Mittwoch, 10. November 2010

Ausstellung: AufRuhr 1225 / Geschenke etc.

Letzten Sonntag war eine kleine Delegation der Terra Coloniensis im Archäologischen Museum (Herne) in der Ausstellung 'AufRuhr 1225'. Die Ausstellung war durchaus sehenswert. Es gab viele interessante Exponate und auch wie sie präsentiert wurden, war in den meisten Fällen sehr ansprechend. Einige wenige Exponate waren leider eher sparsam ausgeleuchtet, so dass man nur wenig erkennen konnte, sowie die ein oder andere erklärende Tafel unglücklich, weil zutief, angebracht. Es gab ziemlich viel zu lesen, denn nicht nur an jedem Exponat war ein informativer Text angebracht, sondern auch begleitend an den Wänden Ausschnitte aus der Heiligen Vita des Erzbischofs Engelbert von Köln. Ziemlich hervorstechend fand ich die kurzen, erklärenden Texte zu den verschiedenen Personengruppen, die auf metallenen Aufstellern, die wie ein Schattenschnitt der gerade zu erklärenden Person aussah, die waren über die ganze Ausstellung verteilt. Natürlich waren einige der Texte so allgemein gehalten, dass ich darüber nur den Kopf schütteln konnte, da ich ja gerade zur Prüfungsvorbereitung über einiges gelesen hatte. Es schien teilweise ein Kompromiss zu sein, zwischen den Erkenntnissen, die man inzwischen zu bestimmten Themen hat, und dem, was der Besucher wahrscheinlich erwartet.
Schade, dass wir die 'szenische Lesung' im Anschluss an die Ausstellung besucht haben - denn der Gelesene Text entsprach ziemlich genau dem, was begleitend an den Wände zur Vita des Engelbert zu lesen war. Aber diese Texte wurden an den Wänden begleitet, von zum Teil übergroßen Kopien von Buchmalereien aus Handschriften (einige haben wir als aus dem Codex Manesse stammend identifiziert).
Es waren auch einige Exponate eher allgemein dem (Hoch-)Mittelalter zuzuordnen und hatten weniger mit dem Zugpferd, Erzbischof Engelbert von Köln zutun. Was uns aber natürlich gar nicht gestört, eher im Gegenteil, gefreut hat.

Es gab auch einen 'Mitmachbereich', den als solchen ich wenigstens gut fand. Leider, so muss man sagen, war er nicht sonderlich gut gepflegt. Nein, eigentlich auch falsch. Durch das Mitmachen hat sich einiges eben schon ziemlich abgenutzt, wie zum Beispiel der Handbohrer, der schon keine Spitze mehr hatte, es gab keine Wolle mehr, mit der man die Spindeln hätte austesten können, von den Kleidungsstücken, die man anprobieren sollte, war auch nur noch die 'Unterwäsche' vorhanden usw. Aber im selben Bereich war ein großer Schaukasten mit alltäglichen Gebrauchsgegenständen, wie Bechern, Krügen, Grappen etc. Ein weiterer Schaukasten beinhaltete Glasfundstücke. Und Pfennige in rauen Mengen ließen sich allerorts betrachten.
Ein anderer Raum nannte sich 'Burgenland'. Es gab zwei Modelle, die eine Burg zu unterschiedlichen Zeiten zeigte, diverse Wallpapers, die die wichtigsten Burgen, die in der Ausstellung Erwähnung fanden in Wort und Bild beschrieben, eine Leinwand, auf der in einer Diashow kontinuierlich Burgen und zu Schlössern ausgebaute Burgen, und diverse 'Häuser' aus besagtem Zeitraum gezeigt wurden und fast schon unauffällig wegen seiner Größe und Komplexität, ein riesiges Satelitenbild, dass auf dem Boden klebte und mit gelben und roten Markierungen nur so übersät war (gelb = nicht erhalten; rot = erhalten).
Im Außenbereich gab es eine nachgebaute Motte, die ganz aus Holz war. Die Dimensionen waren durchaus beeindruckend, besonders, nachdem man sich mehrere Etagen (!) nach oben gearbeitet hat und von oben dann auf Herne runterblickte. Auf einigen Tafeln wurde dann die Bauweise, Funktion / Nutzen sowie Geschichte der Motte erläutert.

