstags im Haushalt. Das muss ich ggf. auch vorziehen.

Außerdem besteht immer die Möglichkeit, dass ich, dank meiner körperlichen Beschäftigung mal wieder Einschränkungen habe. Aktuell ist es wohl wieder der entzündete Ischijas. Manchmal kann ich dann nur schlecht gehen. Oder wie im Mai 2016, wo ich  mich beim Beladen verhoben habe und dann doch nicht zur Veranstaltung fahren konnte.

Natürlich interessiert kaum einen meine persönlichen Problemchen. Was die Litanei meiner persönlichen Hürden aber schön illustrieren kann ist folgendes:
  • Es ist ein zeitintensives Hobby
    • Auch wenn es dank anderer Jobs durchaus weniger Urlaubstage als in meinem Fall frisst, kommt man ggf. nicht ohne aus.
  • Es erfordert organisatorisches Talent. 
    • Andere Verpflichtungen, sei es 'konkurrierende' Hobbys, Haustiere, Familie etc. müssen um so ein Lager arrangiert werden. Nur wenige haben so ein 'leeres' Leben, dass sie ohne organisatorischen Aufwand einfach so auf Lager fahren können.
  • Irgendwann braucht man Hilfe.
    • Sei es beim Aufbau des Zeltes, oder weil man Dussel was vergessen hat (sehr beliebt: Flaschen- oder Dosenöffner), weil man ein Sonnensegel schlecht alleine aufgebaut bekommt (wobei mir da gerade eine Methode vorschwebt, mit der das klappen sollte), oder was auch immer. Im Zweifelsfall immer freundlich zu den Nachbarn sein, man weiß ja nie, wann man auf sie angewiesen ist.
  • Man sollte seine eigenen Grenzen kennen
    • sowohl körperlich, als auch die in allen anderen Belangen. Ja, manche vielleicht auch intellektuell. Da besteht keine Schande es einzugestehen, wenn man etwas nicht weiß, so lange man genug Charakter hat um sich um einen Ausgleich zu bemühen. Also fragt, wen ihr was nicht wisst, oder bittet eben um Hilfe, wenn ihr es alleine nicht schafft. Oder lasst es. Soll sich nur keiner beschweren, wenn es hinterher nicht geklappt hat und dann anderen die Schuld dafür zuweisen.  


Montag, 31. Juli 2017

Zeltbemalung?

Nun, immer öfter sieht man neben den weißen Baumwollzelten auch die dem Mittelalter getreueren Leinenzelte. Von verschiedenen Leinenzeltbesitzern ist mir nur einer persönlich bekannt, dessen Zelt nicht dicht ist und einer über Erzählungen. Mehr als doppelt so viele mir persönlich bekannte Leinenzelte sind dicht.

Aber was man auch nun öfter zu sehen bekommt sind bemalte Zelte. Dazu gibt es ja genügend Vorlagen. Da meldet sich schon mal die künstlerische Ader in mir, das kannst du auch. Und hübsch sieht es aus. Und buuuunt! Nicht mehr so 08/15. - Ach, was mir da alles durch den Kopf geht!
Aber womit? Eigentlich sollte es ja egal sein, da das Zelt eh aus Baumwolle ist.... aber nein.

Und dann kommen andere daher und leisten den Bärenanteil der Arbeit. Man muss ja nicht immer das Rad neu erfinden!

Also wie gesagt, mich juckt es in den Fingern. Da ich eh nicht so glücklich mit meinem Zelt bin wegen einiger Details hab ich ja schon ausreichend bekundet. Aber ob es die Mühe wert ist, sich die Arbeit zu machen ein Zelt, mit dem ich eh nicht so zufrieden bin zu bemalen? Besser wird es davon meines Erachtens nicht.

