Mittwoch, 12. Dezember 2018

Abgrenzen, ausgrenzen, ausschließen... Freiheit!

Im Grunde meines Herzens bin ich ja doch ein Optimist. Man mag es vielleicht nicht glauben, aber unter all den sarkastischen, pessimistischen und vielleicht teils misanthropischen Äußerungen schlummert ein unbelehrbarer Optimist in mir. Wir hassen uns.
Dieser Optimist in mir, hat trotz meines schon letztes Jahr gezogenen Fazits mich dazu bewogen es diese Saison doch noch mal mit der besagten Gruppe zu probieren. - Spoileralarm! - Ich habe die Saison nicht bis zum Schluss durchgezogen. Zugegeben, eigentlich aus hauptsächlich finanziellen Gründen, die auch nach sich zogen, dass mein Auto nicht ganz ... sagen wir optimal unterwegs ist. Ich spreche hier von Risiken, die ich nicht bereit bin einzugehen, wie bsw. dass die Bremsen gemacht werden mussten und mein Auto ja eh immer kurz vor der Überladung ist, wenn ich auf dem Weg zu Veranstatlungen bin... ^_^;;; Jedenfalls mussten deshalb die letzten beiden Veranstaltungen ausfallen dieses Jahr. Und aus schon genannten Gründen tat es mir aber auch gar nicht so leid darum. Ok. Im September war ich auch fast komplett krank geschrieben verletzungsbedingt, aber da hatte ich schon aus finanziell / sicherheitstechnischen Gründen abgesagt XD

Aber die kurzfristige Entwicklung innerhalb der Gruppe hat mich dann endlich dazu bewegt mich aus der Komfortzone zu entfernen. Eher gesagt hat die Gruppe sich zweigeteilt und ich habe mich dem Teil der Gruppe angeschlossen, der quasi ausgeschlossen wurde. De Facto wurde ich ebenso ausgeschlossen, nur deckt die Begründung, die gegeben wurde mich nicht mit ab. Aber ich erkenne einen Zaunpfahl, wenn er mir vor den Kopf geschlagen wird.

Aber kein Problem, ich bin ja ebenso ein kleiner Trampel, der es liebt mit Zaunpfählen zu wedeln.

Meine Ansage mit den Perlen vor andere Säue habe ich größtenteils einhalten können. Meine ungefragten Tipps habe ich auf ein Minimum reduziert und selbst bei Nachfrage habe ich mich zurückgehalten. Denn, seien wir doch ehrlich, die Fragen sind alle nur rhetorisch. Die Informationen, die dadurch erhalten werden spielen überhaupt keine Rolle, wenn sie nicht die bereits vorhandene Vorstellung untermauern. Am Ende wird doch der ursprüngliche Plan umgesetzt. Das ist schön, aber verschwendet doch bitte nicht meine Zeit dafür! Ich versuche jedem eine möglichst richtige Antwort zu geben und entgegen der Vorstellung mancher Menschen weiß ich nicht spontan alles, was es so zu den knapp 1000 Jahren Mittelalter zu wissen gibt.Das bedeutet, dass ich schon mal was nachschlagen / recherchieren muss. Wenn ich aus Unmut schon antworte "Keine Ahnung" (und weil ich es eben spontan auch echt nicht weiß) kommen gleich so missmutige Reaktionen, als würde ich den Leuten das schulden. Sorry, versucht es doch mal selbst herauszufinden. Bücher beißen in der Regel nicht. Internetrecherche kostet erstmal nix extra. Nein warte, solche Menschen kann man nicht alleine auf das Internet los lassen. Die springen doch auf jeden Blog, der irgendwas Fantasy mäßiges behandelt.