Da ich ja zu meiner Enttäuschung feststellen musste, dass IKEA das Leinen (Aina) aus dem Sortiment nimmt und in Godorf schon kein weißes mehr zu bekommen war, blieb mir nichts anderes übrig, als mich anderweitig umzuschauen und umzuhören. Zwar hat ein ehemaliges Mitglied der Terra mir einen Link gegeben, welcher auch bezahlbar Leinen anbot, jedoch juckte es mich trotzdem, weiter zu suchen. Und tatsächlich! Bei eBay fand ich einen Anbieter, der (creme-)weißes Leinen für 3,90€/lfm anbietet (+ 4,90€ Versand pro Bestellung). Da ich eh noch mal welches brauchte, beispielsweise für meinen ovalen Schleier, und ein Tischtuch für den Herrentisch wäre auch langsam mal angebracht, habe ich dann auch als bald zugeschlagen. Da es so unverschämt günstig war, habe ich gestern gleich mal 12m bestellt - und eBay verkündet mir noch so nett in der Aufstellung zur Bezahlung, dass ich 53,70€ oder so an Porto gespart habe. Dann habe ich auf jeden Fall ein wenig Leinen auf Vorrat, auch ggf. für die Nähgruppe, sollte jemand schon gleich loslegen wollen - sobald denn auch der Termin steht. Darum sollte ich mir auch langsam mal Gedanken machen.

Aber zu allernächst, muss ich mich um Bennis Geburtstagsgeschenk kümmern, und mein Wichtelgeschenk will auch noch vor unserer Weihnachtsfeier in zwei Wochen gefertigt werden. Wäre ja blöd, ohne aufzutauchen! Alle anderen Projekte müssen dann halt so lange ruhen - also wieder ein weiterer Aufschub für Pöschis Mütze *sigh*
Wenigstens hab ich schon mal eine Idee, was mir so vorschwebt und auch eine gewisse Ahnung, wie viel Zeit mich das kosten wird. Den kommenden Samstag werde ich dann wohl gänzlich nähend verbringen.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Mittelalterwiki und Tempus Vivit

Irgendetwas hat eben die Idee in mir heraufbeschworen, dass ein Mittelalterwiki doch gar keine so schlechte Idee wäre. Als ich danach gegoogelt habe, war die Ausbeute aber eher mager. Natürlich etliche Ergebnisse von Wikipedia selbst. Aber auch einige Projekte die explizit themengebunden waren.
Unter anderem führte ein Ergebnis zu einer Forendiskussion bei Tempus Vivit. Und wie eigentlich immer, sind die User bei Tempus Vivit gegen Neuerungen, Dinge die das Leben eventuell einfacher machen könnten oder einfach möglicherweise praktisch sind. Diese grundsätzlich ablehnende Haltung widerstrebt mir ungemein. Das ist auch ein Grund, weshalb ich mich, nach einem anfänglichen Intermezzo mit blutiger Nase, aus diese Foren fern halte. Die Diskussionskultur dort ist ziemlich aggressiv und differierende Meinungen werden nicht nennenswert toleriert. Es ist auch müßig, dort eine Frage zu stellen. Letztlich werden alle Diskussionen eher Streitgespräche, deren Nährgehalt kaum mehr auf die Ausgangsfrage zu beziehen ist und nichts, als ein schlechtes Bauchgefühl zurücklassen. Selbst wenn ich dort nur Themen als Beobachter lese, ohne eigene Beteiligung, werde ich diesen Knoten oft nicht los. Natürlich gilt dies nicht für alle Themen durch die Bank weg, aber die meisten von offensichtlich breiterem Interesse. Auch die offensichtlichen Feindschaften der User, die sich durch die verschiedensten Threads ziehen und für den außenstehenden Beobachter einfach zu den absurdesten Einträgen führen, stören den Lesefluss sehr. Insofern ist es schade, dass diese ernsthaften Menschen, die offenkundig sehr viel Zeit mit der Recherche verbringen, nicht ebenso viel Reife und Aufgeschlossenheit aufweisen in der Art und Weise wie sie ihre Diskussionen führen. Auch in so einer Community macht der Ton die Musik.