Und dann bereue ich es nicht doch ein Leinenzelt gekauft zu haben. Dabei habe ich das ganze realistisch sehen wollen, von wegen alleine auch im nassen Zustand verladen können und so.
Aber hätte ich ein Leinenzelt, ich würde vermutlich 3 Jahre drüber nachdenken, ob und wenn ja wie genau ich es bemale. Dann die Materialien beschaffen, den Quark vermutlich alle 3 Monate im Kühlschrank austauschen und am Ende wäre ich immer noch verunsichert, ob ich das wirklich tun sollte, weil das Zelt ja so verdammt teuer war (sind sie das nicht immer?) und was wenn ich da absoluten Murks mache?! Kann ja passieren. Bin ja schließlich nur menschlich.
Innerhalb der 3 Jahre würde ich aber vermutlich die dazugehörige Recherche immer wieder vor mir her schieben. Auch wenn selbst dort andere schon den Löwenanteil der Arbeit geleistet haben. Aber ich wäre misstrauisch, ob das auch so rechtens ist, oder ob da nicht geschludert wurde, ob die Datierung stimmt, die regionale Zuordnung... und ich würde dann noch mal 3 Jahre ins Land ziehen lassen und dann? Vielleicht würde ich es in einem Anflug von blindem Aktionismus umsetzen. Mit unsicherem Ausgang.

Also: keine Zeltbemalung für das Baumwollzelt, schätze ich. 

Montag, 24. Juli 2017

Eine historische Grundlage für meine Darstellung (oder auch nicht)

Also, der Mittelatervirus hat sich schleichend vom Oktober 2001 bis zum folgenden Oktober 2002 bei mir eingenistet. Natürlich war das meine absolute GroMi Phase. Ich habe vermutlich jedes Klischee, jeden Faux Pas, jede noch so simple Kleinigkeit mitgenommen, die einem leidenschaftlichen Geschichtsdarsteller die Nägel einrollen lassen und akute Kopfschmerzen bereiten wegen der ganzen headset-desk Kontakte. Ehrlich, ich gebe es zu. Ok, einige Sachen konnte ich schlicht in Ermangelung der nötigen finanziellen Mittel nicht mitmachen. Also ich habe nie mein tolles Pannesamt Kleidchen bekommen, weil ich keine 180€ hatte. Die sind schließlich für das erste Schwert drauf gegangen (fast).

Aber ich hab dann bald angefangen zu lesen. Und herausgefunden, dass Pannesamt eh nix ist. Aber Tütenärmel mussten es trotzdem sein. Also nach der obligatorischen leinenen Hemdbluse (analog zum Piratenhemd beim Mann) und der schwarzen Jeans, hat meine Oma (gelernte Schneiderin) mir dann ein Kleid genäht - zugegeben aus irgendeinem Polytierchen oder so, aber he, man nimmt was man kriegen kann, schließlich war es unter den Vorwand des Abiabschlussballs meines damaligen Freundes entstanden. Der war übrigens Schuld an allem. Das Outfit habe ich 2006 oder 2007 verliehen an eine Freundin, inklusive selbstgesmiedetem Messer und meinen ultra bequemen römischen Bundschuhen - und es seit dem nie wieder gesehen. Es folgte eine lange Pause. Andere Dinge passierten, viele davon sind hier nachzulesen, aber lange nicht alle.

Aber immer bin ich vage geblieben. Zu faul für die wirklich gründliche Recherche, die auch als Nach- oder Beweis in ernsthaften Geschichtsdarstellerkreisen anerkannt worden wären. Es war grundsätzlich erstmal nichts falsch daran, es war nur ziemlich grob. Also aus der Sicht eines Re-enactors immer noch GroMi. Schließlich heißt Re-enactment so was wie nachspielen, wiederholen, nachstellen. Genau, eigentlich entbehrt es der eigenen Kreativität, denn es verlangt, dass man sich an gegeben historische Abläufe hält. Kein generischer Graf, sondern ein bestimmter Graf mit Namen, Wappen und nachvollziehbaren Lebensdaten. Und das zu recherchieren ist schon Arbeit, dass kann man nicht leugnen. Natürlich kann das auch Spaß machen, wenn man das richtige Handwerkszeug an der Hand hat und auch Erfolge bei seiner Recherche hat.
Erfolg wiederum definiert sich dadurch was man überhaupt sucht. Wenn man aber nicht mal einen konkreten Ausgangspunkt hat, ist ein ausbleiben des Erfolgs nicht verwunderlich.

Also, was will ich überhaupt? Die Tatsache dass ich eine Frau Suche, macht es nicht leichter, denn seine wir mal ehrlich, die Überlieferung der weiblichen Familienangehörigen ist sparsam, da selbst bei adeligen Familie die Töchter nur unter Fernerliefen zu finden sind. Selbst wenn man Zeugnisse zur Eheschließung findet, kann man daraus nicht immer lesen, welcher Abstammung sie entstammt, Eltern, Geburtsdatum etc. Geschweige denn, dass sich nähere Lebensumstände daraus ableiten ließen. Da wird es im ausgehenden Hochmittelalter und im Spätmittelalter schon einfacher.

