Montag, 20. März 2023

Neue Holzschuhe - Logistik als Abenteuer

 

Ich war genötigt mir neue Holzschuhe zu besorgen.
Ich habe die im Bild bei Habermehl.nl bestellt.


Da die Zusteller mich eh immer aus dem Schlaf reißen, dachte ich, sei klug und lass es in den Paketshop liefern. Der Kiosk hat bis 23 Uhr auf, mehr kann man ja wirklich nicht verlangen...


Aber DPD hat unterwegs mein Paket zurück zum Versender geschickt, weil angeblich die Annahme verweigert wurde. In Erftstadt. Das sind fluffige 50km von dem Shop, den ich als Abgabeort angegeben habe 😤
Die Hotline ist auch eher eine Sendungsverfolgung für visuelle eingeschränkte Mitmenschen. Nach Angabe von Sendungsnummer und Postleitzahl bekommt man auch nur mitgeteilt, dass das Paket zugestellt wurde.  Aber das Papekt ist niemals im Shop angekommen! Dass mit der Verweigerung der Annahme weiß ich auch nur, weil ich den Verkäufer kontaktiert habe und er mir den Verlauf der Sendungsverfolgung hat zukommen lassen. Ich nehme an, das hat damit zutun, dass mir die Dame im Kiosk mitteilte, dass sie die Zusammenarbeit mit DPD beenden werden und nur noch Retouren annehmen, aber keine Pakete mehr ausgeben. Allerdings war das bei der Auswahl nicht ersichtlich. Vor dieser Bestellung wusste ich gar nicht, dass der Shop mal Pakete angenommen hat. Ich dachte, das ist ja gar keine so schlechte Idee... ich komme nur halt mal wieder zu spät zur Party. Hätte mir die Seite von DPD den Shop nicht angezeigt, wäre dieses Desaster gar nicht passiert.

Also, ich habe den Verkäufer kontaktiert, der auch wirklich unmittelbar auf meine Mail geantwortet hat. Wirklich DIREKT. Wir haben ein paar Mails ausgetauscht und  er war bereit das Paket noch mal loszuschicken. Allerdings wäre es dann wieder zu dem Shop gegangen und dann hätten wir dasselbe Probleme schon wieder. Meiner Bitte es an meine Adresse zu schicken ist er dann nachgekommen und es hat auch wirklich geklappt! Das war wirklich erstklassiger Kundenservice.

Als ich von meinem Dilemma auf Facebook berichtete, kam eine unerwartete Frage: Was man im Mittelalter mit Holzschuhen will?! Öhm, trockene Füße haben vornehmlich. Und insbesondere warme Füße haben, wenn es was feuchter ist. Trockene Füße bedeuten auch warme Füße.
Davon ab, sind Holzschuhe auch eine aus heutiger Sicht vielleicht primitive Form von Arbeits- bzw. Sicherheitsschuhen. Also für Menschen, die tatsächlich gearbeitet haben und nicht nur repräsentiert haben. Und ich meine mich erinnern zu können, dass ein Paar wendegenähte Lederschuhe ca. 3 Monate durchgehalten haben, ehe zumindest die Sohle erneuert werden musste. Alle. Drei. Monate. Selbst wenn man nicht gleich zu einem neuen Paar greift, ist das trotzdem nicht zu vernachlässigen als Kostenfaktor. Die Feinen Herren und gut betuchten Handwerker haben sich das sicherlich schon aus repräsentativen Gründen leisten müssen. Aber eine Magd? Klar hat die auch Lederschuhe gehabt. Wahrscheinlich aus nicht geradem dem weichesten Leder, vermutlich auch ob der kurzen Lebensdauer ohne großen Schnickschnack, ungefärbt, ohne Zierde, Durchbrüche, Seidenbesatz und was man nicht alles mit Schuhwerk anstellen kann.

Und zu guterletzt: Es gibt ja Funde aus Amsterdam und Rotterdamm aus dem 13. Jahrhundert. Vielleicht besorge ich mir das Buch dazu noch. Einfach weil, ihr wisst schon wie Leute sind.
Ja, Holland ist nicht Deutschland, aber auch Deutschland war nicht so homogen im gesamten Mittelalter, als dass man Allemannen, Sachsen und Friesen beispielsweise unbedingt in einen Topf werfen sollte. Plus, genügend orientieren sich an Fundkomplexen, die relativ betrachtet geographisch mindestens genauso weit entfernt sind von der gedachten Region ihrer Darstellung. Ich sag nur Themsefunde


Freitag, 10. März 2023

Planung der Saison 2023

 Herzlich willkommen im Planungstornado mi im Mittelalter! Wo gefühlt 2 Jahre im voraus angefangen wird zu planen um doch am Ende auf den letzten Drücker Dinge umzusetzen.

Disclaimer: Es gibt Dinge, die schon seit 2012 in Planung sind... Betonung auf in Planung. Es wird sehr intensiv darüber nachgedacht, bis ich abgelenkt oder überwältigt bin.


Egal, jetzt geht es um die Planung der aktuellen Saison. Damit habe ich schon im letzten Herbst angefangen, aber oft verlaufen sich Dinge im Sand.

Bisher habe ich folgende Lager und Tagesveranstaltungen mehr oder minder fest eingeplant:

08.-10.04. Dortmund Hohensyburg (ausstehend)
14.05. Burgfest Puderbach
20.-21.05. Nideggen
03.-04.06. Rotenhain
01.-02.07. Katzenellenbogen
29./30.07. Heisterbach
19.-20.08. Gut Schiff (ausstehend)
15.-17.09. Stupor Mundi (ausstehend)
 
  • Für Dortmund habe ich noch keine 100% Zusage, da ich mich auch wirklich sehr spät erst gemeldet habe. Aber man schaut mal, ob man mein winziges Lager unter bekommt.
  • Bei Gut Schiff und Stupor Mundi habe ich noch keine Anmeldung abgeschickt, da ich erst meinen Urlaub verschieben muss. Hoffentlich weiß ich da morgen mehr. Sobald mein Chef mir das Go gibt, mache ich die Anmeldungen fertig.
  • Puderbach ist nur eine Eintagesveranstaltung, die wir mit etwas Ambiente unterstüzen
  • Heisterbach, mal schauen, ob ich nur einen Tag als Gast da sein werde, oder ob ich als separates Lager dazustoßen kann.

Derweil laufen Vorbereitungen um neue Kleider zu nähen. Man hat ja nicht sein Leben lang dieselbe Figur *dumdidum* Und Motten. Alles die Motten schuld *eifrig nickend* Vielleicht schaffe ich es dieses mal auch im ersten Anlauf ein Kleid zu nähen, dass kein Hochwasser hat und nicht über den Boden schleift. Ich weiß nicht, weshalb das so schwierig ist.

Ich werde definitiv nochmal meine gesamte Ausrüstung durchgehen und checken. Die ist effektiv seit dem Ende der Saison 2019 nicht mehr wirklich benutzt worden. Und einige Sachen sind auch einfach unauffindbar gewesen in der Zwischenzeit. Himmel weiß, was ich gemacht habe 

Montag, 20. Juni 2022

Catzenelnbogener Ritterspiele 2022

 Gestern war ich das erste Mal auf den Catzenelnbogener Ritterspielen, in *Trommelwirbel* Katzenelnbogen. 


 

Da es ein wenig Platzprobleme gab, habe ich nicht mein eigenes Zelt mitgenommen, sondern mir ein Zelt mit zwei jungen Männern geteilt. *Schock* wie skandalös! Nein, die beiden waren sehr nett und außer zum schlafen und Kram aus dem Sichtfeld zu halten, haben wir das Zelt eh nicht benutzt. 

Genau genommen habe ich eigentlich Nichts außer meiner Gewandung und Schlafutensilien mitbringen müssen, da ich eingemeindet wurde für diese Veranstaltung. Aber natürlich habe ich trotzdem gefühlt das Auto voll gepackt. Für diese unnötige Mühe hätte ich mich später selbst in den Hintern beißen können. Ist ja nicht so, als hätte ich nicht auch so schon viel zutun gehabt im Vorfeld.

Es ist so unglaublich heiß im Moment, dass ich wirklich, wirklich, wirklich, meine jungen Gemüse Pflanzen einpflanzen musste. Aber der Platz war noch nicht da. Ich habe vor dem Wochenende geackert und noch ein Hochbeet fertig zu bekommen. Ich habe mir das vorher so einfach vorgestellt. Palettenrahmen aufstellen, ne Folie um das Holz zu schützen, Erde rein und dann bepflanzen. Hahaha, ich lache immer noch. Am Standort war ein anderes Hochbeet, dass erst entfernt werden musste. Und dafür, dass es immer drohte in sich zusammen zu fallen, hat es STUNDEN gedauert, bis es endlich weg war. Dann hab ich festgestellt, dass mein Garten super uneben ist und ich musste zum Ausgleich Steine als Fundament platzieren. Dann die Sache mit der Noppenfolie, die es nur in zu groß oder zu klein gab. Also zurecht schneiden und antackern. Dann sind mir sie Tackernadeln ausgegangen und ich musste zum Baumarkt.....Blabla, Auto packen, duschen, essen, noch zur Post, die Nachbarn bitten die Katzen zu versorgen.

Und endlich unterwegs.

Etwa 1km von Zuhause kam mir der Gedanke, dass es ja wirklich, wirklich sehr sonnig ist. Das der Planet quasi brennt. Und genau dafür hatte ich mir einen Strohhut besorgt. Einen der mir nicht unendlich viel zu groß war... Und der lag noch sicher auf dem Garderobenschrank im Flur, Zuhause. Ich bin umgedreht. Und was soll ich sagen? Die beste Entscheidung meines Lebens. Dieser Hut hat mich am Wochenende gerettet.



Zur Veranstaltung gehört ein großzügiger Turnierplatz, vor dem wir unser Lager aufgeschlagen haben. Uns trennte nur der als Rettungsgasse geplante Weg vom Turnierplatz. Also eigentlich ziemlich gute Sicht und man konnte einfach nicht verpassen, wenn Programm stattfindet.


Zur Veranstaltung gehörte auch ein über eine Art Park verteilter Markt. Der war jetzt eher so ein standardmäßiger "Middelder Markt", mit einigen Kunst- & Handwerk Ständen. Ich habe da jetzt nicht wirklich was spannendes gesehen, aber es war einfach Mal nett zu bummeln und tatsächlich sich auch Mal was anzuschauen.