Das ist der Moment, wo ich echt verwundert bin. Klar, Ausgrabungsberichte sind trocken und vielleicht nicht jedermann zugänglich. Aber selbst Wikipedia bietet inzwischen mehr Wissen, dem ich eher vertrauen würde, als manchen Klischees die manche Menschen im Internet verbreiten und leider noch viel mehr glauben, weil es so schön bequem ist. Und weil es so schön bequem ist, fragen wir einfach mal mi! Mi erzählt gerne, dann ist sie beschäftigt und wir haben unsere gute Tat für den Monat getan... oder so stell ich mir das manchmal vor.
Auch schön, wenn manche ein Häppchen Informationen haben und sich da wahnsinnig viel drauf einbilden. So viel anderes, dass ich nicht weiß, aber wenigstens weiß ich das und ha! der andere weiß das nicht! Also bin ich viel besser als der. Sicher, diese Haltung kann nerven, wenn andere den Besserwisser raushängen lassen - das kann man nutzen und diesen Menschen anzapfen, wie man es bie mir versucht hat - oder man kann es neiden und sich eben an jedem bisschen, dass der andere nicht weiß aufhängen und erfreuen.

Diese Haltung gibt es wirklich. Du hast meine Fehler gefunden, also suche ich nach deinen Fehlern. Wenn da ein eklatantes Gefälle besteht, also einer mehr offensichtliche Fehler hat als der andere, muss man sich an den wenigen Fehlern die man findet besonders erfreuen. Auch wenn der andere nicht gesagt hat, dass er perfekt ist, trifft dies zu. Das ist im übrigen dieselbe Kategorie wie das mit dem "dann darfst du nicht mit dem Auto zur Veranstaltung fahren" und "dann musst du auch die mittelalterliche Sprache sprechen". 100% ist unmöglich. Wenn 100% nicht gehen, dann ist es auch egal. Und genau deswegen halte ich auch das, was wir machen für zwei verschiedene Hobbys. Manche halten es für eine Beleidigung oder bösen Willen, wenn ich sagen Mittelalter Campen, aber ich mein das nicht böse. Ich mein das nicht mal abfällig. Es ist einfach nur eine Beschreibung von dem, was diese Menschen machen. Verkleidet campen. Sie haben Spaß daran und das sei ihnen auch gegönnt. Aber der ganze Rest (Recherche, Handarbeit, Handwerk, Präsentation von Wissen etc.), der für mich eben zum Hobby gehört, ist nicht Teil von dem was ihnen Spaß macht, gehört für sie nicht zum Hobby und da sollte der Unterschied doch gleich auffallen, oder? Nicht dasselbe Hobby.

Da sich auch der Wissensstand immer wieder ändert und es wohl nie einen finalen Wissenstand geben wird, keinen Punkt, an dem die Geschichtswissenschaft, die Archäologie etc. sagen wird, "So, jetzt wissen wir alles, haben alles gefunden und haben alles erklärt. Hiermit erklären wir das Thema für abgeschlossen", ist das Hobby auch ständig in Bewegung. Wissen veraltet. Ausrüstung veraltet entsprechend. Das heißt also, die Entwicklung hört nie auf. Man ist nie fertig mit seiner Darstellung und das ist auch ein Teil, der mir am Hobby gefällt. Anderen ist das lästig. Und genau an diesem Punkt werde ich mich zukünftig darstellungstechnisch von anderen Trennen. Wem das lästig ist, mit dem werde ich im Hobby keinen Spaß haben, ist leider so.