Ich habe dann versucht mich an die größeren Geschlechter der Region zu halten. Aber die Ausbeute ist sparsam, wenn man versucht eine passende Kandidatin zu finden, die relativ zum eigenen Alter zu einem bestimmten Zeitpunkt lebte. Sagen wir, ich suche eine junge Dame aus der Region, Anfang 30 zum Zeitpunkt des  Limburger Erbfolgestreits (1283-1289) und der Schlacht von Worringen (1288).

Dazu kommt eine Zweitdarstellung für die zweite Hälfte des 12 Jahrhunderts.

Und darüber hinaus hat mich immer die lokale Geschichte meines Dorfs gereizt. Denn beim Burgfest 1993, anlässlich des 800 jährigen Jubiläums hatte ich den ersten Kontakt mit dieser Art Veranstaltung. Die Burg Lülsdorf ist nur einen Steinwurf vom Haus meiner Kindheit entfernt - 2 Minuten Fußweg, ca. 170m. Natürlich ist sie nicht original erhalten, sondern wieder aufgebaut worden. Aber es ist auch eher der Gedanke direkt eine Burg quasi auf der Türschwelle stehen zu haben, der sich da regte.

Ich habe nach ein wenig Suchen ein digitalisiertes Buch von 1881 gefunden mit dem Titel “Genealogische Forschungen über die Edlen von Lülsdorf“ , das schon detailliertere Informationen gibt als die Seite der Stadt Niederkassel, aber eben den Zeitraum vor 1200 gänzlich auslässt in Ermangelung irgendwelcher Urkunden und dann von 1278 bis 1300 auch nichts zu sagen hat. Wie also kann man da nicht frustriert sein?

Und dann noch unterschiedliche Angaben zu den Wappenfarben. Die Stadt Niederkassel spricht von roten Gegenzinnen auf goldenem Grund. Das Buch dagegen von silbernem Grund. Für die Umsetzung wäre mir goldener Grund lieber.

Ich war schon fast dabei zu weben, Seide zu bemalen und was man sonst noch so durch blinden Aktionismus und ungelenkten Enthusiasmus zu Wege bringen kann.

Montag, 26. Juni 2017

Organisatorisches, oder was ich gern vorher wüsste

Nun, man fährt ja schon seit Jahren auf Veranstaltungen unterschiedlichster Ausrichtung. Aber bisher kam ich immer in den Genuss als Anhängsel mit von der Partie zu sein. Sprich, ich habe mich noch nie selbst um die Anmeldung zu einer Veranstaltung kümmern müssen.

Trotzdem habe ich schon unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Das Fängt bei der Mitteilung der Termine an geht über die vom Veranstalter gelieferten Rahmenbedingungen über die geforderten Gegenleistungen zu den eher Gruppen internen Dingen wie Aufbauplan, Versorgung mit Essen und Trinken, die Abrechnung der Kosten hin zur persönlichen Organisation, was kommt mit, was hab ich vor, Transport etc..

Welche Informationen möchte ich denn explizit haben?