Darüber hinaus dass es unsagbar heiß war, war es aber auch zwischendurch ein bisschen windig. Grundsätzlich ist das bei den Temperaturen ja willkommen, aber mir ging ständig der Hut fliegen, wenn ich ihn nicht festgehalten habe. Glücklicherweise gab es selbstverständlich auf dem Markt auch mindestens einen Stand, der Lederbänder verkauft hat. Eine wirklich lohnende Investition.

Am Ende des Marktgeländes gab es auch eine Bühne. Wir haben uns einen guten Teil des Programms am Samstag Abend gegönnt. Es war sehr kurzweilig. Besonders die Feuershow am Ende war echt lustig.




Und ich glaube, das war meine erste Veranstaltung, auf der nicht gekocht wurde. Warme Mahlzeiten haben Gastrostände und lokale Pizzerien für uns zubereitet. Es war aber auch heiß, dann noch über offenem Feuer zu kochen wäre, sagen wir, unangenehm gewesen.

Und obwohl es so heiß war tagsüber, war es in der Nacht auf Samstag Arsch kalt. Ich hatte nur eine sommerliche Ausstattung zum schlafen im Zelt bereitgestellt. Aber natürlich hatte ich den kompletten Kram dabei, Decken, Felle, einfach alles. Relativ schnell war mir klar, dass es mir zu kalt zum schlafen sein würde (hat ungefähr 1,5h im Bett gedauert) und bin im Dunkeln auf den Parkplatz gewandert um mehr und dickere Decken zu holen. Dafür war die Nacht auf Sonntag dann doch ziemlich warm. Da hab ich die Decken wieder nicht gebraucht.

Sowieso war so warm, dass ich richtig Wasser in den Beinen hatte. Ich hatte das schon erwartet und habe vorsichtshalber Kompressionsstrümpfe mitgebracht. Aber ich habe es quasi falsch gemacht, wie mir Matteo, seines Zeichens Fachkraft in der Pflege, zu verstehen gab. Jedenfalls war es dieses Mal so schlimm, dass ich nicht mehr in meine Holzschuhe gepasst habe. Wird also wirklich Zeit für neue *eine Schweigeminute*

Unabhängig vom offiziellen Programm, haben aber auch andere teilnehmende Gruppen kleine Inszenierungen gemacht. Ein paar Lager weiter war eine Mongolen Truppe, die traditionelles Ringen vorgeführt hat und die Jungs wollten das auch unbedingt probieren. Außerdem gab es in einem anderen Templer Lager quasi eine Schwertleite, ein Knappe, der zum Ritter geschlagen wurde. Dies Gruppe hat das alles sehr ernst genommen und es ist extra einer angereist um bei der Zeremonie die Leitung zu übernehmen.

Unsere unmittelbaren Nachbarn, ebenfalls ein Templer Lager, war sehr nett. Tatsächlich wurden wir eingeladen mitzuessen, da sie anscheinend für ein Battalion gekocht hatten. What auch wirklich gut geschmeckt. Ein paar von uns kannten die Nachbarn schon und man hatte es so arrangiert, dass wir zusammen standen, da bei uns auch Templer dabei waren. Außerdem noch eine Ottonische Familie. Es war ein bisschen bunt durcheinander gewürfelt, aber dafür alles liebe Menschen, die trotz sehr unterschiedlicher Darstellungen harmonisch miteinander ausgekommen sind. E3

Sonntag, 28. November 2021

Resümee 2021 - Ausblick 2022

 Wenig hab ich von mir hören lassen. Manche mögen auf meinem Instagram Account oder auf der Facebook Seite unregelmäßige Updates mitbekommen haben, aber das waren meistens so kleine Happchen, dass sich kaum ein Eintrag dafür gelohnt hätte. Microblogging eben. Jaja, ich weiß, bei mir, der Labertasche vom Dienst artet selbst das aus... 

 

Also, was ist 2021 passiert? Das gleiche wie 2020. Corona bedingt sind restlos alle meine Veranstaltungen abgesagt worden. Natürlich habe ich die Hoffnung für 2022 nicht aufgegeben und brav meinen Urlaub für 2022 vor dem 31.10. eingereicht. Einziges Problem war mehr oder weiger, dass inzwischen gar nicht mehr klar ist, wer sich noch die Mühe macht überhaupt eine Veranstaltung zu planen und vielleicht zu organisieren, nur damit sie kaum eine Woche vor Veranstaltungsbeginn abgesagt wird. 

Das ist für alle Beteiligten sehr ärgerlich. Und für viele ist es auch nicht nachvollziehbar. Von Museumsveranstaltungen abgesehen, sind ja die meisten Märkte und Lager Veranstaltungen, die unter freiem Himmel stattfinden, wo ja nach allgemeinem Konsens die Ansteckungsrate deutlich geringer ist, als in geschlossenen Räumen. Aber verschiedene Gemeinden haben unterschiedliche Auflagen, die sich auch kurzfristig ändern können, selbst bei einer konstanten Inzidenz. Viele Auflagen sind nur schwer umzusetzen, wenn man eigentlich eine kleine non-profit Veranstaltung ohne Eintritt durchziehen will.
Um so schwieriger wird es, wenn einzelne Veranstaltungen stattfinden, und deutlich mehr abgesagt werden. Natürlich fragt man sich dann, warum konnte DIESE Veranstaltung stattfinden, meine aber nicht? Weil die Gemeinden andere Vorgaben haben. Es läuft immer darauf hinaus. Und ohne das OK der Gemeinde Gibt es schlicht keine Veranstaltung. Da gibt es auch kein Diskutieren.

 

Also hab ich das Jahr über eher ruhig verbracht, was das Hobby angeht. Mein Projekt mit dem Essen ist noch nicht in Gang gekommen. Unter anderem, weil ich es ja nicht in meiner Küche, sondern auf der Terrasse durchführen wollte und schlicht und ergreifend meine Tischböcke, oder zumindest einer davon kurz davor war das Zeitliche zu segnen. Nun ist dieser Bock wahrlich nichts besonderes, ein modifizierter Bock aus dem Baumarkt, aber bei all meinem Shoppingrausch in diesem Jahr (Instagram zeigt da einen kleinen Ausschnitt - ich bin nicht mit dem Fotos machen nach gekommen), war ich dann doch zu geizig für "ordentliche" Böcke. Inzwischen habe ich den betreffenden Bock wieder stabilisiert, aber das Wetter ist ja sehr ungemütlich mittlerweile.
Außerdem habe ich natürlich trotzdem ein wenig gelesen für das Projekt. Aber ebenso auch andere Dinge. Nur nie konsequent zuende. Mir fehlt da im Moment das Durchhaltevermögen. Aber das hinderte mich nicht daran trotzdem neue Bücher anzuschaffen. Und sonstiges Material... und... ich mach da nen extra Blogeintrag für. 


Nun zum Ausblick auf 2022:


Bisher habe ich zu Ostern auf Herzberg ein Lager.

Das verlängerte Wochenende zu Fronleichnahm in Katzenelnbogen.

Und Ende September noch mal auf Burg Herzberg 


Aufruf:
Aber ich habe auch zu Christi Himmelfahrt (+Wochenende) und Pfingsten Urlaub. Also falls da jemand ne Veranstaltung kennt, die noch Teilnehmer aufnimmt, bitte melden (o;


Sollten diese Veranstaltungen stattfinden, wird das sowas von 0 auf 100. Vermutlich bin ich dann komplett geflasht und ausgebrannt von dem dann ungewohnten Stress. Ja, so viel Spaß man auf dem Lager haben kann, so bedeutet so ne Veranstaltung bei Vor- und Nachbereitung echt Stress. 


Montag, 9. August 2021

Der stille Endgegner - MOTTEN!

 Wir haben ja alle jetzt größtenteils fast 2 Jahre Mittelalter Abstinenz hinter uns. Und nachdem ich mich ein wenig ausgeweint hatte, habe ich erfahren, dass es vielen nicht besser ergangen ist.

Was ist passiert? Motten. Motten sind passiert. Ich habe Lebensmittelmotten gehabt, und die wirklich in der ganzen Wohnung erlegt. Die Schränke ausgeräumt, ausgewaschen, so viel weggeworfen... Ich hatte sogar schon Schlupfwespen eingesetzt. Allerdings hatte ich die Mittelaltervorräte nicht mitbedacht. Natürlich waren sie da auch drin und haben sich dann von dort immer wieder ihren Weg gesucht.

Das war lästig, jedoch nicht der Grund, weshalb ich mich ausweinen musste. Vor lauter Lebensmittelmotten, sind die Kleidermotten gar nicht aufgefallen. Die haben sich also anscheind die ganze Zeit über ungehindert an meiner Gewandung vergangen.


Stadtrechtsfeier Gelnhausen 2015

Der ein oder andere mag sich noch daran erinnern, wie ich über Monate mühselig an ein paar nadelgebundenen Strümpfen gearbeitet habe. Da war ich dran, als wir zuletzt in Nassau bei der Burgbelebung waren 2014 und bei der Stadtrechtsfeier in Gelnhausen 2015 war ich immer noch nicht fertig.

Jetzt ist in einem der Strümpfe ein etwa 2€ großes Loch. Ich habe noch keine Ahnung, wie oder ob ich das flicken kann. Ich weiß, dass flicken grundsätzlich möglich ist, aber ICH hab es bei nadelgebundenen Stücken noch nocht praktiziert und möglicherweise habe ich da einen Knoten im Hirn. Zumal das Anfilzen z.B. bei dieser Wolle nicht gut funktioniert hat und ich die einzelnen Fädenalle aneinander geknotet habe. Ja. im Strumpf sind an die 100 Knoten. Ein Meter Wolle hat knapp 1,5 Runden gereicht. Es sind sehr, sehr viele Runden.

Dann hatte ich noch diesen Pilgerbeutel. Genau genomen habe ich zwei. Äh, hatte ich wohl eher zwei. Der hübschere hat einzelne kleine Löcker. Der ist auch mit Leinen gefüttert. Der andere ist aus den Metern über Metern an weißem Wollköper entstanden, die ich über hatte. Das Modell war auch etwas größer und nicht gefüttert. auch der Tragegurt war aus dem Stoff gefertigt. Zugegeben, gerade der Tragegurt war eher  eine kreative Umsetzung, aber es hat insgesamt ja funktioniert. "Nicht schön, aber selten" hätte mein Opa gesagt. Nun ja, das ganze ist so durchlöchert, die Löchter teilweise so groß und der Träger am Ansatz schon zu mehr als 2/3 zerfressen, die Tasche ist um. Auf dem Foto erkennt man es nur ansatzweise, aber eines der Löcher ist fast 5€ Schein groß.