Um zum Wiki zurückzukehren. Ich bin nicht fündig geworden. Es gab eben viele abgebrochene Projekte, die ohne Inhalt, oder sogar so verwaist, dass die Domains längst wieder zum Verkauf standen.
In jener Diskussion wurden die allgemeinen Probleme eines Wikis angesprochen. Natürlich muss man hinzufügen, dass die Diskussion April 2006 bis Juli 2007 gezogen hat, also auch nicht mehr so ganz taufrisch ist, aber der ablehnende Tenor der alteingesessenen war überwältigend. Eine Userin, die bei diesem Projekt mit eingestiegen war hat versucht das ganze vor der Community zu rechtfertigen, aber wo kein Wille ist, ist noch weniger Interesse. Letztlich ist auch dieses Projekt eines jener abgebrochenen, die nicht mehr existieren. Eigentlich Schade.

Was sind nun die grundsätzlichen Probleme bei einem Wiki?
1.) Dass Hinz und Kunz, also jeder, sich daran beteiligen kann und ohne weitere Qualifikation einen Artikel zusammenschustern kann.
2.) Dass die Umgrenzung der Materie gegeben sein muss. In diesem Fall wurde die Unschärfe zwischen Mittelalter und Mittelalter-Szene kritisiert.
3.) Dass auch dort Unterschiedliche Meinungen dazu führen, dass der Artikel darunter leidet (ein sogenannter 'Editwar')

Und über diese allgemeinen Punkte hinaus wurde noch der allgemeine Nutzen in Frage gestellt wurde, da:
a) So den Leuten mundgerechte Informationshappen vorgeworfen werden, die dazu animieren keine eigenen Recherchen zu betreiben.
b) Es ja bereits die Wikipedia gibt, an der man sich ggf. beteiligen kann um dort bestehende Artikel zu verbesser, zu vervollständige, zu ergänzen oder hinzuzufügen.
c) Es ein zu umfangreiches Projekt sei, als dass man es in seiner Freizeit, nebenbei betreiben bzw. betreuen könnte.

Dass aber gerade diese Recherche versessenen Individuen sich so gegen ein separates Wiki sträuben, verwunderte mich. Gerade, weil ich der Meinung war, dass Wikipedia oft sehr schwammig ist und wenig Belege hat - und Belege fordern jene Individuen ständig. Zudem, wurde auch als Gegenargument angeführt, dass schon andere, wissenschaftliche Projekte an ihrem Umfang gescheitert sind. Aber den Vorzug eines Wikis gegenüber den Printmedien ist eindeutig seine unmittelbare Aktualisierbarkeit, so dass neue Erkentnisse ohne große Verzögerungen und Kosten eingepflegt werden können.
Zudem hat niemand gesagt, dass dieses Wiki in einem Kraftakt von heute auf morgen stehen muss und sofort benutzbar sein soll. Sicher, wenn der geneigte User das Wiki besucht und schon Einträge vorfindet, ist das gut. Wenn aber noch nicht zu jedem Thema und jedes Thema erschöpfend zur Bearbeitung gekommen ist, ist das auch kein Beinbruch. Selbst die große Wikipedia arbeitet in kleinen Schritten und wächst Tag für Tag weiter. Auch dank seiner vielen User.
Dass nun jedes beliebige Individuum seine Gedankenergüsse dort veröffentlichen kann, scheint problematisch. Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass es keine technische Möglichkeit gibt, die Autoren selektiv zuzulasse. Der organisatorische Aufwand mag ja am Anfang enorm sein, bis man einen Grundstock vertrauenswürdiger und fähiger Autoren gefunden hat, aber wenn man sich dem Anspruch verschrieben hat etwas repräsentatives, informatives, nicht willkürliches o.ä. zu schaffen, gibt es sicherlich einen Weg.

Selbst die Durchmischung von historischen Fakten zum Mittelalter mit dem Bereich der Mittelalter-Szene sollte kein Problem darstellen. Es muss natürlich genaue, allgemein unter den Autoren bekannte und anerkannte Trennlinien geben zwischen beidem. Insbesondere in den Artikeln muss immer klar sein, was in den Bereich des historischen, belegbaren gehört und was eher in die 'es ist bequemer und trägt zum Ambiente bei'-Ecke.