  • Klare Auf- und Abbauzeiten. Ab wann kann aufgebaut werden? Bis wann muss aufgebaut sein? Von wann bis wann ist ggf. die Lagerwiese mit dem Auto befahrbar? Und umgekehrt, ab wann kann frühestens abgebaut werden? Kann man ggf. auch erst montags bzw. am auf die Veranstaltung folgenden Tag abbauen? Oder darf man gar noch länger bleiben? Daten und Uhrzeiten hätte ich da gerne. Mich interessiert dabei nur marginal wann andere Gruppenmitglieder an- oder abreisen, da ich eh so'n schrecklicher Eigenbrödler bin. In meinem Auto ist mein Zeug und sonst nix. Ich bin relativ unabhängig, da niemand bsw. irgendwas von mir eingelagert hat oder für mich transportiert. Andersrum lagere oder transportiere ich auch nichts (mehr) oder nur noch selten für andere.
  • Wie sieht das Programm der Veranstaltung aus? Gibt es feste Punkte und wird irgendwelche Aktivität von mir verlangt? Markteinzüge, Modenschauen, Vorführungen, Workshops, Vorträge u.v.m. sind hier denkbar.
  • Wie sieht es mit der Hygiene aus? Ich bin echt nicht pingelig, aber Dixi Klos ganz ohne auch nur alibimäßige Waschmöglichkeiten schreien nach einer eigenen Lösung. Oder wenn der Weg gar all zu weit ist. Gibt es die Möglichkeit zu Duschen? Eventuell beim Bader? Wie ist die Wasserversorgung während des Lagers?
  • Ist das Feuer machen erlaubt? (Kein Witz, gibt VAs wo das generell nicht gerne gesehen ist). Wenn ja, muss die Grasnarbe ausgehoben werden? Ist eine Feuerschale Pflicht? Muss die Feuerschale einen bestimmten Abstand zum Boden haben? Stellt der Veranstalter Feuerholz? Ggf. gegen einen Obulus?
  • Gibt es vor Ort Stroh für die Lager? (Strohsäcke, viel gegangene Pfade bei feuchter Witterung wieder begehbar machen, Pferde...). Wie ist die Entsorgung geregelt?
  • Entsorgung des gewöhnlichen Abfalls während und nach der Veranstaltung? Wird vor Ort Mülltrennung praktiziert?
  • Danach interessiert mich die Lebensmittelversorgung. Wird da vom Veranstalter etwas gestellt (ja, kommt vor), in Form von frischen Lebensmitteln oder ggf. Wertmarken für die Beschicker? Oder ist man gänzlich Selbstversorger? Wie handhabt die betreffende Gruppe das? Gibt es ggf. in erreichbarer Nähe Einkaufsmöglichkeiten?
  • Gibt es zu erfüllende Auflagen bsw. von der Feuerwehr, wie Anzahl x Feuerlöscher je Anzahl y Zelte oder ähnliches?
  • Wie ist die Regelung für's Parken der Aktiven? Gibt es einen gesonderten Parkplatz für uns, oder Bereiche wo wir explizit nicht parken sollen? Müssen die Autos der Aktiven dann ggf. durch Schilder mit Zugehörigkeit gekennzeichnet sein?
  • Ist bei der Anfahrt irgendwas besonderes zu beachten? Sind etwa Versorgungswege im 'Hintergrund' zu benutzen, statt dem Haupteingang (weil die Durchfahrt bsw. zu eng oder zu niedrig sind)
  • Bei wem erfährt man vor Ort seinen Lagerstandort? Gibt es gruppenintern vorab einen Aufbauplan, oder wird das Vorort aus der Lameng gemacht?
  • Gibt es zusätzlich Kosten? Kautionen, Beteiligung an irgendwas (Holz, parken, sanitäre Einrichtungen, Entsorgung...)?
Ich glaube, das waren so die groben Punkte.... Ich hab halt gern nen Plan. Oder wie es eine Freundin ausdrückte, einen Kontrollzwang. Und wenn ich den nicht ausleben kann, kommt erst das sauertöpfische Gesicht mit meiner bekannten missmutigen bis pissigen Art und danach die volle Gleichgültigkeit, nach mir die Sintflut. Macht doch alle was ihr wollt, ich mach dann mein Ding. Punkt.

Freitag, 5. Mai 2017

Die 'praktischen' Aspekte des Hobbys...

... oder: when all is said and done it is just fancy camping
(= Mittelalter CAMPEN)

Also, die praktischen Aspekte spuken mir gerade durch den Kopf. Und zwar die weniger mittelalterlichen.

Transport:
Die Spanngurte für das Gestänge funktionieren ja, aber... das ewige Wickeln ist anstrengend und das dann auch noch zweimal?? Die Tasche / Hülle erscheint mir da immer attraktiver, dann muss nur die auf dem Dachgepäckträger per Spanngurten festgezurrt werden. Außerdem müsste ich dann nicht jedes Mal auf's Neue ausloten wie ich das Stangenpaket auf dem Dach positioniere um den Kofferraum noch ohne Schaden am Heckfenster öffnen zu können. Mit fest eingenähten Schlaufen für die Spanngurte ist da nicht mehr viel Spielraum.
Das gleiche wäre auch z.B. für ein Bettgestell oder ein Baldachingestänge möglich.
[Der kleine Teufel in meinem Kopf versucht da gerade eine Marktlücke zu erkennen und Kapital raus zu schlagen, ich bekenne mich schuldig ^.^;]