Auch die Kleider haben gelitten. Allerdings nicht das Blaue 'Hebammen' Kleid. Vorher, durch Funkenflug, hatte ich schon den starken Verdacht, dass man mir da keinen reinen Wollstoff verkauft hat. Inzwischen sehe ich es als erwiesen, dass hier ein beträchtlicher Anteil Synthetik mit verarbeitet wurde. Zur Sicherheit habe ich das Kleid aber gebügelt, um mögliche Motteneier abzutöten. Ja, es war etwas heikel das Kleid zu bügeln. 

Ich hab auch noch nie vorher meine Mittelalter Sachen gebügelt. Ich bin grundsätzlich kein Fan vom Bügeln. Ich verstehe Menschen nicht, die alles nach dem Waschen bügeln. Das wird ja vom Hängen im Schrank doch wieder irgendwie faltig. Dann muss ich es ggf. noch mal bügeln. Nene, ich bügele wenn überhaupt noch für Bewerbungsgespräche oder Feiern und dann auch nur unmittelbar davor.

 

Bevor ich also irgendwelche anderen Projekte angehe, werde ich dann meine kompletten Klamotten durchsehen, ausschütteln, waschen und anschließend einzeln in Kleider Säcken im Kleiderschrank im Keller mit Mottenpapier aufhängen. ... Ach ja, und stopfen.

Wie gut, dass ich eh ein neues Kleid für die Veranstaltung "Jagd im Mittelalter" nähen wollte. Wobei ich den Stoff erstmal kontrollieren muss, ob er nicht auch längst angefressen wurde. 

 



Montag, 7. Juni 2021

Essen und Trinken I: das Projekt und die Literatur

 Schon vor Jahren, noch bei der Terra Coloniensis, habe ich kurz das Thema Essen und Trinken angeritzt. Aber jetzt, dank der Corona Pandemie haben wir ja doch mehr Zeit. Da ich für 'das mache ich im Winter' einfach zu verpeilt bin, habe ich mir nun etwas anderes überlegt.

Ich möchte ein Projekt starten zum Thema Essen und Trinken. Da ich bereits im Besitz einiger Bücher, u.a. auch verschiedener Bücher mit Rezepten oder was dem am nächsten kommt, bin, sollte das kein unmögliches Unterfangen sein.

Der Plan sieht wie folgt aus:

Zunächst sichte ich natürlich die Grundlegende Literatur. Da dies eher ein Querlesen wird, um mich einzustimmen, werde ich hierzu eingangs keinen umfassenden Eintrag verfassen.

Anschließend werde ich meine "Kochbücher" vergleichen. Gleiche, oder zumindest ähnliche Rezepte auflisten und anhand dessen eine Rangliste erstellen. Anhand dieser Rangliste werde ich dann die Rezepte versuchen nachzukochen. Es werden sicherlich Hürden auftreten, wie beispielsweise Singvögel als Zutaten, welche ich eher nicht überwinden kann. Sollten zu viele Zutaten unerreichbar sein, werde ich nicht versuchen das Rezept nach zu kochen.

Ich bin noch nicht ganz sicher, in welchem Turnus ich dieses Projekt durchführen möchte. Ein Rezept wöchentlich? Oder alle 2 Wochen? Oder doch lieber nur eine Kochsession pro Monat? Vielleicht lässt sich dann ein oder mehrere "Versuchskaninchen" finden, die mit mir das Ergebnis verköstigen. Verschiedene Geschmäcker, und möglicherweise eine etwas objektivere Bewertung wären auch interessant.

Ob ich im Garten überm Feuer kochen möchte, oder ob es doch im Edelstahltopf in der Küche auf dem Ceranfeld wird, sei dahingestellt. Sicherlich würde die erste Variante noch weitere Informationen und Erfahrungswerte bieten. Zum Beispiel könnte ich mir vorstellen, dass der Edelstahltopf weniger den geschmack beeinflusst, als ein geschmiedeter oder Keramiktopf. Auch die Kochdauer überm Feuer wäre interessant. In Kombination mit der Einstellung der Hale, wäre das wahrlich nützlich zu wissen.
So könnte sich nicht nur eine Einschätzung bezüglich des Geschmacks (und somit auch ob es den persönlichen Geschmack trifft), sondern auch wie aufwändig das ganze auf einem Lager sein würde emulieren. Vorbereitungs- bzw. Zubereitungs- und Kochdauer zu wissen, hat entscheidenden Einfluss auf die Planung der Mahlzeiten auf einem Lager. In der Vergangenheit gab es immer ein wenig Unmut, ob der späten Mahlzeiten. Wenn man aber auch erst anfängt zu kochen wenn man Hunger bekommt, bleibt es nicht aus, dass die Mahlzeit erst nach Einbruch der Dunkelheit servierfertig wird.
Ich fände es begrüßenswert, könnte man anderen mitteilen, "das Essen wird gegen 17 Uhr fertig sein" und dann ist es auch irgendwann zu dieser Zeit tatsächlich servierfertig.


Also hier der Aufruf:

Wer wäre bereit sich als Testperson zur Verfügung zu stellen um (im noch festzulegenden Turnus) tatsächlich mittelalterliche Gerichte nach überlieferten Rezepten (oder zumindest Zutatenlisten) zuzubereiten und zu verköstigen?

1-2 Testpersonen wären wünschenswert.

Als vorab Warnung: Meines Wissens nach, ist Mittelalterliche Küche sehr ungewohnt von dem, was wir heute in der europäisch-multikulti Küche gewohnt sind, solltest du ein "picky eater", "Verschnuppt" oder sonst wie Hemmungen haben ungewöhnliche kombinationen oder Zutaten zu essen, ist dieses Projekt eher nichts für dich. Süß-scharf, sehr würzig oder vielleicht auch mal eher fad wird mit Sicherheit dabei sein. Sollte das für dich eher einen Würgereiz bedeuten, wie gesagt, ist dies nichts für dich. Bist du experimentierfreudig und an historischer Küche interessiert, melde dich (o;


Die vorläufige Literaturliste:

  • Schubert, Ernst (2006). Essen und Trinken im Mittelalter. (1. Aufl.) Primus Verlag
  • Maier, Robert (2017). Liber de Coquina - Das Buch der guten Küche. (1. Edition.) Amazon Distribution
  • Blume, Jacob (2009). Das Buch von guter Speise. Mittelalterlich Kochen. Gerichte und ihre Geschichte. (2. Edition) Die Werkstatt
  • Anonymous ()Wie man eyn teutsches Mannsbild bey Kräfften hält. Die vergessenen Küchengehe... () Orbis Verlag
  • Ehlert, Trude (2000). Das Kochbuch des Mittelalters: Rezepte aus alter Zeit, eingeleitet, erläutert und ausprobiert. (Sonderausgabe) Patmos 
  • Kaiser, Reinhold (2002).  Trunkenheit und Gewalt im Mittelalter. Böhlau

Da Essen und Trinken nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Deckung des Energiebedarfs / Befriedigung von Hunger und Durst zu sehen sind, sondern im weiteren Kontext - der soziale, rituelle und medizinische Stellenwert zum Beispiel - wird sicherlich im Laufe der Zeit noch weitere Literatur mit einfließen, was aber für das vordergründige Experiment, das Nachkochen von Gerichten, erst einmal von nachgeordneter Relevanz ist. Jedoch kann es für die Darstellung hilfreiche Anhaltspunkte geben.

Das Nachkochen soll Erfahrungswerte generieren. Der theoretische Teil, mit den "hilfreichen Anhaltspunkten" soll aber auch in die spätere Darstellung einfließen. Natürlich ist eine Überprüfung von Gebrauchsgegenständen wie Koch- und Essutensilien hier genauso Teil wie die Wahl der Gerichte, die Reihenfolge, welche Bevolkerungsgruppe welche Nahrungsmittel konsumierten und zu welcher Gelegenheit. Wie viele Mahlzeiten am Tag, wer bereitet sie zu und in welcher Art und Weise werden sie dargereicht. Wirkt sich die soziale Hirachie auf die Reihenfolge oder Portionsgröße aus? Gibt es Begleitende Gebräuche (Gebet, Segen, Danksagung, Handwaschung - aus hygienisch oder rituellen Gründen?), welche Getränke zu welcher Gelegenheit? Wie sieht es mit Snacks aus? - Man möge über solche Fragen lachen, aber bedeken wir mit welcher, fast religiösen ernsthaftigkeit heute verschiedene Strömungen sich des Themas Ernährung annehmen, wie kann man da nicht Fragen stellen? 

Und das weite Feld der Diätik - nicht um abzunehmen, sondern Ernährung als Zweig der mittelalterlichen Medizin, wie hat sich das auf die allgemeine Ernährung ausgewirkt? Gibt es Lebensmittel, die rein aus medizinschen Gesichtspunkten konsumiert wurden? Oder wurden sie anders zubereitet? Galten sie vielleicht für Gesunde gar als schädlich? 

 

Offensichtlich habe ich viele Fragen. Nun, wie könnten sich die Antworten auf die Darstellugn auswirken? Hier soll erstmal unterschieden werden: viele Gruppen binden die Mahlzeiten überhaupt nicht in ihre Darstellung mit ein. Es wird also zu diesem Zeitpunkt keine Darstellung betrieben, sondern eher eine "Drehpause" eingelegt und gemeinsam gesellig gegessen. Der Umgebung geschuldet vielleicht auf offenem Feuer, aber eben ein beliebiges Gericht. Die Ausrüstung ist also auch zu diesem Zeitpunkt eher nachrangig, hauptsächlich darauf bedacht das Bild nicht zu sehr zu stören. Hier finden sich also Edelstahl- oder Emailltöpfe und ein buntes Sortiment aus Holz und Tonwaren als Geschirr. Wo diese Variante praktiziert wird, sind die Antworten, selbst die Fragen gänzlich unerheblich.

Wo jedoch auch die Zubereitung und die Mahlzeit an sich in die Darstellung integriert wird, kommen eben Details  zu Utensilien, Zutaten, ob auf dem Tisch ein Tischtuch liegt, ob am Tisch auf die Teller aufgetragen wird, oder ob bereits angerichtete Teller serviert werden schon einen Unterschied. Es ist ein Theaterspiel, wer bekommt zuerst serviert? Bekommt der beste Esser die größte Portion, oder derjenige, dessen Darstellung dies diktiert? (Natürlich soll an dieser stelle deswegen niemand Hunger leiden, es geht um Symbolwirkung.) 