Und was nun so unsagbar schlimm daran sein soll Menschen mundgerecht die Informationen zukommen zu lassen, die sie suchen, ist mir nun gänzlich schleierhaft. Man muss immer im Hinterkopf haben, dass nicht jeder mit wissenschaftlichen Arbeitsmethoden vertraut ist, und dass der Einstieg für einen Laien äußerst schwierig ist. Dass es immer wieder welche geben wird, die sich auf Hörensagen verlassen, wird auch das Verteufeln eines Wikis nicht ändern. Aber andersherum könnte ein Wiki dem Interessierten Laien als Einstieg dienen. Wer sich für ein Thema interessiert, wird auch von alleine weiter graben und eigene Recherchen anstellen. Den eher arbeitsscheuen Individuen da draußen könnte aber auch das Wiki gut tun, wenn es fundiert angelegt ist und klar die gängigen Mittelalter-Szene Faux Pas aufzeigt und dafür auf die belegbaren Alternativen verweist.

Und der ungemeine Vorteil gegenüber den zahlreichen Foren ist wohl die klare Struktur, die darauf ausgelegt ist mit einzelnen Such- und Schlagwörtern dem Suchenden Antworten zu liefern. Foren dagegen entwickeln sich wie es natürliche Gebilde gerne tun, mit Umwegen, schweifen vom Thema ab und oft fehlen auch dort trotzdem die Belege, die dem Suchenden womöglich weiter geholfen hätten. Zudem kommen dort oft viele unterschiedliche Themen zum Vorschein, die oft nur in einer Nebennotiz, die irgendwo zwischen zahllosen Seiten versteckt ist. Die Mühsal so die in so ziemlich jedem Forum geäußerte Bitte, erst die Suche zu bemühen, ehe man einen neuen Thread startet, die meisten Usern schon zu viel ist und sie sich darüber hinwegsetzen - was die Suche keinen Deut leichter macht. Das Wiki dagegen Ordnet seine Themen in gesonderten Artikeln, die die Möglichkeit haben über Links auf anderen Artikel zu verweisen und so ein Netz an Informationen zu weben.

Um auch eine gewisse Qualität der Artikel zu gewährleisten, sollte nicht der persönlichen Präferenz Rechnung getragen werden, sondern ruhig auch auf differierende Forschungsmeinungen Bezug genommen werden. Es mag wohl nicht jedem leicht fallen sein persönliches Urteil daraus zu halten, aber es ist möglich. Die Auslese der Autoren sollte aber auch auf diese Fähigkeit zur subjektiven Objektivität berücksichtigen.

Als abschließendes Schmankerl könnte man vielleicht auch anführen, dass man zwar einen ernsthaften Ton in den Artikeln anschlagen sollte, jedoch hier die Möglichkeit besteht in allgemein verständlicher Sprache Informationen unter die Menschen zu bringen.

Es will wohl überlegt sein, ehe man sich so ein umfangreiches Projekt aufbürgt. Aber das wäre gerade meine Kragenweite und irgendwie genau mein Ding, Informationen zusammentragen etc. Aber wie bei so vielem im Moment, bleibt das einstweilen eine Idee, die hinter meinen derzeitigen Studienbemühungen hintenan stehen muss.

Donnerstag, 23. September 2010

Lagebericht aus der Kommandozentrale des Geschenkkomitees

In stiller Übereinkunft habe ich das Kommando über die Geschenke im Verein übernommen. Ich bilde also ein Einpersonenkomitee für Geschenke, bin die Ideenschmiede, z.T. die ausführende Werkstatt und/oder die logistische Schnittstelle und schalte und walte über Geschenke. Zwar halte ich Rücksprache mit den restlichen Gruppenmitgliedern Rücksprache, jedoch scheinen die entweder sehr zufrieden, oder einfach nur froh, dass sich jemand kümmert, ungeachtet des Endergebnisses. Wobei ich aber zugeben muss, meine bisherigen Ideen waren auch nicht schlecht.

Als Wichtelgeschenk habe ich Yvonne ein Almosenbeutelchen mit einer einfachen Stickerei drauf geschenkt.
Pascal konnte leider bisher nur einen Gutschein über 2 Kaninchenfelle erhalten, da gerade zu diesem Zeitpunkt die Felle aus waren beim Händler. Nichts desto trotz, als Anzahlung für das Futter für seinen Winterumhang sollte das ganz passabel sein.
Martin wollte ich eigentlich eine gefütterte Cappa schenken, jedoch fehlte da ein wenig die Zeit. Alternativ sollte er einen Gürtel bekommen. Unglücklicherweise hat Martin sich sowohl einen Gürtel, als auch eine Gugel selbst gekauft. Aber das zeigt ja nur, dass der Bedarf da war.
Für Götz haben wir ein Buch besorgt, 'Einführung in die mittelalterliche Musik'.