Die Heringe sind in einer giftgrünen Drehstapelbox. Prinzipiell finde ich die Idee eine (stabile) Kiste zu nutzen, statt eines Sacks ja gut. Zumal die Metalheringe schon schwer sind und son Sack dann einfach unhandlich wird. ABER diese Box ist eher zum einlagern als zum Transportieren gedacht. Das merkt man direkt daran, dass es keine vernünftigen Griffmulden gibt. Entsprechend schneidet sie beim Tragen ganz schön in die Hände. Und weil es eine DREHstapelbox ist, ist sie auch etwas unglücklich in der Aufteilung, da es sich nicht um einen einfachen hohlen Quader handelt. Hier habe ich noch keine wirkliche Idee. Eine andere Kiste vermutlich. Ich könnte die Kiste auch entlasten, indem ich den Hammer rausnehme XD

Werkzeug:
Genau, beim Thema Hammer, erwähne man noch, dass in der Heringskiste auch der Heringzieher ist. Und ich überlegte so, was brauch ich denn sonst noch (möglicherweise) für Werkzeug. Als wir kürzlich einen Tagesauftritt auf einem Weihnachtsmarkt hatten, waren wir genötigt ein Brecheisen zu nutzen um die Heringe wieder aus dem gefrorenen Boden zu holen. Es ist nicht so brachial wie es klingt. Diese Brecheisen oder Nageleisen mit Kuhfuß sind doch recht praktisch. Durch das gebogene, gespaltene flache Ende kann an sicherlich einen Hering packen und für die ganz fest sitzenden genügend Hebelwirkung aufbringen. Ich überlege ernsthaft eins einzupacken, Ok, erst muss ich eins haben. Und das bisschen an Werkzeug kann dann in den inzwischen obsoleten Heringsbeutel. Die Heringskiste wäre dann um gute 1,5kg leichter. Sonst wäre vielleicht noch ein kleines Beil nützlich, aber da könnte man auch was mittelaltertaugliches nehmen? Eher die frage ob ich damit umgehen kann ;-) Ggf. eine Drahtbürste oder eine sehr robuste Wurzelbürste um die Heringe von Erdresten abzubürsten.

Auf- und Abbau:
Im Ernst, die richtige Kleidung und vor alle das passende Schuhwerk sind nicht zu unterschätzen. Zumindest ein Paar Schuhe mit vernünftigem Profil habe ich besorgt. Und Knöchel hoch. Ich habe echt kein einziges Paar Schuhe mit nennenswertem Profil gehabt o.O Kein Wunder, dass ich mir letztes Jahr einen Bänderanriss geholt habe.
Außerdem sollte ich endlich lernen daran zu denken Handschuhe einzupacken. Ich arbeite schon so lange mit Handschuhen, dass ich mich immer nackt fühle beim Auf- und Abbau. Die können dann vielleicht mit im Werkzeugsack bleiben.

Zeltheizung:
Ehrlich, für kalte Nächte bin ich nicht gemacht. Und mein erster Impuls als ich hörte andere haben sich eine zugelegt war eher Spott und es ins lächerliche zu ziehen. Aber gerade beim Osterlager und als wir damals im Bergischen waren konnte ich einfach nicht schlafen, weil mir so kalt war. Bei Amazon kostet so eine Zeltheizung nicht gerade die Welt. Aber wenn ich dann lese, dass das verwendete Gas eher für laue Temperaturen gedacht ist und ab +5° und niedriger nicht mehr vernünftig brennt und das ganze dann unbrauchbar wird, bin ich schon wieder genervt.
Was also tun? Ostern war gerade und es war wieder Arsch kalt.
Mein Zelt hat ja leider keine Rauchabzüge (wieder ein Grund es irgendwann auszutauschen) also fällt Feuer / Glut im Zelt schon mal aus. Aber ich dachte mir, wie haben die das denn früher gelöst? Ich könnte das Bett mit warmen Steinen vorwärmen. Dann fehlen mir nur die passenden Steine. Ein paar Ziegel vielleicht?
Außerdem muss man bei allem Enthusiasmus auch realistisch bleiben. Nach jedem Lager muss ich anschließend noch fit genug sein um weiterhin meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Da kann ich mir nicht leisten von einer Erkältung zur nächsten zu hetzen oder auch nur durch Schlafmangel so erschöpft zu sein, dass ich erstmal ein paar Tage Reha brauche ehe ich wieder funktioniere.

Der “Nachttopf“
Man kennt es ja. Gerade hat man die perfekte Schlafposition, die Temperatur ist erträglich und dann muss man pinkeln. Jeder Versuch es zu ignorieren und zu hoffen man schlafe vorher ein, so dringend sei es gar nicht stellt sich zu nahezu 100% als Selbstbetrug heraus. Man überlegt noch, ob oder wie viel man überzieht um den langen, kalten Weg zum nächsten stillen Örtchen zu überleben. Auch Gedanken ob denn kein Gebüsch näher sei können einem da kommen. Ganz davon zu schweigen, dass selbst das Zudecken der Bettstatt nur unzureichend verhindert, dass die zuvor so mühselig erzeugte Wärme ohne einen selbst als Heizkörper verfliegen wird. Und die Wärme im Zelt selbst entweicht explosionsartig, wenn man das Zelt öffnet und hinaus huscht!
Nein, da mache ich nicht mehr mit. Mein Nachttopf hat sich bereits bewährt und er bleibt. Seit Jahren habe ich einen großen (10L) Eicheneimer. Wirklich gebraucht habe ich ihn nicht. Aber Hauptsache erstmal haben.  Nachdem er aber lange im Keller stand, war er scheinbar nicht mehr dicht zu bekommen. Also habe ich einen Falteimer aus olivgrüner Planenfolie besorgt, als Inlay (hygienischer) und dann mit zu Holzpellets gepresstem Katzenstreu befüllt. Die Idee ist kopiert, denn eine Camping Eimertoilette mit solchem Streu befüllt haben wir bei uns im Stall. Auch bei hohen Temperaturen riecht man da nichts. Allerdings müffelt dann der Abfallbeutel mit dem benutzen Klopapier. Irgendwas ist ja immer.

Inzwischen ist der Eimer im Übrigen wieder dicht. Nachdem er konsequent Wochen lang mit Wasser befüllt draußen stand und zwischenzeitlich auch in einer großen Kunststoffwanne auch von außen feucht gehalten wurde. Der Falteimer bleibt aber. Holz ist ja sehr saugfähig und der Eimer soll schließlich nicht irgendwann stinken, obwohl er gerade nicht verwendet wird.

Montag, 1. Mai 2017

Ergebnisse der To-Do-Liste 2016/2017 (Foto)

Geplant war es die Ergebnisse meiner To-Do-Liste vom vergangenen Herbst zu präsentieren. Die Liste war sehr ambitioniert und nach anfänglichem Tatendrang stagnierte die ganze Sache sehr schnell. Wie wohl der Mangel an Einträgen hinlänglich beweist.

Ganz links: ich im frisch fertig gestellten braunen Kleid. Passend die braunen, gekauften Socken.

Wirklich angepasst habe ich das braune Kleid nicht, wohl aber fertig gestellt.

Nachdem ich statt aus einem der Fehlversuche aus dem einen guten Sockenanfang einen Beutel genadelt habe, habe ich für dieses Saison das Socken Nadeln aufgegeben. Stattdessen habe ich ein Paar auf eBay erstanden für einen vertretbaren Preis.

Ich habe endlich die beiden Weidenkorbtruhen gekauft, die schon ewig auf meiner Wunschliste standen. Zufällig fand ich dieselbe auf eBay, wo sie 5€ günstiger und außerdem mit kostenlosem Versand angeboten wurden. Als eBay mir bei PayPal Zahlung noch einen 10€ Gutschein anbot und es dann gute 21€ günstiger war als ursprünglich bei Amazon, waren sie gekauft.
Jetzt ist die große Korbtruhe für meine Klamotten und die kleinere für mein Geschirr. Die große ist für mich schon grenzwertig groß. Wirklich schwer beladen kann ich sie nicht, da ich nur so gerade an die Griffe komme. Also wird dort wohl oder Übel weiterhin nur meine Gewandung mit transportiert. Zudem ist mein Auto nun nahe der Kapazitätsgrenze. Für eine Gewandtruhe wäre gar kein Platz mehr.
Scheinbar habe ich aus Versehen das Bild von den Korbtruhen gelöscht.

Ich habe diesen Winter gar nichts genäht. Kein weiteres Kleid, keinen Umhang, keine Strümpfe, keine Kopfbedeckungen.

Also alles wie immer.