 

Letztlich wird natürlich auch darauf eingegangen, dass Lebensmittel sowie Getränke produziert werden müssen. Ein kruzer Exkurs in Landwirtschaft und Handel sind hier unumgänglich um zu untermauern, weshalb manche Lebensmittel vielleicht theoretisch verfügbar gewesen sind, aber dennoch unwahrscheinlich konsumiert, oder zumindest nur sehr eingeschränkt konsumiert wurden, sowie regionale unterschiede in der Ernährung. Hier kommen sicherlich auch Hungersnöte und ihr Zustandekommen durch Missernten oder demographischen Wandel zur Sprache.

 Welche Aspekte rund um das Thema Ernährung, Essen und Trinken würdet ihr noch ihm Rahmen eines solchen Projekts anschneiden? Ich möchte das Projekt offen gestalten, es soll weder eine Deadline geben, noch sollen Themen ausgeschlossen werden oder ähnliches. Wenn es mit Essen und Trinken zutun hat, hat es seine Berechtigung hier Erwähnung zu finden.

 Weitere Literaturvorschläge, ob Sekundärlitertur, Oder Quellen in Word oder Bild sind gern gesehen. Die vorläufige Liste ist, wie sie heißt, vorläufig und beschränkt sich zunächst auf die offensichtlichen Verdächtigen in meinem Privatbesitz. Habe ich diese abgegrast, werde ich mich auf die Suche nach weiterer Literatur machen. Derweil werde ich die bereits in den Kochbüchern schon aufbereiteten Rezepte versuchen nach zu kochen und das Ergebnis - vielleicht mit Unterstützung von weiteren Testpersonen - nach verschiedenen Gesichtspunkten bewerten.

  • Verfügbarkeit der Zutaten
  • Aufwändigkeit in der Zubereitung
  • Zubereitungszeit
  • Geschmack
  • [ggf. Probleme bei authentischer Zubereitung]
    • mit authentischen Utensilien
    • Konflikt in der Nutzung einer Feuerstelle  
    • Kühlung / Warmhalten

 Und bevor das hier weiter Ausartet: Jedem Gesichtspunkt will ich einen Eintrag widmen, so wie jedem Rezept. Hoffentlich gibt das eine übersichtlichere Struktur.

Samstag, 5. Juni 2021

Lebenszeichen: erste Saison ohne "Mittelalter"

 Hui, der letzte Eintrag war am 20.04.20 - über ein Jahr her!

Ja, tatsächlich gab es in der Saison 2020 keine einzige Veranstaltung für mich. Nicht mal eine Tagesveranstaltung. Freunde von mir hatten  zumindest mal eine kleine eintägige Veranstaltung hier und da, aber bei mir war das Jahr komplett ohne Mittelalter.
Selbst meine ganzen Freunde und Bekannten aus dem Hobby habe ich nicht getroffen. Social Distanzing und so. Außerdem gab es in meine Job Überstunden statt Kurzarbeit. Seit Dezember kämpfe ich nun sehr mit meinem Biorhythmus, um wieder auf mein normales Level zu kommen, da ich zwischenzeitlich jenseits von Gut und Böse bin, was meine Schlaf- und Wachzeiten angeht.


Also was habe ich getrieben? War es wirklich ein Jahr gänzlich ohne Mittelalter? Mehr oder weniger schon. Ich habe zumindest keines meiner zahlreichen Projekte vorangetrieben.

Ich hatte sogar darüber nachgedacht meine Ausrüstung zu veräußern. Allerdings nicht um das Hobby komplett aufzugeben, sondern um sie gegen anderes auszutauschen. Aber wie immer konnte ich mich nicht entscheiden. Und nachdem sehr viele das Hobby regelrecht aufzugeben scheinen und ihre komplette Ausrüstung verscherbeln, würde ich wohl auch nur nen Appel und en Ei für meine Klamotten, inklusve Zelt, bekommen. Dann kann es auch weiter bei mir rumliegen, für irgendwas werde ich es schon verwenden können.

Aber es ergab sich die ein oder andere Neuanschaffung. Zum Beispiel hat sich im August ein Strohhut gefunden, der mir annähernd passt. Außerdem noch Wollkämme, Garnrollen und Holzteller. Dazu ein andermal mehr.

Zurück zum Thema Ausrüstung austauschen. Wast hatte ich denn eigentlich vor?! Mit Hinblick auf die wahrscheinlich rapide auslaufende Lebenszeit meines Autos, habe ich ernstlich überelgt, ob es möglich wäre mich so zu verkleinern, dass ich mit ggf. einem geliehenen Smart Veranstaltungen bewältigen könnte. Natürlich ufert das bei mir immer aus, ich bin auch für nahezu jede erdenliche Situation vorbereitet. Und sollte sich eine neue Situation ergeben, findet sich immer ein schnelles Provisorium und Zuhause überdenke ich mögliche Lösungen und bin beim nächsten Mal auch darauf vorbereitet. Ich neige im Hobby ein wenig dazu zum Prepper zu mutieren.

Ich hätte gern mein Zelt ausgetauscht. Mein Sachsenzelt nimmt einfach echt viel Platz weg. Und da ich insgesamt häufiger als Magd, Handwerkerwitwe o.ä. auftrete, ist so ein großes Zelt auch irgendwie nicht so ganz stimmig. Dann dachte ich an eine Dackelgarage, das ließe sich sicher auch im Smart Transportieren. Nur, wie mittelalterlich ist eine Dackelgarage für eine alleinstehende Frau? Ok, grundsätzlich ist ein Zelt wohl eher unrealistisch, aber von allen unrealistischen Varianten, wie realistisch ist da die Dackelgarage, Pardon, das A- oder Keilzelt?
Mal ganz vom Material abgesehen...

2019 habe ich ein befreundetes Pärchen in einem hübschen kleinen Leinenkegelzelt auf einem Lager gesehen. Und ich dachte mir, so als Magd, wäre doch ein kleines Leinenkegelzelt doch passender, oder? Wenn ich klein meine, dann meine ich einen Durchmesser von ca. 3m. Da kosten die noch nicht die Welt. Natürlich würde da auch nicht all mein Kram rein passen. Ich überlege da noch immer. Mal sehen, wie sich die ganze Sache entwickelt.

Was für abenteuerliche Überlegungen ich da hatte! Einen Smart mit Dachgepäckträger, vielleicht sogar nen Fahrradhalter hinten dran - wobei ich mir da nicht sicher war, ob es die auch für Autos ohne Anhängerkupplung gibt... Was will ich mit dem Fahrradträger? Naja, so ein Tisch passt sicherlich nicht mehr mit in den Smart, aber die Tischplatte und Böcke könnte man auf so nem Träger festzurren.
Ja, manchmal wenn ich freidrehe, denke ich "outside the box". Es braucht ein bischen ,bis ich mich von bisherigen Denkmustern oder ausgetretenen Pfaden löse, aber dann kann ich auch den wildesten Ideen nachgehen.

Aber, glücklicherweise wurde meinem Auto noch mal das Leben gerettet. Diesen Monat muss er allerdings wieder zum TÜV, es gibt ein paar Dinge, die definitiv gemacht werden müssen, aber die Knutschkugel wird es, denke ich, noch ein letztes Mal schaffen. 2023 werde ich das Ding allerdings definitiv nicht noch einmal durch den TÜV prügeln. Da sich im letzten Jahr meine wirtschaftliche Situation deutlich verpessert hat, ist die Anschaffung eines anderen Autos zu diesem Zeitpunkt als machbar und wahrscheinlich anzusehen.
Zudem habe ich nun ernstlich wieder in Erwägung gezogen doch einen Roller anzuschaffen. Für die kurzen Strecken und bei gutem Wetter sogar bis zum Stall wäre ein 50ccm Roller für mich eine gute Ergänzung. In der Zeit wo ich ke in Auto hatte, habe ich enorm gespart mit dem Roller, auch wenn dieser nur 27km/h fuhr und mich fast wahnsinnig gemacht hat, so kann ich mir ja nun einen zulegen, der zumindest 50km/h fahren darf. Dann kann ich die Kilometer bei meiner KfZ Versicherung wieder runterstufen und zudem auch ne Menge Sprit sparen. Wenn ich 2L/100km gegen 6-8L/100km aufrechne, ist da eindeutig Potential für Einsparungen. Ich fahre ja etwa 500-600km pro Woche. Wenn das Pferd krank ist auch schon mal fast 1000km.
Wenn ich bedenke, dass eine komplette Saison 2020 und nun schon fast die halbe Saison 2021 ausgefallen ist, hätte ich in der Zeit ja gut Geld sparen können mit so nem Roller. T_T Aber es kann ja keiner Hellsehen.

Gerade habe ich Urlaub, und nachdem ich das Gros der Arbeit in meinem Garten erledigt habe, nun wieder die Regenzeit eingesetzt zu haben scheint und ich dann wohl in der Wohnung weitermachen werde, könnte ich ja auch den Ausrüstungskatalog wieder aufgreifen.

Davon ab, es besteht die begründete Hoffnung, dass im August Veranstaltungen stattfinden werden.
Also ein befreundete Pärchen beabsichtig Anfang August seine Hochzeit mit einem mittelalterlichen Lager zu feiern .Und Ende des Monats ist eine Veranstaltung "Jagd im Mittelalter" anbesetzt, die vom Konzept her toll klingt und wo ich wirklich sehr gern mitmachen würde. 

Mit den aktuellen Lockerungen und dem Vortschreiten der Impfungen bin ich durchaus positiv gestimmt. Man sollte einfach weiter hoffen.

Montag, 20. April 2020

Der Winter 9/2019 - 3/2021 - oder das Jahr ohne Saison dank Corona.

Eigentlich hätte über Ostern der Einstand in die Saison 2020 stattfinden sollen. Aber nachdem sich in Asien Ende 2019 ein neuer Virus ausgebreitet hat und Bis März 2020 den weg auch unfehlbar in den Rest der Welt gefunden hat. Corona hat seitdem alles fest in seinem Griff. Erstaunlicherweise wurde hier im Gegensatz zu schon bekannten Grippewellen gleich durchgegriffen:

  • Schulen wurden geschlossen
  • die meisten Geschäfte wurden geschlosse
  • Fitness Studios, sonstige Sportstätten bleiben geschlossen
  • und selbstverständlich wurden so ziemlich alle Veranstaltungen, Konzerte o.ä. abgesagt oder verschoben
  • selbst die Wertstoffhöfe der Abfallbeseitigungsbetriebe wurden geschlossen.
Daraus folgt ein mehr an Freizeit für einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung, weniger Möglichkeiten diese zu gestalten, plus ein wirtschaftlicher Druck durch Verdienstausfälle bei genau diesen Menschen durch ein deutlich geringeres Kurzarbeitergeld - wenn sie Glück haben. Selbstständige, Kulturschaffende, Familien wo der Alleinverdiener dadurch “wegbricht“, stehen am Rande des Abgrundes. Auch enorm viele Marktleute, deren Einkommen von Veranstaltungen abhängt müssen nun sehen wo sie bleiben.

Ich bin glücklicherweise nicht davon betroffen wirtschaftliche Ausfälle zu erleiden. Aber natürlich habe ich nun eingereichten und bewilligten Urlaub für Veranstaltungen, den ich nun eher verprasse.

Langsam setzt die Erkenntnis ein, dass ich nun meine Ausrüstung bis auf weiteres einmotten kann. Diesen Winter habe ich gar nicht wie sonst alles eingelagert, sondern wie über die Saison in der Wohnung verteilt. Ich habe noch nicht einmal den Dachgepäckträger vom Auto montiert 🙈.
Das wäre dann ja langsam angebracht.

Aber wie der Titel schon sagt, da die Saison 2020 wohl komplett ausfallen wird (lassen wir uns überraschen), ist der Winter bzw. der Zeitraum von “Das machen wir im Winter“ extrem lang. Ich schätze mal von September bis 2019 bis März 2021 😂. Natürlich habe ich bisher noch gar nichts gemacht von der ewigen Liste. 

Ich aktuell auch eher zurückhaltend was neue Ausrüstung etc angeht, da mein Auto dem Getriebeschaden mit großen Schritten entgegen läuft. Ohne Auto ist das Hobby ja eher schwierig zu bestreiten. Dann müsste ich wohl auf eine realistische Darstellung einer Pilgerin umsatteln 😅.

Also, auf alles einzulagern! Nachdem ich letzten Sommer das kleine Zimmer umgeräumt und quasi in ein Mittelalter Lager(raum) gewandelt habe, ist das noch alles was befremdlich.

Freitag, 20. September 2019

Resümee: 1. (mittelalterlicher) Zunftmarkt in der Burg Nideggen 2019

Achtung! Schleichwerbung. Beitrag enthält Links. (-;

Am 14. und 15. September habe ich auf dem ersten mittelalterlichen Zunftmarkt an bzw. in der Burg Nideggen geholfen. Bekannte  und Mitglieder aus meiner Mittelalter Gruppe Malleus Paganorum betreiben noch eine Eventagentur namens 3P - Past Present Promotions, welche diesen Markt organisiert haben.

Das war ein Versuch um zu sehen, ob sich eine solche Veranstaltung etablieren kann. Nehmen die Besucher das an? Lohnt sich der Aufwand? In diese Richtung. Im Mai findet zwar schon seit Jahren eine Veranstaltung statt samt Lager, jedoch ohne nennenswerten Markt. Diese Veranstaltung bezieht ihre Teilnehmer hauptsächlich aus dem Ritterconvent.

Es war etwas schwierig, da noch zwei andere Veranstaltungen am Ort stattfanden (in Nideggen, nahe der Burg), die zusätzliche Besucher anlocken könnten oder monopolisieren. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, ob oder wie die Werbung für die Veranstaltung aussah, aber für einen ersten Versuch fand ich die Menge an Besuchern gar nicht schlecht.

Wir drei Mädels und ein Vater und Sohn Gespann, welches fleißig geschmiedet hat, waren etwas abseits des restlichen Marktes sodass mein Eindruck nicht repräsentativ gewesen sein muss. Wir haben einen Kinderarmbrustschießstand, eine Bogenbahn und das Karten Legen betreut.

Für mich fühlte es sich nicht wie ein Markt an, aber auch nicht wie ein Lager. Eine Art Hybrid, zumal der Großteil der Teilnehmer sich ebenfalls aus dem Ritterconvent rekrutierte und man sich natürlich kannte. Das trägt positiv zur Geselligkeit nach Feierabend bei.

Es sollte ein Handwerkermarkt sein, wo der Besucher auch gleichzeitig einen Einblick in die historischen Handwerke haben konnte. Es war kein 08/15 Markt mit Silberschmuck für jedwedes Level von Gothic, Gruftie, oder Emo, keine billig in China produzierten Kinderspielsachen aus fragwürdigem Holz, keine Epoxidharzdrachen, keine Pseudopiraten Outfits.

Mein Verständnis des Konzepts ist, dass das Vorführen des Handwerks, die teilweise Andersartigkeit der Werkzeuge und der eigentliche Arbeitsprozess von Hand im Vordergrund stehen sollten und die Produkte als Ware eher ein nettes Beiwerk, mit einer Funktion ähnlich den Souvenirs in stark touristisch erschlossenen Urlaubszielen.

Wir hatten einen Täschner, der Beutelchen, Gürteltaschen und Repliken der Ronneburg Tasche anbot und vor Ort fertigte. Einen Schildmacher, der seine Rohlinge anbot, die nur noch darauf warteten das Wappen seines zukünftigen Trägers zu erhalten, Töpferer aus Langerwehe, Stoffdruck zum selbst ausprobieren, Buntmetallbearbeitung, Einen Stand, der vornehmlich gedrechselte Holzartikel anbot. Einen Gürtelmacher, einen Steinmetz.... Ich bin gar nicht dazu gekommen mir alle Stände im Detail anzusehen, auch wenn es nur eine kleine Veranstaltung war.

Leider sind die Bilder, die ich selbst gemacht habe irgendwie nicht so aussagekräftig :-/

Wir hoffen, dass die Veranstaltung Anklang gefunden hat und sich als wiederkehrendes Event etablieren und wachsen kann.

Freitag, 16. August 2019

Lagerbeleuchtung III - Kerzenziehen II - Flohmarkt I (Fotos)

Anmerkung: Ich verwendet römische Zahlen um Folgeeinträge zu bestimmten Themengebieten zu ordnen und die Zusammengehörigkeit zu kennzeichnen.

Der Grund, weshalb ich überhaupt am vergangenen Wochenende die Ritterspiele in Freudenberg besucht habe, war ja, dass ein Bekannter gedrechselte Kerzenständer nach Fund in Facebook angeboten hatte. Da Beleuchtung ja ein Dauerthema ist, konnte ich da nicht anders als zuschlagen. Zumal sie erschwinglich waren und ich natürlich gerne für Handarbeit auch bezahle.
Die Frage war nun, abholen oder per Post zuschicken lassen. Ach, was soll der Geiz, der Westerwald ist nicht die Welt entfernt! Und einige meiner Freunde wohnen ja zudem eh in der Ecke. Warum das also nicht mit einem Besuch kombinieren? Nun wollten meine Freunde aber just an dem Tag die Ritterspiele in Freudenberg besuchen. Ist ja auch da in der Umgebung. Also meine Kerzenhalter abgeholt und dann weiter nach Freudenberg.

Sind sie nicht hübsch? Ich bin ja ganz verliebt! M. Meinte, ich müsste ja jetzt nur noch dazu passende Kerzen finden. Natürlich sind 55mm Kerzen jetzt nicht so exotisch... aber hübscher sähen sicherlich Bienenwachskerzen aus. Als ich nach solchen Kerzen gesucht habe, ist mir auch die Lust wieder vergangen. Stattdessen habe ich nach Bienenwachs gesucht und die Idee mit dem Kerzen selber ziehen wieder in Erwägung gezogen. Wie zu erwarten, ist Bienenwachs natürlich nicht günstiger geworden seitdem ich zuletzt hier darüber berichtete. Aber ich fand ein zumindest akzeptables Angebot auf eBay.
Dochte könnte ich durchaus fingerloopen aus Leinengarn - ist ja nicht so, als hätte ich nicht noch den ein oder anderen Kilometer davon - und schon könnte ich Kerzen ziehen! Ja gut, ein geeignetes Behältnis für den flüssigen Wachs muss gefunden werden. Ich grüble, welche Art Konservendose wohl am passendsten wäre. Da nun scheinbar doch eher dickere statt lange Kerzen gefragt sind, wird wohl eine der 08/15 Eintopfdosen ausreichen, vielleicht eine Nummer größer, mehr muss es aber nicht sein, oder?

Viel interessanter wäre doch eher, wie ich den Wachs flüssig zu halten gedenke. Vermutlich im Wasserbad auf der Herdplatte. Und wie der Produktionsaufbau insgesamt gestaltet wird. Sinnig wäre es, mehrere Kerzen in Serie zu ziehen. Am Besten mit einer Vorrichtung wo die Kerzen zwischendurch kurz auskühlen können zwischen den einzelnen Tauchgängen. Das kann ich mir durchaus vorstellen. Ich hatte auch schon fast 2kg Bienenwachs auf eBay gekauft. Nächsten Monat vielleicht.
Außerdem habe ich auf eBay ebenfalls ein Angebot gefunden von bereits gebrauchsfertigen Talg im Eimer. Ich erinnere mich nicht, was der Talg vom Schlachter damals gekostet hat, aber allein die Arbeit das auszulassen und quasi zu klären wäre mir das Geld wert. Also dann doch ein paar passende Talglichtsschalen bei Ilja bestellen.
Dieses Kleid.
 Foto: Gut Schiff 2010

Außerdem hatte ich das Treffen mit meinen Freunden dazu genutzt eines meiner Kleider - mein aller erstes - an eine Freundin zu verkaufen. Ich habe es in den letzten Jahren eh nicht getragen, da es mir doch ein wenig kurz war. Der neuen Besitzerin könnte es genau richtig lang sein. Ich bin gespannt, wie es an ihr aussieht. Lustigerweise war auch eine Freundin dabei, der ich mein zweites Leinenunterkleid verkauft hatte. Nachdem ich die lernen musste, dass Leinen Trotz vermeintlich versäuberten Nähten ausfranst und ich die Ärmel noch Mal komplett auftrennen und neu nähen müsste, waren die Ärmel etwas eng geworden und ich war zu genervt um es nochmal aufzutreiben und anzupassen. Aber Meine Freundin passte auch von der Länge besser in das Kleid, also für beide eine Win-Win Situation

Montag, 12. August 2019

Resümee Tagesgast: Ritterspiele Freudenberg 2019

Am vergangenen Sonntag (11.08.2019) war ich mit Freunden und Bekannten auf bei den Ritterspielen in Freudenberg (nahe Siegen). Das war wahrscheinlich die erste Veranstaltung seit über 10 Jahren für die ich tatsächlich Eintritt bezahlen musste. Natürlich nur den reduzierten Preis für gewandete, aber komisch war es schon.

Wir waren Ca. 5h da. in der Zeit haben wir zwei Turniere mitbekommen, die reiterlich sicher solide waren, aber eben Show. Es waren eben Reiterspiele im “mittelalterlichen Gewand“. Saustechen, Roland treffen, Ringe stechen, eine Axt AIF nehmen und im Galopp in der Wendung auf einem Holzblock einschlagen, so was in der Art. Die Kuvertüren waren von sehr unterschiedlicher Machart und Qualität und die Mehrheit der Reiter waren Reiterinnen. Auch bei der Siegerehrung waren viele Ritterinnen geehrt worden, die vermutlich bei Spielen zu Fuß ihr Können bewiesen haben. Insgesamt schien mir dies eine sehr emanzipierte Veranstaltung zu sein.

Am Sonntag haben sich die Besucherzahlen in Grenzen gehalten, da wir auch vom Unterstand des Gastronomiebereichs aus noch einen zumindest eingeschränkten Blick auf das Geschehen auf dem Turnierplatz hatten.

Gastronomisch gab es durchaus Abwechslung, wenn auch nichts so kompliziertes wie Eintopf oder irgendwelche Pfannengerichte. Würstchen, Verschiedene Backwaren, die üblichen Fladen, so was in der Art.

Einen wirklichen Markt habe ich darin nicht gesehen. Einige Lagernde hatten ein kleines Angebot an Waren dabei, aber keiner der Händler machte einen vornehmlich kommerziellen Eindruck. 

Die Lager selbst haben einen vergleichsweise soliden Eindruck gemacht. Vielleicht keine absoluten Authentiker, aber es sind mir zumindest keine absoluten GroMis aufgefallen.  Es war etwas weitläufig, da scheinbar einige Gruppen kurzfristig abgesprungen sind, aber noch lange nicht so übersichtlich wie die Veranstaltung in Rietberg. 

Mittwoch, 24. Juli 2019

Lagerresümee: 1. Rietberger Mittelalterspektakulum 2019

Am vergangenen Wochenende (19. - 21.07.2019) fand das 1. Rietberger Mittelalterspektakulum statt. Wie der Name vermuten lässt, in Rietberg. Ich hatte noch nie von dieser Stadt gehört zuvor, also hatte ich es, nachdem ich ein Inserat auf Facebook bezüglich noch offener Lager- und Händlerplätze an einem meiner freien Termine gesehen hatte, erstmal per Google Maps nachgeschaut, wo das überhaupt ist. Das Städtchen liegt etwa auf halber Höhe zwischen Bielefeld und Paderborn, 185 km von mir (Niederkassel, zwischen Köln und Bonn) entfernt. Das ist ja nicht die Welt, dachte ich mir, knapp 2h Fahrzeit. Und ich bin sowohl auf dem Hin- als auch dem Rückweg ohne Stau durch gekommen, trotz gefühlt 30 Baustellen.

Die Veranstaltung fand IM Landesgartenschaupark statt. Mir war bis dahin nicht klar, dass die Landesgartenschau auch in kleineren Städten stattgefunden hat, aber hey... Die Anlage ist auf jedenfall ganz hübsch und hat insbesondere für Familien mit Kindern viel zu bieten. Spielplätze, Rutschentürme, einen Wasserspielplatz und unglaublich viele große Legosteine. Also schon riesige Legosteine (die 8er Steine waren ca. 30cm lang und 7cm hoch). Und die Kinder haben damit in einem Tempo gebaut... da wurden ganze Städte gebaut und wieder eingerissen und neu gebaut keinen Meter entfernt. Oder eben 20 Meter weiter und dann wurden die Steine in einem Tempo darüber geschafft, das hatte was von Ameisen. Ich hatte einen perfekten Blick auf dieses Treiben, da mein Lagerplatz quasi ganz außen, vom eigentlichen Geschehen abgewandt lag.

Mein Lagerplatz war sowieso etwas... schwierig. Man muss sagen, der Boden im Landesgartenschaupark ist perfekt. Er ist eben, das Gras ist schön weich, saftig und grün, vielleicht etwas lang, würden einige sagen, aber bei denen ist der Rasen eh immer auf 35mm getrimmt und mehr tot als lebendig. Es war eine Wonne über diese Wiese barfuß zu laufen. Davon abgesehen, war bei meiner Ankunft erstmal niemand da, der mir meinen Platz zuweisen konnte. Vorab hieß es, man solle sein "[Heer-]Lager bitte nur in der für Sie gekennzeichneten Fläche auf[bauen], die Sie vom Einweiser gezeigt bekommen." und das Freitagmorgen, 10 Uhr. Wer danach kommt, kann wieder gehen... Ich bin also morgens hier losgeflogen. Mein Wecker hat mich nach nur einer Stunde um fünf schon wieder aus meinen Träumen gerissen. Ich habe das Auto fertig bepackt und bin deutlich später losgekommen hier, als ich geplant hatte. Aber das ist ja Standard. Jedenfalls war ich um 9:50 Uhr am Ort. Naja, genau genommen war ich um 9:50 Uhr an der Adresse, die auf dem Vertrag stand, und hab den Eingang zum Park nicht gefunden. Ich stand erstmal bei einem Anwohner vorm Haus und habe dumm gefragt. Die Zufahrt war kein Stück ausgeschildert. Auch als ich dann innerhalb des Geländes war, bin ich erstmal falsch gefahren, weil auch dort keinerlei Schilder oder hilfreiche Menschen, die mir hätten Auskunft geben können waren. Für Ortskundige und Leute, die schon mal da waren, mag das da alles klar gewesen sein, aber für Menschen vom anderen Ende von NRW war das ein Labyrinth. 
Dann habe ich endlich die anderen Zelte und Stände gefunden. Es war wirklich überschaubar. Und ob der Uhrzeit war ich etwas skeptisch, denn theoretisch wäre dass dann alles gewesen - eigentlich hätte alles was noch kommt abgewiesen werden müssen laut Vertrag. Ich ließ dann also den Blick schweifen nach einem Einweiser, oder wenigstens jemand, der irgendwas wusste. Letztlich wendete ich mich an einen netten Herrn, der noch an der Kulisse für die Pferdeshow arbeitete. Natürlich konnte er mir mit meinem Platz nicht direkt helfen, aber immerhin konnte er jemanden kontaktieren, der darüber bescheid wusste. "Hinter dem 'Hau den Lukas' ist die 6x10m Fläche eingezeichnet". Ich also da rüber. Den 'Hau den Lukas' konnte man wirklich nicht übersehen. Direkt daneben, quasi ebenfalls in meinem Rücken eine Bogenbahn. Herzlichen Glückwunsch! Die wollte ich nicht unbedingt im Kreuz haben. Also erstmal das Zelt hinter dem Lukas aufgebaut und dann zähneknirschend das Sonnensegel angefangen hinter der Bogenbahn aufzubauen. Spoiler: Ich habe das Sonnensegel insgesamt 3x aufgebaut an diesem Wochnende. Ich weiß inzwischen, wie es alleine geht und wie man es direkt hinbekommt.
Die Betreiber der Bogenbahn äußerten ebenfalls Bedenken über diese Konstellation. Ich konnte natürlich nur auf die Markierungen auf dem Boden verweisen, die ungefähr 6x10m entsprachen, aber sonst keinerlei weitere Informationen beinhalteten (sowas wie ne Nummer oder Name wäre z.B. hilfreich gewesen). Die beiden Jungs haben sich dann einen der Organisatoren herangeholt und ihn informiert, dass das so nicht im Sinne der Sicherheit sei. Kurzerhand wurden meine Standfläche quasi um 90° gedreht. Das Zelt blieb stehen, das Sonnensegel kam dann vor den Eingang des Zelts. So richtig glücklich war ich mit der Anordnung nicht. Die wenigsten trauen sich bei so einem Kompakten Aufbau noch ans Zelt heran, geschweige denn hinein. Wie gesagt, ich habe noch keine Absperrung gebraucht. Ich muss nicht eingezäunt wie im Zoo sitzen. Letztlich war ich auch das einzige Lager, das nicht eingezäunt war. Und als wäre das so geplant gewesen, war ich auch räumlich von den übrigen Lagern getrennt. 

Alle Lager waren in einer Reihe nebeneinander am Rand des Parks. Auf der rechten Seite wurde die Veranstaltung von der Turnierbahn begrenzt, an deren Ende nur ein einsames Sachsenzelt und eine weitere Bogenbahn zu finden waren. Auf der linken Seite gab es keinen sauberen Abschluss. Der Reihe Lager stand etwas versetzt der Aufbau der beiden Jungs vom 'Hau den Lukas' - ihr Schlafzelt, ein Axtwurfstand, die Bogenbahn und eben der Lukas. Rücklings vom Lukas stand ich dann, wie eine erste Reihe auf der linken Seite, theoretisch mit dem Blick nach 'innen' auf die zentral gelegene Taverne, bzw. deren 'Unterstand'. Parallel zu der Reihe Lagern und auf einer Linie mit dem Lukas, getrennt von diesem durch einen Gang, lagen noch ein sehr umfangreicher Tschechischer Holzstand, der unsagbar viele kleine Hocker dabei hatte und diverse Dekoholzartikel, die so ziemlich nichts mit Mittelalter zutun hatten und noch ein oder zwei andere Stände, wo ich gerade gar nicht weiß, was die verkauft haben. Diese Stände wurden wiederum von einem Gang vom 'Festzelt' - aka. dem Unterstand der Taverne getrennt. Dieser Unterstand ist schon kurios, sowas habe ich noch nicht gesehen. Mal von den Bierzeltgarnituren als Sitzgelegenheiten abgesehen, war das Dach, also Sonnensegel, aus LkW Plane, in gelb-blau, darauf natürlich obligatorisch die zwei Wimpel. Die Bauweise war massiv. Die Heringe warn schon jenseits von Erdnägeln, etwa einen halben Meter lang und fast 3cm im Durchmesser. Sehr vorbildlich waren darüber kleine gepolsterte Taschen gestülpt. Ob die wirklich viel abhalten oder nur der besseren Sichtbarkeit dienten, kann ich nicht sagen. Abgespannt war diese Konstruktion mit - haltet euch fest - Spanngurten. Ja, die richtigen, mit Ratschen und so. Ich sag's ja, massive Bauweise. Die Taverne selber war wie ein kleiner Holzturm aufgebaut. Eigentlich ganz hübsch. Ich habe schon deutlich unpassendere Aufmachungen gesehen. Auf selber Höhe stand noch ein elektrisch betriebenes Kinderkarussell. Das Angebot an Fressbuden war jetzt überschaubar. Baumstriezeln, die ich persönlich ziemlich teuer fand, Champignons und Kartoffelecken - das Angebot simpel halten und dafür die Menge liefern können. Einen Stand mit Würstchen, die merkwürdige Namen bekommen haben. ein Crêpes Stand, dann ein klitzekleiner Stand mit eingelegten Gurken - Milchsaure und Essiggurken - das Stück für 1,50€ o.O Holla die Waldfee. Dann wieder ein Gang und dann war da schon die abschließende Reihe auf der linken Seite. Wikingereis. ich lasse das mal so stehen. Eigentlich hätte ich das photographieren müssen. Ein großer Hänger auf Fachwerk gemacht, allerdings eher so mäßig - und dann oben ein Schild, das war ein Fotodruck von Holzplanken mit der Aufschrift Wikingereis auf einer Plane.... Ein Stand mit gebrannten Mandeln und Co. und dann die obligatorischen Heilstein- und Schmuckstände, sowie die Fantasie Harzgußfiguren, ihr wisst schon, Dracken, Schädel, Einhörner etc. und ein Likörstand, zu dem mich ein Gang trennte. 

Die Betreiber des Likörstandes schienen sehr nett. Als der Himmel sich verdunkelte und ein Gewitter sich anschickte sich über uns zusammen zu brauen, sah er mich, wie ich die Leinen meines Sonnensegels nachgezogen hatte - eigentlich unabhängig vom Gewitter, die haben sich immer wieder gelockert - bot er mir Sturmheringe an. Ich habe abgelehnt, da die elenden Holzheringe, so unpraktisch sie auch sonst waren, eigentlich ziemlich gut im Boden gehalten haben. Die meiste Zeit bekomme ich sie ja nicht mal - in einem Stück - wieder raus. Aber dann hat doch eine Böe mein Sonnensegel erfasst und mit einem Ruck war eine Schlaufe gerissen und drei Heringe aus dem Boden gerissen. Aber als hätte ich es geahnt, hatte ich den Tisch darunter schon halb abgeräumt und wie durch ein Wunder ist meinen übrigen Keramikgegenständen nichts passiert. Was ein Lager auf der anderen Seite des Gangs am Vortag leider nicht behaupten konnte. Denen ist ihr Sonnensegel gleich 2 oder vielleicht auch 3 Mal vom Wind zerlegt worden und unter dem Gestänge hat es ordentlich gekracht und gescheppert. Den netten Betreibern vom 'Hau den Lukas', der einen Bogenbahn und dem Axtwurfstand ist am Vortag sogar das Zelt zusammengefallen dank einer kräftigen Böe. 
Mit den anderen Lagern hatte ich nur marginal zutun. Ein kurzes Gespräch, als einige bei mir vorbeikamen, das war's auch schon. 

Dafür war ich zugegen, als sich die beiden Nachbarn hinter mir, mit den Lagernden ihnen gegenüber unterhielten. Da hatten sich wohl zwei Gruppen zusammen getan. Zumindest die eine der beiden Gruppen muss schon vorher bei der Vorläuferveranstaltung gewesen sein. Die haben einen sehr gemischten Eindruck gemacht. Einige schienen durchaus eine solide Ausrüstung zu haben, und dann standen da die afrikanischen Gebärstühle aka. Steckstühle rum. 

Der geneigte Leser mag da nun viel Kritik rauslesen. Aber ich möchte herausstellen, dass die Location und das Angebot der Veranstaltung mehr auf Familien mit Kindern ausgelegt gewesen schien. Dies ist keine museale oder auf Authentizität ausgelegte Veranstaltung - auch wenn ich eine solche Tendenz wahrscheinlich in den Vertrag reinlesen wollte. Es ist ein Mittelalterspektakulum. Der Name sagt es schon. Auch die Begleitgeschichte des Turniers, die Moderation war ein wenig 'reißerisch' um eben Kinder mitzureißen und zu begeistern, sie zu involvieren. Die Ausrüstung der Reiter und Pferde war, sagen wir, historisierend. Gerade genug, um das Ambiente zu unterstützen und auf gängige Klischees aufzubauen.  Unter diesem Gesichtspunkt fand ich das Karussell ehrlich gesagt etwas unpassend. Es gibt wirklich schöne handbetriebene oder zumindest gut verkleidete Varianten.
Das ganze hat wahrscheinlich noch etwas geschwächelt, da der Veranstalter gewechselt hat und erst einen Grundstock an Gruppen, Händlern, Ständen etc. für diesen Termin an dieser Location zusammen bekommen muss. Außerdem hat sich der Freitag nicht wirklich gelohnt. Nur wenige Veranstaltungen haben freitags schon Programm und das aus einem guten Grund! Die Leute arbeiten freitags meist und es kommen nicht wirklich genug  zusammen um den Plan zu füllen.

Ich habe nachträglich ein wenig über den Veranstalter recherchiert. Die scheinen einige Veranstaltungen zu organisieren, allerdings schienen die mir alle noch recht 'neu'. Und eben diesen Eindruck hat mir die ganze Organisation gemacht. Die Lagerbesprechung am Freitag war etwas holprig und sparsam. Ich bin ja gern so ein Kontrollfreak, der alle Informationen sofort und am liebsten schriftlich haben will, um nachher genau darauf verweisen  zu können... hat mir jetzt persönlich natürlich gefehlt, aber ich konnte zumindest die wichtigsten Informationen für mich rausziehen. Tatsächlich gab es vor Ort Menschen, die das nicht so konnten und sich diesbezüglich geäußert haben. Da musste ich allerdings eine Lanze für den Organisator brechen, da genau dieser Punkt in der Besprechung erwähnt wurde.
Insgesamt, denke ich aber, dass diese Veranstaltung unter dem Fokus einer Familienveranstaltung wirklich Potential hat. Und es wird zumindest Wert darauf gelegt, dass keine modernen Gegenstände, oder Müll in den Lagern zu sehen ist. Mehr kann man von solchen Veranstaltungen wahrscheinlich nicht erwarten.

Und mein Persönliches Hightlight waren die zwei Ziegen. Die sind wohl im Kofferraum ihrer Besitzer mitgefahren. Jedenfalls haben die äußerst gut gehört. Ich würde sagen, besser als die meisten Hunde, die viele mitnehmen. Die Ziegen wurden auch im Turnier eingebaut, als Scherz, ehe der erste Ritter in die Bahn eingeritten kam.

Ich brauche wirklich mal einen zweiten Tisch für Displays. Und noch einen, vielleicht etwas kleineren für im Zelt. Das ewige hin und her räumen im Zelt, nur weil ich an diese Kiste oder jene Korbtruhe muss, ist schon äußerst lästig. Mal sehen, wie oft ich das erwähne, bevor ich es endlich umsetze XD

Am ärgerlichsten fand ich allerdings, dass ich mich auch nicht von meiner besten Seite zeigen konnte. Nachdem mir das Sonnensegel zusammen gekracht war, musste ich eine Schlaufe wieder annähen und bin dabei fast eingepennt. Ich saß in meinem Zelt auf dem Boden mit dem Feldbett im Rücken und bin fast weggeknackt. Deswegen hat das Nähen auch echt lange gedauert. Insgesamt habe ich mich da schon ziemlich schlapp gefühlt, weswegen ich die Nachbarn gefragt hatte, ob sie mir beim Aufbau des Sonnensegels behilflich sein könnten.Es stand gerade so, da riss die nächste Schlaufe ab! Nun stand das Sonnensegel aber noch und ich musste vor Ort diese halbabgerissene Schlaufe wieder annähen. Dann fing es wieder an zu regnen. Ich hatte die Schlaufe so halbwegs angenäht mit einem Leinenzwirn, als der Zwirn so viel Feuchtigkeit aufgesogen hatte, dass ich ihn kaum noch durch das Segeltuch ziehen konnte. Ich habe es dann so belassen, und erstaunlicherweise hat es tatsächlich gehalten. 
Wie dem auch sei, war ich nachher arg am schwächeln. Ich bin glaube ich schon vor acht Uhr schlafen gegangen, weil ich so groggy war. Am Sonntag Morgen war ich dann völlig feddisch. Erkältet bis zum Anschlag, gegen Mittag war ich mir sicher, dass das wieder eine Nebenhöhlenentzündung ist. Mein Auge tat weh, meine Zähne taten weh, die Nase lief tatsächlich wie Wasser und ich hatte ernstlich Sorge, dass ich nicht ausreichend Taschentücher dabei haben könnte. Mir graute es wirklich vor dem Abbau. Im Laufe des Tages ging es dann so langsam. Einer der Nachbarn kam immer mal wieder und hat nach mir geschaut. Irgendwann meinte er, du siehst ja gar nicht gut aus. Und als ich meinte, es ginge mir aber schon wieder besser, da war er etwas verwundert ^_^; Wirklich fit war ich nicht bis zum Abbau und es hat dann auch wirklich lange gedauert, bis ich endlich fahren konnte, aber ich bin wie ein Terrier, ich beiß mich durch XD. Das Ausladen habe ich dann auf den Montag verschoben, denn ich war wirklich fix und alle, als ich im Dunklen Zuhause ankam.

Ob ich noch mal an dieser Veranstaltung Teil nehmen würde? Alleine wahrscheinlich nicht. Aber vielleicht mit befreundeten Gruppen, die nicht unbedingt auf Authentizität bestehen.

Montag, 1. Juli 2019

Fotoauswahl zum Convenimus Saeculo XIII (Foto!)

Und hier noch ein paar Fotoeindrücke vom Convenimus Saeculo XIII

Von den Workshops habe ich leider keine Fotos gemacht.

Ein deutlicher Schwerpunkt war aber sicherlich die Reiterei auf der Veranstaltung. Es gab mehrfache Trainingseinheiten für den Kampf zu Pferd, natürlich inklusive Lanzen. Außerdem wurde auch Infanterie gegen Kavallerie geübt. Und für den ein oder anderen gab es auch noch mal eine Auffrischungsstunde im mittelalterlichen Sattel.

Erstmal die Unterkünfte der pferdigen Teilnehmer:

links Gladiador, in der Mitte Falito  und rechts Brasilieno (Brezel)
 Die Freidigen haben ein paar 'Reiseboxen' (oder Apfelsinenkisten liebevoll genannt) gebaut. Schön zu sehen auch mit Sonnensegeln für die Pferde, damit sie auch bei diesen enormen Themperaturen ein wenig Schatten haben. Leider ist die Sonne dann doch gewandert, dass manchmal der schöne Schatten dann neben oder hinter der Pädockbox war -.-; Oder noch beliebter, die Pferde haben den Schatten ignoriert, wenn er in Reichweite war. Nicht besonders klug, unsere equinen Freunde. Der linke der beiden Schimmel ist der quasi ortsansässige Hengst Gladiador, in der Mitte der aus ... schlag mich tot, ich habe einige Ortsnamen in Kopf, aber ich will euch jetzt keinen Mist erzählen. Ich weiß aber dass der Besitzer Schweizer ist und aktuell bei einer Akademischen Reitschule in Deutschland arbeitet (nicht so wie wir das aus Kindheitstagen kennen, Schulpferde, und 3x am Tag ein anderer Reitschüler, teilweise täglich). Jedenfalls in der Mitte residierte Falito. Ein kurzes googlen ergab, dass dieser Hengst 'Fräulein' heißt - kein Kommentar. Rechts der braune in seiner erweiterten Pädockbox ist Brasilieno oder Brezel genannt. Brezel ist ein Wallach und dies war sein erster Ausflug auf eine solche Veranstaltung. Er hat sich wirklich sehr gut gemacht. Ein sehr neugieriger und interessierter Kerl, der sich von fast nichts hat schocken lassen.
Eterno in seiner Reiseresidenz
Links von dem ersten Foto ging es weiter mit einem Berg aus Heu- und Strohballen und daneben hatte der Wallach Eterno seine mobile Behausung. Eterno hat sein Dach über den Kopf nachträglich installiert bekommen. Er war so ein Spezialist, der sich scheinbar aus dem Schatten auch nichts gemacht hat. Sehr süß war es, als er sich hingelegt hat und einfach weiter Heu gemümmelt hat, bis er eingeschlafen war. Diese Apfelsinenkiste ist seine höchtspersönlich eigene, die mit ihm und seinem Besitzer reist. Ja, auch ein Schimmel, aber ein Wallach.
Alle vier sind Spanier. Eterno, Falito und Brezel sind Spanier. Gladiador ist ein Lusitano Hengst. Mea Culpa!
Rufus und Emm - keine Ahnung wer wer ist.
Eternos Nachbarn waren die Freiberger (... vielleicht auch Rheinländer, ich habe unterschiedliches gehört) Brüder Rufus und Emmeran (keine Ahnung wie man den Namen schreibt). Rufus haben wir letzets Jahr schon zu Gast gehabt. Dieses Jahr war sein Bruder mit dabei. Die beiden haben von Sonntag bis Donnerstag aber einen Abschnitt des Rennsteigs mit ihren Besitzern befahren / zurückgelegt, weshalb man sie quasi die meiste Zeit nicht sehen konnte, da abwesend. Ihr Paddock war quasi was ich gesehen habe, wenn ich aus meinem Zelteingang geschaut habe. Der Karren, mit dem Rufus schon letztes Jahr das Gelände, die Straßen, den Rewe - vermutlich alles wo ein Einachsiger Karren im Umkreis hin kommt - unsicher gemacht hat mit seinen Besitzern, war auch wieder mit dabei. Zusätzlich kam auch noch der Karren der Freidigen zum Einsatz, den vor zwei Jahren der nun leider hoch betagt verstorbene Pedro gezogen hat, beim Nachstellen der Rückkehr von - hab ich vergessen - aus dem heiligen Land. Glaube ich. Mein Gedächtnis ist auch nicht mehr was es mal war und ich bin in den 9 Tagen zugebombt worden mit Informationen. Die beiden Brüder haben nicht bei den Waffenübungen etc. mitgemacht.

Leider sind die meisten Fotos der Übungen sehr verschwommen, da mein Handy gar nicht gut mit sich bewegenden Motiven zurecht kommt T_T Also man möge es verzeihen.

Eterno in vollem Ornat fliegt dem Gelantineblock entgegen.

Es gab auch noch ein Experiment. Welchen Schaden richtet eine Lanze an. Dazu wurde aufwändig auf unserer Feuerstelle in einer Zinn... Zink... Metalwanne ^.^ im Wasserbad zwei Pferdeeimer mit ballistischer Gelatine erwärmt. Alleine das hat ca. 4h gedauert und darin sind das vorherige Quellen der Gelatine nicht mit inbegriffen, genauso wenig wie der Irrweg hin zu dieser Konstruktion, mit der es schließlich funktioniert hat. Ein Block war als Probestück für den Freitag gefertigt, der zweite war für eine Vorführung für die 4h 'Tag der offenen Tür'.
Der Gelantineblock nochmal mit Gladiador.
 Spontan hat sich jemand überlegt, dass es schon cool wäre den Einstichkanal einzufärben. Nicht, dass dieser Vorschlag nicht schon früher gemacht wurde, ... Dann wurde ich plötzlich befördert vom Gelatinereiniger zum Reiniger nebst Färber ^.^ Dies sollte mittels Tinte geschehen... "roter" Tinte. Also eigentlich pinker Tinte. Und meine Hände waren danach pink. Mein Unterkleid hat ein paar fette Tropfen abbekommen. Ich schätzte mich glücklich, dass das Wollkleid nichts abbekommen hat, und zack, abends sah ich, dass dort auch - sehr stark verdünnte - rosé farbene Punkte auf Schienbeinhöhe waren T_T. Der Stoffeimer, mit dem ich das Wasser zum Reinigen des Blocks hoch getragen hatte zum Turnierplatz hatte auch dezente rosé schimmernde Stellen.... Ich habe dann ca. 1/2 h meine Hände gewaschen, was es aber nur abgeschwächt hat. Auch die Nagelbürste zum Schrubben hat wenig gebracht. Insbesondere rund um die Nägel, die Nagelheute und sehr raue, verhornte Schwielen haben die Tinte besonders gut gehalten -.- so dass ich aussah, als hätte ich den Nagellack nur sehr schlampig entfernt. Aber nach zwei mal Haarewaschen war es erstaunlicherweise gleich weg.
 
Ein wenig Tjosten. Falito sieht aus wie Superman mit seiner Kuvertüre
Es wurde natürlich auch ein wenig klassisch getjostet. Leider erkennt man Eternos ebenfalls rote Kuvertüre (mit den drei Seerosenblättern) nicht. Die Palia ist eben sehr massiv und undurchsichtig ^.^;






Ringelreigen? Pas de deux?
Ich habe ehrlich gesagt keine Ahung, was die hier treiben, aber die Allgemeinheit hatte Spaß. Sah lustig aus.


Brezel macht sein Ding


Währenddessen hat Brezel seine Runden gezogen und sich mal ganz in Ruhe angeguckt, was die da treiben. Dieses Pferd ist schon ne ziemlich coole Socke.
















Gladiador, der wilde Spanier
Gladiador derweil hatte zwischendurch einen unbändigen Bewegungsdrang. Manche Sachen, die er da gezeigt hat, sahen schon sehr spektakulär aus, auch wenn das sicher so nicht geplant war. Vielleicht ist das aber auch nur aus Sicht von Pferdeleuten so. Eigentlich müsste man mal Menschen ohne Pferdebezug über sowas befragen. Wäre interessant, wie die sowas wahrnehmen.





Aufrödeln
Und so sah dann das Aufrödeln aus. Schild und Helm mit Helmzier. Ja, da war ein Hocker für nötig. Nein, ich hätte mich im Leben nicht auf diesen Dreibeinhocker gestellt. Von diesem Hocker sind die gerüsteten Reiter übrigens auch aufgestiegen. Nope. würde mich immer noch nicht drauf stellen. 






Aber es gab natürlich nicht nur Pferde da zu sehen.














Es wurde direkt vor unserer 'Haustür' getanzt.
Am Montag gab es einen Tanzworkshop. Die Workshopleiter haben Sonntag sozusagen eine Generalprobe gemacht und schon mal versucht ein paar zu 'erfahrenen' Tänzern zu machen, damit es mehr Orientierungspunkte beim tatsächlichen Workshop für die anderen Teilnehmer gab. Und weil die Leute auch einfach tanzen wollten in der unmittelbaren Umgebung XD. Ich habe das am Sonntag mal probiert, aber ich bin einfach sehr unkoordiniert, unbalanciert und bin schnell frustriert, wenn ich Knoten in Armen und Beinen habe... Also habe ich mich da als bald wieder raus gezogen. Aber es war schön anzusehen.Und danach wurde eigentlich an jedem Tag getanzt. Später sogar gleich bei uns hinterm Zelt. Auf demselben Platz, wo auch die Infantrieübungen und das Lanzenwerfen statt fand.
Vorbereitung für die Übung Infantrie vs. Kavallerie 


Die Infanteristen wurden gebeten sich in einer Reihe aufzustellen, und dann haben sich später die Pferde durch die Reihen gedrückt. Davon habe ich leider kein Foto gemacht. Da dies am frühen Abend stattfand, kam dann auch der Angriff der Brandenburgischen Luftwaffe, der Junikäfer, die wirklich penetrant waren teilweise. Und sie schienen sich besonders für die Pferde zu interessieren.

Innenhof des Naumburger Doms
Unseren Ausflugstag habe ich natürlich auch fotodokumentiert, in kleinem Rahmen. Leider ist irgendwie das Bild von der Außenseite des Naumburger Doms nix geworden - ich find es einfach nicht o.O. Die Neuenburg habe ich scheinbar gar nicht von außen fotografiert. Vom Innenleben werde ich jetzt keine Fotos teilen, da ich mir nicht ganz sicher bin wegen des Datenschutzes, Lizenzen etc. Aber auch dort gab es vieles und vor allem schönes und informatives zu sehen. Sicherlich einen Besuch wert.










Und mit der Ruine der Brandenburg in der Abenddämmerung als wunderschöner Kullisse möchte ich mich verabschieden

Die Burgruine der Brandenburg in der Abenddämmerung.