Und Ewas Geschenk liegt noch hier bei mir. Aber es ist durchaus etwas praktisches.
Für Benni habe ich schon eine konkrete Idee, für Matthes habe ich schon angefangen und bei Robin sollte auch klar sein, was der Knappe bekommt. Damit wäre das Jahr 2010 auch schon abgehakt.
Um einen gewissen Grad der Überraschung zu gewährleisten, kann ich leider nicht zu diesem Zeitpunkt ins Detail gehen, auch wenn ich das gerne würde. Immerhin ist meine Arbeit an diesen Geschenken der Auslöser für diesen Eintrag.

Aber auch für jene, die noch nicht in den Genuss eines Geschenks gekommen sind, da wir erst Mitte des Jahres damit angefangen haben, sollen nicht leer ausgehen.
Da wir als Bedingung gemacht haben, dass es etwas mit dem Verein bzw. dem Hobby zutun haben soll, sind die Möglichkeiten quasi unerschöpflich, hätte ich fast gesagt.

Und auch dieses Jahr wichteln wir wieder, das bedeutet, ein weiteres Geschenk will parat gemacht werden. Ich bin ja gespannt, wen ich dieses Jahr ziehe.

Mittwoch, 22. September 2010

Projekt: Schapel selbermachen II

Gerade sprach ich mit meinem Onkel. Dem, mit dem gut sortierten Werkzeugkeller. Ich hatte vergessen, dass er gelernter Schlosser oder so etwas in der Art ist.

Ich kam in den Keller und er wuselte gerade in seinem Werkzeugkeller. Eigentlich wollte ich aus dem Werkzeugkeller gerade mal nichts. Aber als er frug, was ich den habe, oder eher nicht habe, habe ich mich gleih nach einer Metalsäge erkundigt. Es lag auch eine griffbereit. Dann beschrieb ich ihm, was ich vorhabe. Und nachdem wir geklärt haben, was ich unter Nietstifte verstehe, und ich anscheinend damit nicht falsch lag, kamen auch gleich die guten Ratschläge.

Messing zu bohren ist anscheinend fast schon eine Kunst. Auf die letzten 'Meter' gräbt sich wohl der Bohrer ins Material statt es rauszuschaben. Ich soll auf eine feste Unterlage achten und nicht freihand bohren.

Zu guter letzt kam auch noch das Thema 'Döpper' auf. Ich kenne wohl Menschen die mit Nachnamen so heißen, aber das war es auch schon. Anscheinend ist das eine Unterlage, die gewährleisten soll, das der Rundkopf vom Messing Rundkopfstift auch rund bleibt. Und man benötige ein Gegenstück um auch das andere Ende schön mit einem Rundkopf zu versehen.

Also mit mal eben machen ist's wohl gewesen.

Im Flinkhandforum habe ich dann auch noch gelesen, man müsse das Messing erst einmal durchglühen, damit es beim Biegen nicht bricht. Wie viel da zu beachten ist!

Mir scheint, mit so vielen Bedingungen, werde ich das Vorhaben wohl einstweilen vertagen müssen. Auf etwa, April oder so.

Montag, 20. September 2010

Projekt: Schapel selbermachen / Beleuchtung

Eben habe ich mich aufgeschwungen Baumärkte zu besuchen. Schon länger spukte mir so die Idee im Kopf herum, einen Schapel könne man ja auch selber machen. Bislang haperte es ein wenig daran, wie denn das Metal, so man das richtige findet, zu einem geschlossenen Reif zu machen sei.

Erst, als ich mich zum wiederholten Male mit dem leidigen Thema Gürtel auseinander gesetzt hatte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Vernieten! So einfach und doch so genial. Nachdem ja die Recherche für den Gürtel ergeben hat, dass man Nietstifte zu erschwinglichen Preisen im Baumarkt erstehen kann, wohl in der Rudelpackung, aber bezahlbar, war es nun an der Zeit herauszufinden, ob es auch Messing in brauchbaren Portionen zu kaufen gibt. Praktiker war eine Pleite, was das angeht, aber im Bauhaus wurde ich dann doch fündig.

Es entspricht zwar nicht zu 100% meiner Vorstellung, jedoch hat es mich gelehrt, Messing ist so weich, hätte ich es in der Stärke wie ich mir das dachte bekommen, hätte es eher etwas mit Stanniolfolie gemeinsam. Das gute Stück hat eine Breite von 10mm und eine Dicke von 2mm, die Länge war nicht angegeben, ich schätze aber, dass sie 1m beträgt. Die Oberfläche macht einen gebürsteten Eindruck, was mir persönlich nicht wirklich gefällt. Da ich aber noch testen muss, ob man das ganze platt 'klopfen' kann mit einem einfachen Hammer, erübrigt sich die 'Bürstoptik' hoffentlich von selbst. An den Enden muss ich es irgendwie platt bekommen, damit die Niestelle nicht so stufig, unformig wird.
Da ich aber auch noch nie etwas vernietet habe, werd ich auch erst einmal daran üben. Noch stelle ich mir die Frage, wie ich das Stück später auf die Richtige Länge stuzen kann. Vermutlich brauche ich dazu eine Metalsäge. Ich hoffe, mein Onkel hat sowas in den Weiten seines gut sortierten Werkzeugkellers...

Insgesamt hat mich das Stück Messing und das Päckchen Rundkopfstifte aus Messing etwas über 7€ gekostet. Für ein Experiment ist das wohl zu verschmerzen.

Vom Schapel abgesehen, hatte ich ganz vergessen zu erwähnen, dass Benni und ich uns kleine Öllämchen angeschafft haben, jeder eins. Genau genommen sind es kleine Tonschalen, die fast wie eine Tülle zum Ausgießen von Flüssigkeiten und einen Docht haben. Ich hatte oft von Talglichtern gelesen und wollte das ausprobieren, jedoch war Talg so kurzfristig nicht zu bekommen. Alternativ, so kann man lesen, geht auch Schmalz. Also probierte ich es mit unbehandeltem Schweineschmalz aus. Erst habe ich es schmelzen lassen auf dem Herd und es anschließend in die kleine Tonschale gegossen. Der Docht hatte sich schnell mit Fett vollgesogen. Probehalber hatte ich das Lämpchen auch angezündet und es brennt, wenn auch mit einer eher kleinen Flamme.
Was natürlich ein wenig problematisch bei diesen Öllschalen ist, ist die tatsache, dass Schmalz ein festes Fett ist, es brennt also ähnlich wie eine Kerze, jedoch schmilzt Schmalz nicht so schnell wie Wachs, schien es mir. Irgendwann ist die Schale nur noch halb voll mit Schmalz, und das sieht aus, als habe man mit einem Messer einmal im Durchmesser die Hälfte rausgeschnitten.
Um Licht zu geben sind diese Lämpchen eher ungeeignet. zumindest würde man davon sehr viele benötigen um eine brauchbare Helligkeit zu erzielen.
In Bennis Ölschälchen hatten wir ausprobiert, ob das auch mit Lampenöl funktionieren würde, aber wir mussten festgestellen, dass das Lampenöl viel zu schnell verbrennt und zudem sehr schnell die ganze Oberfläche Feuer fängt. Im Zuge diesese Experiments ist fast die gesammte Oberfläche von Bennis Schälchen geschwärzt worden. Allerdings muss man sagen, dass das wiederum ausgesprochen gut aussieht und sehr zur Unterscheidbarkeit unserer Schälchen beigetragen hat.

Aber ich hatte ja bereits diese dreiflammige Öllampe, die mit flüssigem Öl betrieben wird. Bisher haben wir uns den Luxus von Lampenöl gegönnt, jedoch las ich unlängst, dass auch Speiseöle geeignet seien solche Öllampen zu betreiben. Speiseöl ist aber doch um einiges günstiger als Lampenöl und auch wesentlich weniger gesundheitsschädlich, insbesondere für Kinder.
Nun steht natürlich auf einem anderen Blatt, ob diese Öllampe mit Speiseöl immer noch so viel Licht abgibt wie sie es bisher tat. Sollte dies der Fall sein, steige ich natürlich sofort auf Speiseöl um.
Wir haben auch festgestellt, dass wir dringend mehr Licht brauchen und meine dreiflammige Öllampe hat durchaus Zuspruch gefunden, in dieser Form, dass sich z.B. auch Martin so eine zuzulegen überlegte.