Also, halten wir fest, ich bin eine ewige Nörglerin, sarkastisch, pessimistisch, ein kleiner Misanthrop etc. pp. aber selbst ich kann an mir halten, wenn Leute unpassende Ausrüstung haben. Ich sage es ihnen zu Anfang. Ich versuche es aber nicht ständig immer wieder zu wiederholen und den Leuten unter die Nase zu reiben. Also, da wäre noch Luft nach oben, sollte ich mich dazu entschließen völlig ungenießbar werden zu wollen XD Ich merke Dinge an, wenn solche Menschen Neuanschaffungen tätigen wollen, die zugegeben meistens ignoriert werden (wozu fragen solche Menschen überhaupt? o.O), gebe dann wieder meinen Kommentar ab, wenn es ein Griff ins Klo war, und dann geht es weiter wie bisher. Ich gehe aber nicht hin und verbiete Leuten ihre schon angeschafften Sachen zu benutzen. ich würde es vielleicht gerne, denn dann würden sie sich vielleicht mit der Materie auseinandersetzen und möglicherweise tatsächlich vor ihrer nächsten Neuanschaffung nachdenken... aber seien wir ehrlich, dass ist auch nur dummes Tagträumergewäsch T_T. Also spar ich mir diesen Stress und lasse es darauf beruhen. Die meisten haben ja schließlich keinen Gold scheißenden Esel im Garten stehen. Dann rate ich den meisten ja lieber etwas zu sparen und zu recherchieren, bevor sie wieder Geld ausgeben, Zeit und Mühe investieren....
Dann gibt es aber noch Menschen, die eben keinen Unterschied sehen zwischen dem, was man unwissend günstig aber leider falsch angeschafft hat und dem, was man billig kauft und wissend in Kauf nimmt, dass man da Mist gekauft hat, aber es ist halt cooler oder praktischer Mist. Klar, ich wäre total dafür, dass wir alle diesen Mist entsorgen und alle höhere Standards anstreben. Aber dann kommt wieder das Problem, dass wir alle finanzielle Grenzen haben, manche haben engere Grenzen als andere, aber unendlich oder unkontrolliert kann keiner von uns seinem Hobby frönen. Also nutzen wir die günstigen Alternativen bis wir Ersatz haben. Das gestehe ich anderen zu, und mir selbst auch. Denn der Fakt bleibt: Ich erwarte nichts von anderen, was ich nicht auch selbst bereit bin zu leisten. 

Es sind noch andere Dinge falsch gelaufen. Man stellt Regeln auf um eine Gruppe zu definieren. Aber man kann sie auch nutzen um eine Gruppe zu teilen. Das war nun das zweite Mal, wo ich dies erlebt habe. Auch wenn mich diese Regelungen nicht unmittelbar selbst betroffen haben, so sehe ich das kritisch. Insbesondere, wenn dann diese Regeln nicht weiter beachtet werden. Auch, dass fadenscheinige Gründe vorgetragen wurden, die einen Teil dazu bewogen haben sich hinter dem Rücken des Rests anderweitig zu bewerben und kurz vor knapp diese Entwicklung erst mitgeteilt haben (wäre ja eh aufgefallen), dass es ja Dinge gibt, die sie stören und man deswegen auch noch extra Veranstaltungen machen möchte - offensichtlich ohne den Rest. Kommunikation hätte helfen können, wären es nicht schon beschlossene Sache gewesen, dass man die Gruppe Teilen wollte. Natürlich sind alle voll in die Falle gelaufen, aber hey, ich persönlich seh das nicht so tragisch. Nachdem es das dritte Mal in Folge derart in der Gruppe gekracht hat, dass sie sich zum zweiten Mal quasi halbiert hat, war die Entscheidung wirklich nicht schwer weiter zu ziehen. Zumal es ja eigentlich schon letztes Jahr klar war.
 Ärgerlich ist natürlich, dass ich nun wieder 3 Jahre im Hobby vergeudet habe (ok, ich habe noch eine andere Gruppe parallel, das ist ein Trostpflaster), und mir zum wiederholten Mal die Lust am Hobby fast vergällt worden ist, dass ich ernstlich überlegt habe es doch lieber sein zu lassen. Ich habe 2001 ganz simpel mit den schlimmsten GroMi Klischees angefangen und mich weiterentwickelt. Und mich von Menschen beeinflussen zu lassen, all die investierte Zeit wegzuwerfen stößt mir mehr als sauer auf.

Ja, mir ist bewusst, dass auch dieses Mal ein Aufschrei durch die Reihen gehen wird. Es werden sich Menschen angesprochen fühlen und vor den Kopf gestoßen fühlen. Aber seien wir ehrlich, ich nenne keine Namen, und ihr wisst ja, wem der Schuh passt und so weiter (-: